Die Tage der Postzusteller im Stettener Amtshaus sind gezählt. Nur noch wenige Wochen ziehen ins Land, bis die „Stettener Postler“ ihr jahrzehntelanges Domizil in der Hardtstraße verlassen und einen neuen Zustellstützpunkt im früheren Schnäppchenmarkt „Picks-Raus“ in Meßstetten beziehen, den sie sich mit ihren dortigen Kollegen teilen werden.

Das Umzugsdatum steht fest

Wie Stettens Teamleiterin Petra Stehle und der Betriebsleiter des Zustellstützpunktes Albstadt-Tuttlingen, Jens Rapp, in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER erzählen, werde der Umzug der Stettener nach Meßstetten am Nachmittag des 10. Februar erfolgen: „Ab dem 11. Februar arbeiten wir dann erstmals komplett vom neuen Stützpunkt in Meßstetten aus“, so Rapp.

Hoffnung auf bessere Arbeitsbedingungen am neuen Standort

Zwar bedeute dies für die zehn Kollegen, dass sie einerseits längere Anfahrtswege zur Arbeit in Kauf nehmen müssen. Doch habe man mit den Mitarbeitern eine Einigung gefunden: Diese dürfen künftig ihre Dienstfahrzeuge nach der Arbeit mit nach Hause nehmen, um dann am anderen Morgen damit wieder zur Arbeit nach Meßstetten zu fahren. Fest stehe, dass sich „die Arbeitsbedingungen am neuen Standort für alle Beteiligten deutlich verbessern“ würden.

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Steigende Paketmengen machen Umzug nötig

„Die Kapazitäten in Stetten reichen einfach nicht mehr aus, um die steigenden Paketmengen aufzunehmen“, erläutert Jens Rapp weiter. Insbesondere das Online-Geschäft lasse den Platzbedarf enorm ansteigen: „Wir können den Mengen hier einfach nicht mehr standhalten.“

40 Jahre hatte die Deutsche Post Räume im Stettener Amtshaus gemietet. In den ersten 20 Jahren gab es noch ein Postamt im vorderen Gebäudeteil, wo heute die Nähstube ist.
40 Jahre hatte die Deutsche Post Räume im Stettener Amtshaus gemietet. In den ersten 20 Jahren gab es noch ein Postamt im vorderen Gebäudeteil, wo heute die Nähstube ist. | Bild: Gerd Feuerstein

Dagegen sei im neuen Domizil in Meßstetten künftig „ausreichend Platz für beide Zustellstützpunkte„ vorhanden, die am dortigen Standort zusammengeführt werden sollen: „Angefangen von den Fahrten über die Sortierung bis hin zur Verteilung wird alles organisatorisch viel einfacher“, zeigt sich der Betriebsleiter überzeugt. Das bislang leer stehende Gebäude des früheren Schnäppchenmarktes „Picks-Raus“ in der Alemannenstraße in Meßstetten sei für die Post sozusagen „ein Glückfall“ gewesen.

Umbau des ehemaligen Schnäppchenmarktes „Picks-Raus“

Bereits Ende Juli des vergangenen Jahres sei das Baugesuch für den Umbau eingereicht worden. Zwar hätten sich die Verhandlungen über den Mietvertrag über einige Zeit hingezogen. Doch als diese in trockenen Tüchern gewesen seien, sei der anschließende Umbau sozusagen „in einer Rekordzeit von elf Wochen“ erfolgt, erzählt Jens Rapp.

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Anfang Oktober habe man mit den Arbeiten begonnen und kurz vor Weihnachten hätten sich die letzten Handwerker verabschiedet: „Das Wort Umbau ist dabei allerdings untertrieben, denn außer den Grundmauern blieb vom Altbestand quasi nichts mehr übrig“, betont der Betriebsleiter.

Eine großzügige Verglasung mit lichtdurchfluteten Räumen kennzeichnet das neue Gebäude in Meßstetten, in das die Stettener Postmitarbeiter am 10. Februar umziehen werden.
Eine großzügige Verglasung mit lichtdurchfluteten Räumen kennzeichnet das neue Gebäude in Meßstetten, in das die Stettener Postmitarbeiter am 10. Februar umziehen werden. | Bild: Gerd Feuerstein

Auffällig ist die Verglasung des Gebäudes. „In lichtdurchfluteten Räumen ist auf rund 800 Quadratmetern künftig ein angenehmes Arbeiten möglich“, erklärt Rapp die Überlegungen zu dieser Gestaltung. Mit einem neuen Dach und einer neuen Heizung sei das Gebäude überdies energetisch auf den neuesten Stand gebracht worden.

Weggang hinterlässt Lücke im Stettener Amtshaus

Was für die Post und ihre Mitarbeiter einerseits von großem Vorteil sein mag, hinterlässt im Stettener Amtshaus andererseits eine weitere Lücke. So sei daran erinnert, dass bis vor gut zwei Jahren noch das Notariat in dem Gebäude untergebracht war, das man getrost als dorf- oder stadtbildprägend bezeichnen kann.

Und nun ziehen auch die Postler aus dem Gebäude aus, in dem sie immerhin 40 Jahre waren: „Dass da der eine oder andere langjährige Mitarbeiter auch eine kleine Träne verdrückt, ist nur allzu verständlich“, zeigen sich Jens Rapp und Teamleiterin Petra Stehle verständnisvoll.