Im Rahmen ihrer Sommerreise hat die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, am Montag auch das Artilleriebataillon 295 in Stetten am kalten Markt besucht. Bei ihrer gut zweistündigen Stippvisite kündigte die Ministerin weitere hohe Investitionen in Süddeutschlands größten Standort an.

Volles Besuchsprogramm für die Ministerin

Kein Wölkchen am Himmel trübte die Stimmung, als die Verteidigungsministerin pünktlich um 10 Uhr in der Stettener Albkaserne vorfährt und von Bataillonskommandeur Kim Oliver Frerichs mit einem zackig-militärischen Gruß begrüßt wird. Dahinter steht mit Staatssekretär Thomas Bareiß (CDU), Sigmaringens Landrätin Stefanie Bürkle und Garnisonsbürgermeister Maik Lehn die lokale Politprominenz einem riesigen Tross von Kameras, Mikrofonen und klickenden Fotoapparaten gegenüber. Die Ministerin versprüht gute Laune, die sich schnell auf die Truppe überträgt. Diese wartet mit einem proppenvollen Besuchsprogramm auf. Schließlich soll die oberste Chefin der Soldatinnen und Soldaten in den kommenden zwei Stunden so viel als möglich von den alltäglichen Aufgaben und Herausforderungen der Pioniere mitbekommen.

Ministerin von der Leyen, der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß und Bürgermeister Maik Lehn (von links) lassen sich hier die Ausbildung eines Beobachtungsfeldwebels erläutern. Bilder: Gerd Feuerstein
Ministerin von der Leyen, der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß und Bürgermeister Maik Lehn (von links) lassen sich hier die Ausbildung eines Beobachtungsfeldwebels erläutern. | Bild: Gerd Feuerstein

Gute anderthalb Stunden später scheint dieses Unterfangen offensichtlich voll und ganz gelungen. Denn Ursula von der Leyen zeigte sich bei ihrem Abschlussstatement von der versammelten Presse von der Leistungsfähigkeit der Soldatinnen und Soldaten und den Bedingungen am Standort äußerst angetan: "Ich habe hier eine sehr professionelle, hoch motivierte Truppe erlebt", fasste die Ministerin ihre Eindrücke zusammen und betonte, dass "die Artillerie unverzichtbarer Bestandteil moderner Streitkräfte" sei. Die Männer und Frauen, die ihren Dienst im Artilleriebataillon 295 leisten, könnten "stolz sein auf diesen tollen Verband", dessen Geschichte zeige, dass die Soldatinnen und Soldaten seit 1995 weltweit in unzähligen Einsätzen gewesen seien. "Klasse Standort, tolle Truppe, exzellente Führung! Danke!", schrieb sie am Ende dann auch ins Gästebuch des Verbandes.

155-Millimeter-Panzerhaubitzen 2000 A1 des Artilleriebataillons 295 aus Stetten am kalten Markt unterstützen auf dem Truppenübungsplatz Bergen den Angriff eines gemischten Gefechtsverbandes des 3e Règiment de Hussards und des Jägerbataillons 291 mit indirektem Feuer.
155-Millimeter-Panzerhaubitzen 2000 A1 des Artilleriebataillons 295 aus Stetten am kalten Markt unterstützen auf dem Truppenübungsplatz Bergen den Angriff eines gemischten Gefechtsverbandes des 3e Règiment de Hussards und des Jägerbataillons 291 mit indirektem Feuer. | Bild: Carl Schulze

"Weit mehr als nur Artillerie"

Dennoch sei Stetten "weit mehr als nur Artillerie", hatte sie zuvor betont. Schließlich seien auf dem Heuberg auch viele Sanitäter, die Streitkräftebasis, die Kampfmittelabwehr, die Schule ABC-Abwehr und Gesetzliche Schutzaufgaben und weitere Einheiten mit derzeit insgesamt rund 2400 zivilen und militärischen Beschäftigten beheimatet, betonte von der Leyen: "Für uns ist Stetten also ein ausgesprochen wichtiger Standort", sagte die Ministerin und kündigte weitere Investitionen im Umfang von rund 180 Millionen in den kommenden Jahren an: "Diese Tatsache zeigt, dass Stetten am kalten Markt für uns Zukunft in der Bundeswehr hat", betonte sie. Zumal Gemeinde, Landkreis und Abgeordnete "hier voll und ganz hinter der Bundeswehr stehen", wandte sie sich lobend an die Adresse der Lokalpolitik. Sowohl die Landrätin als auch der Bürgermeister vernahmen diese Botschaft natürlich mit Freude: "Der Landkreis und auch ich persönlich wissen dieses klare Bekenntnis zum Standort Stetten am kalten Markt sehr zu schätzen, stärkt es doch neben der Bundeswehr selbst auch strukturell den ländlichen Raum", sagte Stefanie Bürkle gegenüber dem SÜDKURIER. "Die Ministerin hat die optimalen Bedingungen unseres Standortes besonders herausgestellt", freute sich Gemeindeoberhaupt Maik Lehn.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (Vierte von links) kündigte weitere Investitionen in Höhe von 180 Millionen Euro in den Standort an. Mit im Bild (von links): Oberstleutnant Jörg Werhold, Bürgermeister Maik Lehn, Staatssekretär Thomas Bareiß, Landrätin Stefanie Bürkle sowie Bataillonskommandeur Kim Oliver Frerichs.
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (Vierte von links) kündigte weitere Investitionen in Höhe von 180 Millionen Euro in den Standort an. Mit im Bild (von links): Oberstleutnant Jörg Werhold, Bürgermeister Maik Lehn, Staatssekretär Thomas Bareiß, Landrätin Stefanie Bürkle sowie Bataillonskommandeur Kim Oliver Frerichs. | Bild: Gerd Feuerstein

Neben der Vorstellung der Panzerhaubitze 2000, dem Raketenwerfer Mars, dem Beobachtungsradar Cobra, der Ausbildung eines Beobachtungsfeldwebels und der Einweisung in einer Feuerleitkabine standen Gespräche mit Soldatinnen und Soldaten im Mittelpunkt des Besuches. Es sei ihr wichtig, sich über deren Situation und den jeweiligen Standort zu informieren, sagte von der Leyen. Auch wolle sie nach 25 Jahren des Kürzens und Schrumpfens bei der Bundeswehr die wichtige Botschaft vermitteln, dass die Trendwende inzwischen geschafft sei: "Es ist wichtig für die Männer und Frauen, dass sie wissen, dass jetzt die Phase kommt, wo die Bundeswehr wieder wächst."