Die Redner des Abends und der neue Rathauschef waren sich in einer Wertung einig. Die Kommunalpolitik wird sich in den nächsten Jahren mit neuen Aufgaben und Herausforderungen auseinandersetzen müssen. Dazu kämen Bürger, die sich mehr und mehr in das kommunalpolitische Geschehen ihrer Heimatgemeinde einschalteten. Schroft sagte in seiner Antrittsrede: „Zustimmung der Bürger erhalten wir nur, wenn wir offen kommunizieren und die Bürger frühzeitig mit einbeziehen.“ Kommunikation, so zeigte sich der Rathauschef überzeugt, schaffe Transparenz. Transparenz wiederum schaffe Vertrauen und Vertrauen sei die Voraussetzung für Akzeptanz. Akzente will der 29-Jährige in der Investitionspolitik der Stadt setzen. Vor dem Hintergrund der 20-Millionen-Euro-Rücklage erklärte der Redner: „Nichts zu investieren ist genauso falsch wie über seine Verhältnisse zu leben.“ Entsprechenden Investitionsbedarf sieht er im kommunalen Straßenbau, in der aktiven Wirtschaftsförderung und in der Bereithaltung von Sportanlagen für den Vereins- und Schulbetrieb. In der Wirtschaftsförderung sieht der neue Mann beispielsweise Handlungsbedarf im Stadtmarketing für alle Stadtteile. Dazu gehört für Schroft auch die Förderung des Tourismus.

Um im Zusammenhang mit dem Begriff „Investitionen“, Missverständnissen vorzubeugen, erklärte Schroft: „Ich werde mich nach wie vor für eine solide, vorausschauende und nachhaltige Finanz- und Haushaltspolitik stark machen.“ Dabei werde es jedoch vorrangige Aufgabe sein, in notwendige Veränderungen besonnen und maßvoll zu investieren. Schroft gab die Parole aus: „Wir alle müssen bereit sein, neue Wege zu gehen.“

Für diesen Ansatz erhält Schroft die Unterstützung aus Balingen. Landrat Günther-Martin Pauli erklärte: „Es ist das gemeinsame Ziel, Meßstetten positiv zu entwickeln.“ Die Bürger, so der Kreischef, wollten mitreden, mitgestalten und vor allem ernst genommen werden. Für die Verwaltungsgemeinschaft Meßstetten, Nusplingen und Obernheim ergriff Obernheims Bürgermeister Josef Ungermann das Wort. Die interkommunale Zusammenarbeit werde seiner Einschätzung nach in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.

Bei allen Herausforderungen und Problemen des Alltags sollten auch Kommunalpolitiker ihren Humor nicht verlieren. Diese Mahnung kam von Bürgermeister Oliver Schmid. Der Geislinger sprach für den Kreisverband des baden-württembergischen Gemeindetages. Er überreichte Schroft einen Gutschein zu einem Workshop „Lachen ohne Grund“. Daniel Götting (TSV Meßstetten) sprach für die Vereine der Stadt und bescheinigte dem neuen Mann im Rathaus, in den ersten beiden Monaten seiner Amtszeit schon etwas bewegt zu haben. Der Vereinssprecher wünschte Schroft ebenfalls Humor und Gelassenheit im Umgang mit den Bürgern.