Einen vergnüglichen Theaternachmittag erlebten die Besucher des Sommertheaters der Laienspielgruppe Frohnstetten auf der Freilichtbühne im Riederwäldle. Die moderne Fassung des Märchens „Der Froschkönig“ von den Gebrüdern Grimm begeisterte mit tollen schauspielerischen Leistungen der Akteure, mit witzigen Dialogen und einer gelungenen szenischen Umsetzung mit Überraschungseffekten.

Bild: Karl-Peter Neusch

Schon das Vorspiel, mit dem die erwartungsvolle Kinderschar vor der Bühne mit einem Rap in das Geschehen eingeführt wurde, ließ erahnen, dass hier nicht buchstabengetreu an der Märchenvorlage festgehalten wird. Dass das Leben einer Märchenprinzessin mit strengem Hofzeremoniell und Kleiderordnung kein Zuckerschlecken ist, wurde von Amelie Glattes ebenso überzeugend vermittelt, wie ihr Drang, aus dem goldenen Käfig auszubrechen und sich unangepasst und aufmüpfig zu zeigen.

Flapsige Märchenprinzessin

Dazu gehörten flapsige Kommentare und Gesten, die so gar nicht dem Klischee einer Märchenprinzessin entsprachen. Kein Wunder dass ihr Vater, der König (herrlich verschwurbelt dargestellt von Dieter Tommerdich) seine Probleme hatte, das Verhalten seiner Tochter zu verstehen.

Bild: Karl-Peter Neusch

Nur gut, dass er sich mit dem Bau eines überdimensionalen Streichholzeiffelturms ablenken konnte, der ihm zudem half, das Regieren etwas erträglicher zu gestalten. Vollends durcheinander geriet das Hofleben, als die Königstochter mit ihrem goldenen Ball die Fensterscheibe des Thronsaals zerdepperte und gleichzeitig des Königs Lebenswerk, den Streichholzeiffelturm zum Einsturz brachte. Bei der Suche nach dem Übeltäter wurde der Hofstaat eingespannt, angefangen von der eingebildeten Hofdame Klothilde (Lara Tommerdich) mit lustigem Sprachfehler (also öhrlich) über ihre beflissene Kollegin Lisabelltrude (Deliah Höh) bis zur exotischen Rungubalouhopa (Celine Garcia-Marchese). Nicht zu vergessen die resolute Köchin Winfriedoline (Gerlinde Tommerdich), die vor lauter Beredsamkeit permanent irgendwelche Sachen anbrennen ließ.

Donnernder Schlussapplaus

Die Dramatik steigerte sich, als die Prinzessin dem Frosch (Jonas Rebholz) versprach, an ihrem Tisch mitessen und in ihrem Bettchen schlafen zu dürfen. Der Ekel vor dem Frosch war dann aber so groß, dass sie ihn gegen die Wand klatscht und freudig überrascht wurde, als plötzlich ein fescher Prinz vor ihr stand. Erleichtert war so auch der gute Heinrich (Jan Seßler), der treue Diener des Prinzen. Ein donnernder Schlussapplaus war der verdiente Lohn für eine gelungene Aufführung, die die junge Regisseurin Luana Garcia-Marchese mit ihren Akteuren gekonnt in Szene gesetzt hatte.