Mit der Wahl von Florian Pepke zum neuen Vorsitzenden des TSV Stetten a.k.M. und Patrick Ruda zu seinem Stellvertreter haben die Mitglieder von Stettens größtem Verein bei ihrer Hauptversammlung nicht nur eine neue Vereinsführung gewählt, sondern an den entscheidenden Stellen des Vereins auch einen Generationswechsel vollzogen.

Das neue Führungsteam (von links): Andreas Pepke, Florian Pepke, Elise Pepke, Patrick Ruda und Eric Lehmann.
Das neue Führungsteam (von links): Andreas Pepke, Florian Pepke, Elise Pepke, Patrick Ruda und Eric Lehmann. | Bild: Gerd Feuerstein

Denn neben den beiden neuen Vereinschefs und dem erfahrenen Kassenverwalter Eric Lehmann wurde mit Andreas Pepke als Schriftführer und Pressewart ein weiterer Neuling in den geschäftsführenden Vorstand berufen, der bislang für den Jugendfußball verantwortlich war. Die Position von Patrick Ruda als Abteilungsleiter Fußball nimmt jetzt Simon Unger wahr, während Elise Pepke sich künftig um die Verwaltung der aktuell 1367 Mitglieder kümmert. Standen die vergangenen acht Jahre unter der Ägide von Hans-Joachim Lehmann und Edgar Ruda ganz im Zeichen des Ausbaus der Infrastruktur, der Einrichtung eines vereinseigenen Fitness- und Gesundheitszentrums (FGZ) und der damit einhergehenden positiven Finanzentwicklung des Vereins, so warten auf den neuen Vorstand ganz andere Aufgaben.

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Wie aus den umfangreichen Berichten der verschiedenen Abteilungen des Vereins deutlich hervorging, kämpft auch der TSV mit der landauf landab nachlassenden Bereitschaft von Erwachsenen, in Vereinen ein Ehrenamt – wie beispielsweise als Trainer oder Betreuer – zu übernehmen. „Die Entwicklung in unseren Sportabteilungen ist zum Teil beunruhigend“, hatte nicht zuletzt der scheidende Vorsitzende Hans-Joachim Lehmann genau darauf hingewiesen.

Es fehlt zunehmen and Trainern und Betreuern

Zwar seien im Kindes- und Jugendalter noch viele „mit Begeisterung dabei“, jedoch nehme die Anzahl der Aktiven in den Abteilungen „ab dem 15./16. Lebensjahr rapide ab“. Da es zunehmend auch an Trainern, Betreuern oder Übungsleitern fehle, sei es nur logische Konsequenz, dass man in mehreren Altersklassen keine Teams mehr zum Spiel- oder Rundenbetrieb melden könne: „Und das trotz längst bestehender Spielgemeinschaften.“

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„Unsere Aufgabe wird es sein, die Lücken, die sich da überall auftun, wieder zu schließen“, kündigte der neue Vorsitzende Florian Pepke daher gegen Ende der Sitzung an. Gemeinsam mit dem neuen Team wolle man versuchen, Ideen zu entwickeln, die dieser gesellschaftlichen Entwicklung entgegenwirkten: „Wie können wir die Leute dazu bewegen, sich einen Ruck zu geben und wieder ein wenig mehr für den Verein zu tun“, brachte Pepke seine Bestrebungen auf den Punkt.

Vereine leben vom Mitmachen

Dabei sei ihm bewusst, dass die Anwesenden „eigentlich die falschen Ansprechpartner“ seien. Aber es müsse allen Mitgliedern klar werden, dass ein Verein vom Mitmachen lebe. „Ohne Mitglieder, die sich engagieren, kann ein Verein auf Dauer nicht bestehen“, sagte er und bat um Unterstützung, die ihm von den Anwesenden in der Versammlung durch tosenden Applaus symbolisch deutlich signalisiert wurde.

Änderung der Satzung ist Thema

Schon lange davor hatte sich die Mitglieder in der Versammlung zunächst mit Änderungen in der Satzung auseinandergesetzt, die jeweils einhellig gebilligt wurden. Neben den Wahlen standen vor allem die umfangreichen Berichte aus den Abteilungen sowie Ehrungen und Verabschiedungen der beiden scheidenden Vorsitzenden im Mittelpunkt der Versammlung.

Beifall für große Leistung

Mit Hans-Joachim Lehmann und Edgar Ruda wurden zwei Macher an der Spitze des Vereins verabschiedet. Wie Stettens größter Verein mit seinen mehr als 1350 Mitgliedern derzeit finanziell sowie von der intakten Infrastruktur her dasteht, kann sich wahrlich sehen lassen: Ein Sport- und Vereinsheim, das in den vergangenen Jahren energetisch optimiert und rundum saniert wurde. Ein Heubergstadion, in dem seit zwei Jahren ein Rasenroboter für optimale Spielverhältnisse sorgt. Zwei fabrikneue Doppelgaragen – integriert in die Stadionböschung – auf denen demnächst ein neuer Verkaufs- und Würstchenstand fertiggestellt wird.

Edgar Ruda (links) und Hans-Joachim Lehmann haben sich in den vergangenen acht Jahren um den TSV Stetten a.k.M. besonders verdient gemacht.
Edgar Ruda (links) und Hans-Joachim Lehmann haben sich in den vergangenen acht Jahren um den TSV Stetten a.k.M. besonders verdient gemacht. | Bild: Gerd Feuerstein

Und obendrein ein vereinseigenes Fitness- und Gesundheitszentrum (FGZ), in dem aktuell rund 450 Mitglieder einem regelmäßigen Training nachgehen. „Was ihr in den letzten acht Jahren geleistet habt, wird vermutlich nie mehr eine Vorstandschaft leisten“, attestierte dann auch Patrick Ruda angesichts der aktuellen Bilanz des TSV, die lediglich durch die nachlassenden Bereitschaft zur ehrenamtlichen Mitarbeit etwas getrübt wurde.

Rückblick auf die Amtszeit

In Schlagworten ließ der frisch gekürte Stellvertreter die achtjährige Amtszeit von Hans-Joachim Lehmann und Edgar Ruda an der Spitze des TSV Revue passieren, die von Bautätigkeiten, Sanierungen, Anschaffungen, Zukunftsinvestitionen und ehrenamtlicher Arbeit geprägt gewesen sei. „Allein bei der Sanierung des Vereinsheims und der Einrichtung unseres vereinseigenen FGZ habt ihr zusammen über 2500 Arbeitsstunden geleistet“, betonte Patrick Ruda und erinnerte, dass diese Leistungen nicht zuletzt bei der Preisverleihung der „Sterne des Sports“ auf Bundesebene in Berlin gewürdigt worden waren. „Der TSV sagt Danke für die letzten acht Jahre, in denen ihr so viel für den Verein geleitet habt“, endete seine Laudatio unter tosendem Beifall.