Was in den vergangenen Jahren meist den Schlusspunkt setzte, markierte dieses Jahr sozusagen den Auftakt des Stettener Sommerferienprogramms: Nach der Sommerwirbel-Woche stand diese Woche für furchtlose Kinder der Besuch der Kämpferbahn der Bundeswehr auf dem Programm. Insgesamt zehn Mädchen und Jungs nutzten die Chance, ihren Mut zu beweisen und sich bei der einen oder anderen Übung einen Adrenalinstoß zu verpassen.

Denn auf der "Bahn der Selbstüberwindung", wie der große Parcours unter Soldaten gerne genannt wird, sind bei diversen Hindernissen Nerven wie Drahtseile gefragt. Und davon schienen die Kinder, egal welchen Alters, "offensichtlich genügend zu haben", wie Stabsfeldwebel Dietmar Schulze anerkennend feststellte. Denn so gut wie kein Kind kniff an einem Hindernis oder schaffte es kräftemäßig einfach nicht, die Barriere zu überwinden. "Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, mit welchem Mumm die Kinder an die Sache ran gehen; Angst scheinen die meisten jedenfalls nicht zu kennen, sie haben höchstens den nötigen Respekt", sagte Schulze. Unter den wachsamen Augen des militärischen Leiters der Kämpferbahn kümmerten sich die beiden Oberstabsgefreiten Marco Echteler und Marc Crochet sowie Schulzes Vorgänger Jürgen Jellen um die jungen Teilnehmer.

Hier sind Muckis gefragt: Fabian Mattes zeigt, was er drauf hat.
Hier sind Muckis gefragt: Fabian Mattes zeigt, was er drauf hat.

Ruhig und sachkundig führten die Routiniers die zuvor mit Helm und Haltegeschirr professionell ausgestatteten Kinder an die jeweiligen Hindernisse heran. Schnell machten die jungen Teilnehmer die Erfahrung, dass auf der Bahn nicht nur Einzelkämpfer gefragt sind, sondern bei vielen Hindernissen die Gruppe zusammen halten muss. Denn wer schafft es schon ganz alleine, eine hohe Klettermauer zu überwinden, über die Sprungwand zu kommen oder über lange Eisenbahnschienen eine Wand zu erklimmen. Ganz zu schweigen vom mulmigen Gefühl, das einen überkommt, wenn man sich im unterirdischen Kanalsystem nur kriechend fortbewegen kann und im stockdunklen Röhrenlabyrinth den Ausgang sucht – Feuchtigkeit, Spinnweben und glitschige Stellen inbegriffen.

"Die Bahn ist echt cool gemacht", sagte David Mattes, nachdem er gekonnt über einen langen Balken und einen hohen Baumstamm balanciert war. Es sei "total spannend", mitmachen zu dürfen. Und auch sein Bruder David war das erste Mal am Start und von der Bahn restlos begeistert: "Da mache ich wahrscheinlich noch öfter mit", sagte er, nachdem er einige Hindernisse überwunden hatte. "Der Anfang war noch ziemlich leicht, aber die steigern sich", sagte er.

Noch hat Carolin Boden ein mulmiges Gefühl, stürzt sich nach den Erklärungen von Marc Crochet aber mutig in die Tiefe.
Noch hat Carolin Boden ein mulmiges Gefühl, stürzt sich nach den Erklärungen von Marc Crochet aber mutig in die Tiefe.

Er sollte recht behalten, denn am nächsten Hindernis waren "echte Muckis" gefragt, galt es doch sich in rund zweieinhalb Meter Höhe an einer Wand entlang zu hangeln. Dabei zeigte nicht nur die kleine Carolin Boden, was in ihr steckt. Als sei es ihr tägliches Brot, hangelte sie sich an der Mauer entlang und führte dies auf ihre Kletterkünste im heimischen Garten zurück: "Da klettere ich fast jeden Tag auf den Baum", erzählte sie stolz.

Zu den größten Herausforderungen zählt aber zweifelsohne ein zwölf Meter hoher Kletterturm, der auf verschiedene Weise erklommen werden kann und beispielsweise durch das Hinunterrutschen an einem Fallrohr wieder verlassen wird. Viel spannender ist es aber, sich in luftiger Höhe über einen dreifachen Seil-Steg rund 20 Meter weiter zum nächsten Turm vorzuarbeiten, um von dort über eine schräge Seil-Rutsche wieder auf sicherem Boden zu landen. Absolut sicher abgefangen von Kämpferbahn-Chef Schulze persönlich.

Freier Fall: Lea Puppke hängt in der steilen Seil-Rutsche, von der es hoch aus den Baumwipfeln wieder hinunter auf den Waldboden geht.
Freier Fall: Lea Puppke hängt in der steilen Seil-Rutsche, von der es hoch aus den Baumwipfeln wieder hinunter auf den Waldboden geht.

Alles in allem war dieses Angebot im Rahmen des Sommerferienprogramms eine runde Sache, sodass sich die teilnehmenden Kinder beim abschließenden Grillen einig zeigte, "dass der Tag ein tolles Erlebnis und ein echtes Abenteuer war", das im kommenden Jahr "hoffentlich wieder zum Sommerferienprogramm" gehöre.