Nach einem interessanten Tag auf der Kämpferbahn öffnete die Bundeswehr im Rahmen des Stettener Sommerferienprogramms für ein weiteres Angebot die Kasernentore. In der "Schule ABC-Abwehr und Gesetzliche Schutzaufgaben" durften sich die teilnehmenden Kinder im Umgang mit modernster Brandschutztechnik üben. Sie durften unter anderem in Löschfahrzeugen mitfahren und sehen, wie der Einsatz bei einem simulierten Flugzeugbrand aussieht.

Im Rahmen des Stettener Ferienprogramms konnten Kinder erleben, wie mit zwei Löschfahrzeugen der Brand eines Triebwerks des A400M gelöscht wird. Max Oswald, Hannes Neuburger und Jonas Seddig (Bild rechts oben, von links) stehen bei dem Hydranten, an dem die großen Löschfahrzeuge danach wieder mit Wasser gefüllt werden. Bevor der Einsatz startet, erklärt Oliver Mosbacher den Kindern das Führerhaus (rechts unten). <em>gfe/Bilder: Gerd Feuerstein </em>
Im Rahmen des Stettener Ferienprogramms konnten Kinder erleben, wie mit zwei Löschfahrzeugen der Brand eines Triebwerks des A400M gelöscht wird. Max Oswald, Hannes Neuburger und Jonas Seddig (Bild rechts oben, von links) stehen bei dem Hydranten, an dem die großen Löschfahrzeuge danach wieder mit Wasser gefüllt werden. Bevor der Einsatz startet, erklärt Oliver Mosbacher den Kindern das Führerhaus (rechts unten). gfe/Bilder: Gerd Feuerstein

Wer hat als Kind nicht davon geträumt, im großen Feuerwehrfahrzeug zu sitzen und unter Blaulicht und Tatütata durch die Gegend zu fahren. Für zwölf Kinder wurde dieser Traum in der Stettener Kaserne zur Wirklichkeit. Brandoberamtsrat Dieter Eschweiler und seine Kollegen von der sogenannten Feuerwehrschule der Bundeswehr machten es möglich. Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung ging es auf der großen Ausbildungsanlage für Luftfahrzeug-Brandbekämpfung am Rande des Truppenübungsplatzes gleich zur Sache: Mit Karacho und lautem Sirenengeheul brausen zwei große Löschfahrzeuge über das Gelände heran. Im Führerhaus sitzen neben Brandamtsrat Oliver Mosbacher und Hauptbrandmeister Ralf Haselmaier jeweils einige Kinder. Die Fahrer steuern die Rettungsfahrzeuge auf die originalgetreue Stahlattrappe eines Transportflugzeugs A400M zu, aus dessen Triebwerk gewaltige Flammen in die Höhe schlagen. Die Kinder dürfen im Führerhaus die leistungsstarken Wasserwerfer betätigen, mit denen die Brandherde an dem großen Flugzeug bekämpft werden.

Bevor der Einsatz startet erklärt Oliver Mosbacher den Kids das Führerhaus
Bevor der Einsatz startet erklärt Oliver Mosbacher den Kids das Führerhaus

Gesteuert und überwacht vom hochmodernen Leitstand, schlagen wieder und wieder hohe Flammen aus dem Triebwerk. Die Wasserwerfer halten volle Pulle dagegen, bis die Flammen schließlich erlöschen und die großen Löschfahrzeuge den Brandherd in Richtung Wasserhydrant verlassen. "Die Kinder haben jetzt satte 11 000 Liter Wasser abgegeben", klärt Dieter Eschweiler die Beobachter auf, während die kleinen Floriansjünger am Hydranten mithelfen, die Fahrzeuge erneut mit Wasser zu befüllen. Schließlich können es die nächsten Gruppen kaum erwarten, auch dran zu kommen.

Max Oswald, Hannes Neuburger und Jonas Seddig (von links) bei dem Hydranten, mit dem sie die großen Löschfahrzeuge nach dem Löschangriff wieder auffüllten.
Max Oswald, Hannes Neuburger und Jonas Seddig (von links) bei dem Hydranten, mit dem sie die großen Löschfahrzeuge nach dem Löschangriff wieder auffüllten.

Als Erster steigt Jonas Sedig aus und ist begeistert: "Ich habe sogar selber spritzen dürfen", erzählt er voller Stolz, während Johannes Neuburger zusammen fasst: "Das ist eine tolle Aktion, die wahnsinnig viel Spaß macht." Er habe mit dem Einsatzfahrzeug Feuer gelöscht und das dann gleich wieder vollgetankt, sprudelt es aus ihm heraus. Und auch Lucy Bauer, die gerade aus dem hohen Führerhaus klettert, hat es offenbar gefallen: "Da vorne drin sitzen war zwar irgendwie ein komisches Gefühl, aber trotzdem super cool", sagte sie mit einem Strahlen im Gesicht und erzählt ihrer Freundin ganz aufgeregt, was im Fahrzeug alles ablief, während schon die nächste Gruppe unter lautem Tatütata an die große Flammenwand heranfährt, um diese zu löschen. Es dauert seine Zeit, bis alle Gruppen durch sind und die Kinder sich mit den Profis zu einem Erinnerungsfoto vor der Attrappe des brennenden Transportflugzeugs postieren.

Mit Karacho braust das große Löschfahrzeug mt den Kindern an Bord in Richtung des brennenden Flugzeugs.
Mit Karacho braust das große Löschfahrzeug mt den Kindern an Bord in Richtung des brennenden Flugzeugs.

Auf die kleinen Brandschützer warten weitere Stationen, bei denen es um Hilfeleistungseinsätze und den Umgang mit gefährlichen Gütern geht. Auch dort warten jeweils Profis auf die Kinder, zeigen diesen, wie man beispielsweise verschüttete Menschen unter Gebäudeteilen oder einsturzgefährdeten Häusern findet und aus ihrer misslichen Situation befreien kann.

Auch Verschüttete unter Trümmern zu bergen gehörte zu den Aufgaben, die von den Kindern zu lösen waren
Auch Verschüttete unter Trümmern zu bergen gehörte zu den Aufgaben, die von den Kindern zu lösen waren

Die Kinder sind von den professionellen und hoch technisierten Übungsanlagen total begeistert und machen überall mit Feuereifer mit. "Schade, dass mein Freund keine Zeit hatte, das hätte ihm auch gefallen", bedauert Max Oswald. "Vielleicht dürfen wir ja mal wieder kommen", hofft er, während alle anderen lauthals: "jaaaaaa" rufen.