In neuen Räumen des Hauses der Begegnung hat die aus Glashütte stammende Kathrin Wetzel auf Einladung des Fördervereins Zukunft für Kinder in Afrika einen Vortrag gehalten. Sie engagiert sich für ein Projekt in Tansania, das der Verein wahrscheinlich künftig unterstützen wird. Die 26-jährige Kathrin Wetzel hat Gesundheitsmanagement studiert und ist ausgebildete Krankenschwester. Bei privaten Urlaubsreisen nach Afrika lernte sie Nicole Mtawa kennen, die vor acht Jahren den Verein Human Dreams in Schwäbisch Gmünd gründete und mit dessen Hilfe ein Kinderdorf in Tansania aufbaute. Dort werden bis zu 30 Kinder aufgenommen, die aufgrund von Krankheit oder Behinderung voll pflegebedürftig sind und meist in problematischen Familien, ungeeigneten Waisenheimen oder auf der Straße leben.

Arbeitsplätze für Menschen aus der Region

Neben der neuen Perspektive für die Kinder gibt es auch Arbeit für die Menschen der Region. Das Kinderdorf ist in Dar Es Salaam an der Küste zum Pazifischen Ozean gelegen. Beschäftigt sind dort neben Mtawa als Direktorin und einem stellvertretenden Direktor auch Pfleger, ein Physiotherapeut, Hausmütter, Büroangestellte, Bauarbeiter und Gärtner sowie Hausmeister. Auch Köchinnen und Servicekräfte, Waschfrauen, Angestellte einer Security Firma und ein Cowboy haben hier Arbeit gefunden. Letzterer kümmert sich um die Kühe und Hühner, die zur Eigenversorgung dienen.

Nachbarn profitieren von Infrastruktur

Zu diesem Zweck gibt es außerdem einen Obst- und Gemüsegarten, die Solarmodule für Strom und Wasser und die eigene Wasserquelle mit Trinkwasserqualität. Von der Infrastruktur profitieren auch die Nachbarn des 14 000 Quadratmeter großen Grundstücks.

Tageseinrichtung soll 2019 eröffnet werden

Kathrin Wetzel besuchte Nicole Mtawa im Kinderdorf und arbeitete dort. Inzwischen war sie bereits dreimal dort, erlebte, wie sich Gesundheit und Psyche der Kinder verbesserten, sah das Dorf wachsen und neue Herausforderungen kommen. Immer mehr Mütter mit Kindern fragten immer häufiger um Hilfe nach. Darum wurde nebenan ein weiteres Grundstück gekauft, um 2019 dort eine Tageseinrichtung zu eröffnen.

Alleinerziehende Eltern können tagsüber arbeiten

Dann sollen schwerstbehinderte Halbwaisen betreut werden, die noch nie Therapie, medizinische oder schulische Betreuung erfahren haben. Damit wird allerziehenden Müttern oder Vätern die Gelegenheit gegeben, tagsüber zur arbeiten.

4000 Euro monatlich braucht das Dorf für 16 Kinder und 25 Angestellte. Dazu kommen meist 4000 bis 6000 Euro Baukosten. Der Verein unterstützt das Dorf durch aktuell 249 Fördermitgliedschaften. Die Finanzierung der Tageseinrichtung steht aber noch nicht. Das könnte nun das neue Projekt für den Stettener Förderverein werden, dessen bisheriges langjähriges Projekt in Uganda abgeschlossen ist.

Vorstand des Fördervereins will Dorf-Leiterin kennenlernen

Die Vorsitzende Claudia Mogg und ihr Stellvertreter Karl-Arthur sprachen sich für eine Unterstützung aus und kündigte an, dass man sich mit Direktorin Mtawa bei deren nächstem Deutschland-Besuch zum Austausch treffen werde. Auch aus den Reihen der Vereinsmitglieder waren positive Stimmen zu hören, die sich für das "überschaubare Projekt mit Charme" aussprachen.