Als eine der letzten Gemeinden im Landkreis Sigmaringen hat der Stettener Gemeinderat im vergangenen Frühjahr beschlossen, sich dem noch bis Ende 2019 laufenden Projekt „Land(auf)Schwung“ anzuschließen, und in Sachen Jugendbeteiligung einen sogenannten „14er-Rat“ einzurichten. In der Folge bildeten interessierte Jugendliche Projektgruppen, die in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats ihre Ideen und Wünsche präsentierten.

Die Storzinger Dorfjugend wird in diesen beiden Containern eine dauerhafte Bleibe finden. Auf Vermittlung von Ortsvorsteher Bruno Pozzi (vorne) wurden diese von der Firma Schmid-Lorch zur Verfügung gestellt und am vergangenen Samstag auf dem Gelände des SV Storzingen aufgestellt.
Die Storzinger Dorfjugend wird in diesen beiden Containern eine dauerhafte Bleibe finden. Auf Vermittlung von Ortsvorsteher Bruno Pozzi (vorne) wurden diese von der Firma Schmid-Lorch zur Verfügung gestellt und am vergangenen Samstag auf dem Gelände des SV Storzingen aufgestellt. | Bild: Gerd Feuerstein

Vor gut besetzten Zuhörerreihen machten dabei zunächst einige Jungs deutlich, was auf ihrer Wunschliste ganz oben steht: „Ein Pumptrack“. Dabei handelt es sich um einen Rundkurs für Radfahrer, der aus Bodenwellen besteht. Durch Ziehen und Drücken (Pumpen) kann Geschwindigkeit aufgenommen werden, so dass ein Pedalieren nicht mehr notwendig ist. Meist sind solche Anlagen auf Erde/Lehmboden/Aushub sowie aus Kies und Sand gebaut. Die Nutzung ist sehr vielfältig und nicht auf eine bestimmte Altersgruppe begrenzt.

Die Jungs präsentierten sich bestens vorbereitet, hatten im Vorfeld entsprechende Anlagen in Binzwangen, Frommern und Meßstetten besichtigt und sich – auch mit tatkräftiger Unterstützung von Nadine Natterer vom Landratsamt – mit Experten unterhalten. Im Wechsel präsentierten sie die Vorzüge entsprechender Anlagen, sparten aber auch möglicherweise auftretende Probleme nicht aus.

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„Uns hat der Pumptrack in Binzwangen am besten gefallen“, fasste Luis Reichegger die ausführliche Präsentation zusammen. Nach den Vorstellungen der Jungs wäre eine Fläche von 2000 Quadratmetern mit einer Streckenlänge von rund 300 Metern erforderlich. Bänke, eine Überdachung, Fahrradständer sowie möglichst ein kleiner Schuppen zum Treffen wären nach ihren Aussagen „ideal“. Reichegger übergab auch eine Unterschriftenliste und betonte: „Wir möchten in die Planung und Umsetzung einbezogen werden.“

In Absprache mit dem Gemeindeoberhaupt brachten die Jungs auch zwei mögliche Standorte ins Spiel, entweder beim Heubergstadion oder auf dem Gelände des Skiclubs. Knackpunkt in der Diskussion war die Finanzierung, die von den Schülern mit 17 000 bis 25 000 Euro beziffert worden war. Bei jeweils dickem Lob für die Präsentation äußerten sich nahezu alle Ratsmitglieder dahingehend, dass das Projekt weiter verfolgt werde, und mögliche Zuschüsse, Sponsoren, Eigenleistungen und dergleichen genauer geprüft werden sollen, was auch so beschlossen wurde.

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Dass Wünsche von Jugendlichen manchmal auch einfach umsetzbar sind, kam in den beiden folgenden Projekten von Stettener Mädchen und der Storzinger Dorfjugend zum Ausdruck. So setzten sich die Mädels für die Einrichtung eines öffentlichen Hundeplatzes ein, nicht wissend, dass es in Frohnstetten einen Verein mit entsprechenden Einrichtungen gibt. Dankbar nahmen die Mädels das dortige Angebot an und machten deutlich: „Wir haben auch noch andere Ideen und würden gerne weiter im 14er-Rat mitmachen“. In Storzingen konnte der Wunsch nach einem Treff kurzfristig „und vor allem kostenneutral“, wie Bürgermeister Maik Lehn feststellte, realisiert werden.

Die Firma Schmid-Lorch stellte auf Vermittlung von Ortsvorsteher Bruno Pozzi zwei große Büro-Container zur Verfügung, die am vergangenen Wochenende auf dem Gelände des SV Storzingen aufgestellt wurden: „Die Container werden jetzt noch mit Strom versorgt, sodass die Storzinger Dorfjugend und ihre Betreuerinnen wirklich glücklich mit dieser tollen Lösung sind.“