Den geplanten Haushalt für das kommende Jahr hat die Verwaltung in die jüngste Sitzung des Gemeinderats eingebracht. Das Zahlenwerk ist von hohen Investitionen in den Ausbau der Breitbandversorgung, in die weitere Sanierung des Schulzentrums sowie in den Straßenbau geprägt.

Haushaltsentwurf wird derzeit noch weiter fortgeschrieben

Wie Bürgermeister Maik Lehn informierte, sei derzeit noch „vieles im Flusse“, weil gegen Ende des Jahres viele Informationen von allen möglichen Seiten auf die Verwaltung zukämen. Insofern werde der Entwurf derzeit noch tagtäglich fortgeschrieben, meinte das Gemeindeoberhaupt. Ziel sei es, das Zahlenwerk in der Januarsitzung, „spätestens aber im Februar endgültig zu verabschieden“. Wie Kämmerer Ermilio Verrengia im Folgenden wissen ließ, basierten seine Zahlen auf der Steuerschätzung vom vergangenen Mai. Obwohl der Haushalt „auf Kante genäht“ sei, blicke die Verwaltung „vorsichtig optimistisch“ in die Zukunft. Dennoch sei im Ergebnishaushalt – der mit der Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens vergleichbar ist – mit einem Verlust von rund 485 000 Euro zu rechnen. „Die vergangenen zehn Jahre haben wir jeweils ordentliche Gewinne eingefahren, doch diesmal ist mit einem Minus zu rechnen“, so Verrengia. 

Den weiteren Ausbau der Breitbandversorgung lässt sich die Gemeinde im kommenden Jahr rund 2,2 Millionen Euro kosten. Dabei ist mit Landeszuschüssen von rund 868 000 Euro zu rechnen.
Den weiteren Ausbau der Breitbandversorgung lässt sich die Gemeinde im kommenden Jahr rund 2,2 Millionen Euro kosten. Dabei ist mit Landeszuschüssen von rund 868 000 Euro zu rechnen. | Bild: Gerd Feuerstein

Neben den Schlüsselzuweisungen (2,478 Millionen Euro) und den Gewerbesteuern (1,45 Millionen Euro) bezifferte der Kämmerer auch den Einkommenssteueranteil (2,640 Millionen Euro) als „die größten Batzen“, die er bei den ordentlichen Einnahmen verbuchen dürfe. Dagegen schlagen bei den Ausgaben die Sach- und Dienstleistungen (3,079 Millionen Euro), die Kreisumlage (2,044 Millionen Euro) sowie die Personalausgaben (2,014 Millionen Euro) am stärksten zu Buche.

Bei den Realsteuern 2,1 Millionen Euro Einnahmen kalkuliert

Bei den Realsteuern – zu denen neben den Gewerbesteuern auch die Grundsteuer A und B zählen, kalkuliert der Kämmerer mit Gesamteinnahmen von 2,114 Millionen Euro. Im Saldo der Finanzbeziehungen zwischen Gemeinde, Land und Landkreis verbleibe bei der Gemeinde in der Summe ein Defizit von rund 980 000 Euro: „Aufgrund unserer guten Zahlen der Vergangenheit erhalten wir weniger an Zuweisungen und müssen gleichzeitig mehr Umlagen zahlen“. Für die Gemeinde sei diese Entwicklung sehr bedenklich und ein großes Sorgenkind, sagte Bürgermeister Maik Lehn und ergänzte, dass die Gemeinde seit Jahren „mehr abführen muss, als wir tatsächlich kriegen“.

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Im Finanzhaushalt, der die Liquidität der Gemeinde widerspiegelt, kalkuliert der Kämmerer mit Einzahlungen von 12,012 Millionen Euro, denen Auszahlungen von 11,430 Millionen Euro gegenüber stehen: „Damit verbleibt ein Überschuss aus laufender Verwaltungstätigkeit von knapp 582.000 Euro“, stellte er fest. Nach dem Plan wird die Gemeinde im kommenden Jahr rund 5,2 Millionen Euro investieren, wobei durch Zuweisungen und Zuschüsse Einnahmen von 2.6 Millionen Euro zu erwarten sind.

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Somit sei aus den Investitionstätigkeiten ein negativer Saldo von rund 2,6 Millionen Euro zu erwarten, meinte Verrengia: „Wir werden daher um eine Neuverschuldung nicht herum kommen“, stellte er fest und prognostizierte, dass ein Darlehen in Höhe von 1 Millionen Euro erforderlich werde, wodurch der Schuldenstand auf rund 2,386 Millionen Euro ansteige.

Mit geschätzten Kosten von rund 500 000 Euro gehört die Sanierung der Schneckenbergstraße im Ortsteil Storzingen zu den dicken Brocken des Investitionsplanes 2020.
Mit geschätzten Kosten von rund 500 000 Euro gehört die Sanierung der Schneckenbergstraße im Ortsteil Storzingen zu den dicken Brocken des Investitionsplanes 2020. | Bild: Gerd Feuerstein

Nach einer negativen Entwicklung bei den Einwohnerzahlen, die mit der Schließung des Pflegeheims einhergegangen sei, rechne die Verwaltung im kommenden Jahr wieder mit etwas ansteigenden Zahlen, so der Kämmerer, zumal sich die Sache bekanntlich ins Positive kehre. Der Gemeinderat stimmte dem Entwurf einhellig zu.