Der Gemeinderat hat die Elternbeiträge für den Katholischen Kindergarten St. Raphael ab 1. Dezember 2019 neu festgelegt. Dabei wurde das komplette Beitragsmodell geändert. „Wir waren bisher bei 67 Prozent der Beiträge, wie sie vom Städte- und Gemeindetag empfohlen wurden“, informierte Bürgermeisterin Roswitha Beck. Künftig liegt Schwenningen bei 85 Prozent der von den Spitzenverbänden empfohlenen Sätze.

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Das zahlen Familien für Drei- bis Sechsjährige in der Regelgruppe

Der monatliche Beitrag für drei- bis sechsjährige Kinder in einer Regelgruppe oder altersgemischten Gruppe mit Regelöffnungszeiten (33,25 Stunden pro Woche) beträgt bei einem Kind je Familie demnach künftig 117 Euro (bis jetzt: 114 Euro), bei zwei Kindern je Familie 90 Euro (bis jetzt: 87 Euro) und bei drei Kindern je Familie 60 Euro (bis jetzt: 58 Euro). Darüber hinaus gibt es verschiedene Möglichkeiten der Zusatzbetreuung, die individuell kombiniert werden können. Auch hier steigen die Kosten je nach vereinbartem Modell und Anzahl der Kinder je Familie.

Die Kosten bei Ganztagsbetreuung von Drei- bis Sechsjährigen

Eine andere Rechnung wird auf Grundlage der Empfehlung der Erzdiözese Freiburg für die Festsetzung der Elternbeiträge für Drei- bis Sechsjährige in der altersgemischten Ganztagesgruppe aufgemacht. Auch hier entschied sich der Gemeinderat für die Festsetzung auf 85 Prozent der Empfehlung. Das heißt, für diese Kinder müssen ab Dezember bei einem Kind je Familie 293,30 Euro (bisher: 266 Euro), bei zwei Kindern je Familie 217,60 Euro (197 Euro) und bei drei Kindern je Familie 147,90 Euro (bisher: 133 Euro) bezahlt werden.

Deutliche Erhöhungen im Kleinkindbereich

Bei den Betreuungsmodellen für Ein- bis Dreijährige steigen die Beiträge am stärksten. So werden für Kinder, die in der Krippengruppe und der altersgemischten Gruppe mit Regelöffnungszeiten am Vormittag sind, künftig 244,40 Euro (ein Kind je Familie), 181,30 Euro (zwei Kinder) und 123,30 Euro (drei Kinder) fällig. Bisher lagen die Kosten bei einem Kind je Familie bei 139 Euro, bei zwei Kindern bei 112 Euro und bei drei Kindern bei 83 Euro.

Besonders stark fällt die Erhöhung aus, wenn unter Dreijährige die Krippengruppe und altersgemischte Gruppe mit Ganztagesöffnungszeiten besuchen. Wurden bei einem Kind je Familie bislang 337 Euro fällig, sind es künftig 461,90 Euro. Bei zwei Kindern steigen die Kosten von 252 Euro auf 342,70 Euro und bei drei Kindern von 170 auf 233 Euro.

Gemeinde legt jährlich 235 000 Euro drauf

„85 Prozent der Empfehlungen zu verlangen ist für mich in Ordnung“, meinte Bürgermeisterin Roswitha Beck. Mit den Empfehlungen der Spitzenverbände würden etwa 20 Prozent des Defizits durch Elternbeiträge gedeckt. „Derzeit legen wir jedes Jahr beim Kindergarten 235 000 Euro drauf“, erklärte die Rathauschefin. Auch Ratsmitglied Fritz Grad (CDU) stellte fest: „Der Preissprung ist für mich gerechtfertigt, weil die Zahl der unter Dreijährigen gestiegen ist und uns finanziell stark belastet.“

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Mehr Anfragen für Kleinkindbetreuung

Tendenziell gebe es mehr Betreuungsanfragen für Kinder im Alter von einem bis drei Jahren, antwortete die Geschäftsführerin Ina Brehm von der katholischen Verrechnungsstelle Sigmaringen auf die Nachfrage von Gemeinderätin Sabine Welz (CDU). Ina Brehm war in die Sitzung des Gemeinderates gekommen, um über die Bedarfsplanung und aktuelle Entwicklungen zu informieren.

Bürgermeisterin Roswitha Beck (links) und die Geschäftsführerin der katholischen Verrechnungsstelle Ina Brehm in der Gemeinderatssitzung.
Bürgermeisterin Roswitha Beck (links) und die Geschäftsführerin der katholischen Verrechnungsstelle Ina Brehm in der Gemeinderatssitzung.

Kuratorium soll aufgelöst werden

So soll nach ihrer Aussage demnächst das seit Jahrzehnten bestehende Kuratorium, bestehend aus jeweils drei Vertretern der kirchlichen und der politischen Gemeinde, aufgelöst werden. „Die Gemeinderäte und der Stiftungsrat der Kirchengemeinde sollen in die Entscheidungen stärker eingebunden werden“, begründete Ina Brehm diese Planung.

Neue Räumlichkeiten im Pavillon der Schwenniger Schule begeistern

Im Kindergarten St. Raphael gibt es neuerdings vier altersgemischte Gruppen sowie eine neue Gruppe, die im Pavillon der Schwenninger Schule untergebracht ist. „Das Team ist von dem neuen, hellen Raum im Pavillon begeistert“, lobte die Fachfrau der Verrechnungsstelle die Entscheidung des Gemeinderates, diese Räumlichkeit als zusätzlichen Platz zur Verfügung zu stellen.

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Bedarfsplanung bis 2022

Leider könne der Kindergarten aber derzeit keine Kinder von auswärts mehr aufnehmen, stellte Ina Brehm fest. Sie hatte die Bedarfsplanung für die Zeit von September 2019 bis August 2022 vorgestellt, die Kapazitäten für mindestens 59 und höchstens 85 Plätze für sogenannte Regelkinder umfasst. Tatsächlich sind laut ihrer Darstellung im Oktober 2019 Kapazitäten für 52 drei- bis sechsjährige (Regel-)Kinder und für 19 ein- bis dreijährige Kinder vorhanden. Von den 19 Plätzen der Kita sind derzeit 15 belegt, sodass noch vier Plätze frei wären.

Obwohl die Gemeinde mittlerweile 90 Prozent des Defizits des Kindergartens finanzieren müsse, sei sie froh, dass man in Schwenningen diesen kirchlichen Hort habe, stellte die Bürgermeisterin fest.