Es ist nun schon der elfte Großcontainer, den der Verein mit medizinischer Ausrüstung und Hilfsgegenständen beladen hat, die in Kliniken in Gambia dringend benötigt werden. "Eigentlich wollten wir ja schon am Samstag verladen", berichtet Roland Schindler bei einem Besuch des SÜDKURIER. Doch daraus sei nicht geworden, denn am Freitagabend um 18.45 Uhr sei klar gewesen, dass kein Container angeliefert werde. Aus diesem Grund musste alles auf den Dienstagmittag der vergangenen Woche verschoben werden. Die Ankunft des Containers sei auf 16 Uhr festgelegt gewesen: "Nicht einfach, da die meisten unserer Helfer um diese Zeit ja noch arbeiten", berichtet Schindler. Dass dennoch fast alle mit dabei waren, und das so kurzfristig, das hat die Schindlers mächtig gefreut: "Wir haben schon ein tolles Verladeteam zusammen", strahlt Gudrun Schindler.

Das Meiste ist geschafft. Da hat das Team um Roland und Gudrun Schindler (mittlere Reihe, von links) gut lachen und sich eine kleine Pause verdient.
Das Meiste ist geschafft. Da hat das Team um Roland und Gudrun Schindler (mittlere Reihe, von links) gut lachen und sich eine kleine Pause verdient. | Bild: Gerd Feuerstein

Denn was die Helfer bis dahin schon geleistet hatten, konnte sich sehen lassen. Schon bevor der Container eintraf, wurden Kisten und Kartons, Fahrräder und Matratzen auf der Verladerampe bereit gestellt. Schließlich galt es einmal mehr, die Gerätschaften platzsparend zu stapeln und möglichst viel Material im Container unterzubringen. Neben allerlei Praxisausstattungs-Möbeln und Friseureinrichtung wurden Rollstühle, Gehhilfen und Rollatoren verstaut. Dazu etliches an Spritzen, Kanülen, Skalpellklingen, chirurgische Instrumente, Verbandsmaterial und anderes. "Dinge für unsere Diabetiker-Familien wie Matratzen, Lattenroste, Fahrräder, Stühle, Tische, Couchgarnituren, Schränkchen und dergleichen gehören halt einfach auch dazu", erwähnt Roland Schindler. Umso mehr seien die Packer gefordert, alles unterzubringen. "Weil wir jeden Quadratzentimeter des Containers nutzen wollen", ergänzt seine Frau und freut sich am Ende mächtig, weil, wie sie sagt: "Wir alles drin haben, was auf der Wunschliste gestanden ist".

Ein Blick in die Lagerhalle zeigt, dass es viel zu tun gibt.
Ein Blick in die Lagerhalle zeigt, dass es viel zu tun gibt. | Bild: Gerd Feuerstein

"Im nächsten Jahr werden wir noch mal einen Großcontainer mitnehmen, aber dann machen wir damit Schluss", kündigen die Schindlers an. Jedes Mal würden Minimum vier bis fünf Tage benötigt, um in Gambia alles Material zu sortieren und an Ort und Stelle zu bringen. "Der Aufwand ist immens", unterstreichen sie und berichten, dass sie die gewonnene Zeit nutzen wollen, um Schulungsmaßnahmen für Diabetiker auszuweiten. Mit den Spendengeldern würde künftig mehr Insulin gekauft. "Für jeden Diabetiker benötigen wir fünf- bis sechshundert Euro pro Jahr", unterstreicht der Vorsitzende. Und die Zahl der insulinpflichtigen Diabetiker in Gambia wachse stetig an: "Wir haben den Eindruck, dass viele medizinischen Einrichtungen im Land ihre Patienten inzwischen in die Pakala-Klinik nach Banjul zu Dr. Gaye schicken." Wie Schindler informiert, habe sich das Land nach dem Präsidentenwechsel im Januar 2017 noch nicht erholt. Den Menschen gehe es wirtschaftlich noch nicht besser – immerhin seien die Preise stabil. Insofern seien viele auf Hilfe von außen angewiesen, in deren Namen "wir all unseren Spendern, Freunden und Unterstützern umso mehr danken müssen", so das engagierte Paar.

Weitere Informationen

  • Gudrun und Roland Schindler werden mit Iris und Hermann Schreiyäck sowie Christa de Rossi ab dem 11. Mai wieder für drei Wochen in Gambia sein, um die Hilfsgüter vor Ort wieder persönlich zu verteilen und in die richtigen Familien zu bringen. Auf dem Hinflug werden sie auch den Halbjahresbedarf an Insulin für mittlerweile 25 Diabetiker mitführen.
  • Das "Diabetes-Projekt The Gambia" wurde 2007 aus der Taufe gehoben und hat inzwischen 190 Mitglieder. Vorsitzender ist Roland Schindler, Telefon 0 75 73/95 81 13, E-Mail: schindler@diabetes-projekt-gambia.de. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 25 Euro.
  • Spendenkonto: IBAN DE 07 6539 0120 0067 1170 07 bei der Volksbank Albstadt. Über den Verein kann eine Patenschaft für einen Diabetiker in Gambia übernommen werden. (gfe)