Nach rund dreimonatiger Vakanz hat Pater Stefan Havlik Anfang Oktober die Nachfolge von Jürgen Stahl als katholischer Militärpfarrer in der Stettener Kaserne angetreten. Jetzt wurde der Pater vom Leiter des katholischen Militärdekanats München, Militärdekan Artur Wagner, offiziell in sein Amt eingeführt. Dem Empfang im Soldatenheim Haus Heuberg ging ein feierlicher Gottesdienst in der Stettener Pfarrkirche St. Mauritius voraus.

Neben zahlreichen Soldaten, Zivilbediensteten und politischen Größen der Standorte Stetten, Pfullendorf und Meßstetten waren auch Vertreter des Deutschen Ordens und viele Mitbrüder aus der Militärseelsorge der Einladung gefolgt. Auch zahlreiche Kollegen aus dem Dekanat Sigmaringen-Meßkirch wohnten der Investitur des neuen Militärpfarrers bei.

Eine Abordnung der bayerischen Gebirgsschützenkompanie "Gotzinger Trommel" machte ihrem Kuraten Stefan Havlik zur Investitur als Militärpfarrer die Aufwartung.
Eine Abordnung der bayerischen Gebirgsschützenkompanie "Gotzinger Trommel" machte ihrem Kuraten Stefan Havlik zur Investitur als Militärpfarrer die Aufwartung. | Bild: Gerd Feuerstein

Neubrandt: schon zigfach "Notnagel" in verschiedenen Gemeinden

Dekan Christoph Neubrandt wertete dies als Zeichen, dass Pater Havlik längst im Dekanat angekommen sei. Er habe hier schon zigfach als "Notnagel" in verschiedenen Gemeinden gewirkt. Der Leitende Militärdekan nahm Pater Stefan Havlik den Amtseid ab. "Wer in den Dienst der Militärseelsorge tritt, tritt auch in den Dienst unseres Heimatlandes", sagte Wagner, bevor er Pater Havlik das Kreuz der Militärseelsorge und die dazugehörige Stola überreichte.

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In seiner Predigt stellte der neue Militärgeistliche die Frage, welche "Rüstung Gottes die Militärseelsorge heutzutage den Soldaten mit auf den Weg geben" könne. Vor dem Hintergrund, dass sich die Bundeswehr längst von der reinen Friedensarmee zur Einsatzarmee gewandelt habe, sei diese Frage aktueller denn je und stelle auch die Militärseelsorge vor neue Herausforderungen.

"Freiheit muss immer wieder aufs Neue verteidigt werden"

Zwar sei der Begriff der Freiheit für viele längst selbstverständlich geworden, doch müsse diese – genauso wie das europäische Wertesystem – immer wieder aufs Neue verteidigt werden. Begriffe wie Wahrheit und Heimat zählten zu den Werten, deren Einhaltung und Vermittlung zu den Aufgaben der Militärseelsorge gehöre. Die Lacher hatte Havlik auf seiner Seite, als er eine Weisheit von Pater Clemens Maria Pieper zitierte, der als höchster Vertreter des Deutschen Ordens persönlich zugegen war: "Das Unwichtigste an einer heiligen Messe ist die Predigt." Daher wolle er schnell zum Ende kommen.

Pater Stefan Havlik (Zweiter von links) galten die besten Wünsche (von links) des Standortältesten Oberst Jochen Gumprich, seines evangelischen Kollegen Hans Wirkner und von Bürgermeister Maik Lehn.
Pater Stefan Havlik (Zweiter von links) galten die besten Wünsche (von links) des Standortältesten Oberst Jochen Gumprich, seines evangelischen Kollegen Hans Wirkner und von Bürgermeister Maik Lehn. | Bild: Gerd Feuerstein

Der Messe schloss sich ein Empfang im Soldatenheim Clubhaus Heuberg an, bei dem neben dem Standortältesten Oberst Jochen Gumprich auch Bürgermeister Maik Lehn, der evangelische Militärgeistliche Hans Wirkner sowie der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Hauptfeldwebel Stephan Mogg, das Wort ergriffen. Sie gaben Pater Stefan Havlik gute Wünsche mit, die ihn auf seinen Wegen und bei seinen Taten begleiten mögen.