"Dazu kann ich nichts sagen." Dieser für einen Politiker eher ungewöhnliche Satz stammt von der bündnisgrünen Landtagsabgeordneten Andrea Bogner-Unden. Die Parlamentarierin für den Wahlkreis Sigmaringen verbrachte jüngst zwei Stunden im Schulzentrum. Schüler, Eltern und Lehrer hatten ebenso wie Bürgermeister Maik Lehn Gelegenheit, die Abgeordnete mit der Situation an der Heuberg-Basis vertraut zu machen.

Erste Station war in der Aula eine Fragerunde der Lerngruppen neun und zehn. Die Jugendlichen hatten sich im Gemeinschaftskundeunterricht zusammen mit ihrem Lehrer Roman Rebsam auf den Besuch der Abgeordneten vorbereitet. Das zeigten die teils auch kritischen Fragen. Der eingangs zitierte Satz war die Reaktion Bogner-Undens auf die Frage eines Schülers nach einem Detail aus dem Fischereirecht. Die Abgeordnete erklärte, dass in einer Landtagsfraktion nicht jeder Abgeordnete über jedes Detail aus einem Fachgebiet Bescheid wisse. Dafür gebe es die Spezialisten. An erster Stelle der Schülerfragen stand die Sicherheitslage in Sigmaringen. Bogner-Unden verwies darauf, dass sie seit einiger Zeit mit den Verantwortlichen in Stuttgart und Sigmaringen in Kontakt stünde. Die Abgeordnete: "Die jetzt vom Innenminister vorgestellten Richtlinien, gehen auf meine Initiative zurück." Sie kritisierte, dass zur Vorstellung der Richtlinien nur CDU-Abgeordnete eingeladen worden wären. Die Abgeordnete vermutete: "In Sigmaringen ist bald Bürgermeisterwahl. Vielleicht wollte Innenminister Thomas Strobl in diesem Zusammenhang Werbung für die CDU machen."

Sie informieren Andrea Bogner-Unden (rechts) über die Arbeit der Schülermitverwaltung am Schulzentrum (von links): Amelie Glattes, Julian Ruf, Marie Neusch, Marius Wolf und Marius Graf.
Sie informieren Andrea Bogner-Unden (rechts) über die Arbeit der Schülermitverwaltung am Schulzentrum (von links): Amelie Glattes, Julian Ruf, Marie Neusch, Marius Wolf und Marius Graf. | Bild: H.-P. Steinmüller

Entschieden wies die Politikerin eine Vermutung zurück, die Rebsam formulierte. Demnach könnte die Bekanntgabe der Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke von Albstadt nach Sigmaringen durch Andrea Bogner-Unden ein Ausgleich dafür gewesen sein, dass sie im Zusammenhang mit den Sicherheitsrichtlinien für Sigmaringen nicht genannt worden sei. Die Abgeordnete wies Vermutungen dieser Art zurück und betonte: "Das sind zwei völlig verschiedene Themen, die nichts miteinander zu tun haben."

Nach einem Rundgang durch das Schulgebäude zusammen mit Bürgermeister Mail Lehn und Schulleiter Klaus Flokerzie trafen sich Vertreter der Schülermitverwaltung (SMV), des Elternbeirats, des Fördervereins und der Lehrerschaft zu einer Gesprächsrunde. Dabei erhielten die SMV-Vertreter von Andrea Bogner-Unden viel Anerkennung für ihre in einer Klausurtagung formulierten Vorschläge. Dazu gehört unter anderem ein Kinotag. Bogner-Unden: "Ich finde solche Initiativen super, weil bei Aktionen dieser Art die ganze Schule mitmacht."

Andrea Bogner-Unden

konnte wegen anderer Terminverpflichtungen am Tag der offenen Tür am 2. März nicht ins Schulzentrum nach Stetten a.k.M. kommen. Ihr CDU-Kollege Klaus Burger hatte den Termin ebenso wahrgenommen, wie Andreas Stoch, der ehemalige Kultusminister und heutige SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag. Wie Klaus Flokerzie im SÜDKURIER-Gespräch sagte, habe Bogner-Unden zusammen mit der Entschuldigung versprochen, diesen Besuch so bald wie möglich nachzuholen. Dieser "Nachhol-Besuch" war nun am Montag. (hps)