Für sie lohnt sich wegen der Entfernung zum Wohnort die tägliche Autofahrt nicht. Deswegen hat die Winterlinger Bank zwei ehemalige Wohnblocks in der Nähe der Kaserne modernisiert und zu Pendler-Wohnungen für die Militärs umgebaut. Die Nachfrage nach diesen WG-Wohnungen und Einzelzimmern ist nach Auskunft der Winterlinger Bank sehr gut. Auch Privatvermieter wie der Stettener Geschäftsmann Friedrich Pfeiffer haben keine Probleme, ihre Apartments zu vermieten.

Judith Niemczewski ist bei der Winterlinger Bank für die Vermietung der Apartments und der WG-Zimmer verantwortlich. In den beiden umgebauten Wohnblocks befinden sich derzeit 76 Pendlerwohnungen. Niemczewski sagt: "Das sind 28 Apartments, also Einzelzimmer und 48 WG-Zimmer". WG stehe für Wohngemeinschaft. Das bedeutet, die Bewohner von drei Zimmern teilen sich eine Küche und ein Badezimmer. Die Nachfrage, so beschreibt die Sachbearbeiterin, sei sehr gut. Es herrsche immer ein Kommen und Gehen.

Normalerweise gibt es eine Warteliste. Derzeit stehen in den Gebäuden indessen auch einige Räume frei. Dazu sagt Niemczewski: "Das wird sich zum 1. April, wenn neue Soldaten kommen, mit Sicherheit wieder ändern." Sie rechnet mit einem Ansturm von Soldaten aller Dienstränge.

Bei der Bundeswehr gibt es im Dienstleistungszentrum ein extra Büro, dessen beide Mitarbeiterinnen für die Vermittlung von Wohnraum für Soldaten zuständig sind. Im SÜDKURIER-Gespräch unterstreicht der kommissarische Leiter der Behörde, Andreas Lenz, die Bedeutung der Pendler-Wohnungen für die auswärtigen Soldaten.

Doch es gibt auch noch andere Möglichkeiten für die Angehörigen der Bundeswehr, in der Garnisonsgemeinde ein Zimmer zu finden. Zu den privaten Vermietern in der Gemeinde zählt so der Optiker Friedrich Pfeiffer. "Es sind drei Apartments und eine große Wohnung", berichtet der Geschäftsmann. Seine Mieter seien gegenwärtig nur Militärs. Er bestätigt die Aussagen der Bankmitarbeiterin: "Die Apartments sind 30 bis 40 Quadratmeter groß und sehr nachgefragt. Da hatte ich noch nie Leerstände." Der Stettener vermietet seit 1990 hauptsächlich an Militärs. Auch in der Wohnung lebt derzeit eine Bundeswehrfamilie.

"Soldaten sind angenehme und pflegeleichte Mieter" .Friedrich Pfeiffer, Vermieter, Stetten a.k.M.
"Soldaten sind angenehme und pflegeleichte Mieter." Friedrich Pfeiffer, Vermieter, Stetten a.k.M.

Wenn ein Apartment leer steht, dann wendet sich Pfeiffer an die beiden Sachbearbeiterinnen im Dienstleistungszentrum der Bundeswehr. Seine Erfahrung mit diesen Nachfragen ist positiv. Denn er sagt: "Spätestens nach zwei, drei Tagen sind die ersten Nachfragen da." Bei den letzten beiden Apartments haben es ihm die Soldaten einfach gemacht und einen Kameraden als Nachmieter vorgeschlagen. Seine Erfahrungen mit den uniformierten Mietern sind positiv. Er formuliert es so: "Soldaten sind angenehme Mieter. Ein Drittel der Mietzeit sind die gar nicht da, weil sie im Auslandseinsatz sind oder Lehrgänge besuchen." Es habe, sagt Pfeiffer, dabei noch nie irgendwelche größeren Probleme mit seinen Mietern gegeben.

 

Ähnlich wie Studentenwohnheim

Zum Konzept der Pendlerwohnungen und den Überlegungen für neuen Wohnraum:

  • Die Gemeindeverwaltung hatte die ehemaligen Feldwebelwohnungen gegenüber des Soldatenheims von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) erworben und sie unmittelbar danach an die Winterlinger Bank weiter veräußert. Vor dem Hintergrund des starken personellen Aufwuchses des Bundeswehrstandorts und des damit einhergehenden steigenden Bedarfs an Pendlerwohnungen hatte sich das Geldinstitut in Zusammenarbeit mit der Gemeinde bereit gefunden, das Bauprojekt zu übernehmen. Ähnlich wie Studentenwohnheime konzipiert, sollten in den Appartements und WG-Zimmern bis zu 76 Personen ein Zuhause finden. Es entstanden 28 Einzelappartements und 48 WG-Zimmer, die zwischen elf und 26 Quadratmeter groß sind. Je nach Größe der Appartements sollten diese zwischen 300 und 465 Euro pro Monat kosten, während für die WG-Zimmer zwischen 225 und 390 Euro Miete anfallen sollten. Sämtliche Wohneinheiten sind möbliert und werden ausgestattet vermietet. Nebenkosten wie Müll, Wasser, Heizung, Strom, Internetanschluss und Hausmeister-Dienste sind in den Preisen enthalten. Mit Ausnahme des Rundfunkbeitrags, der aus mietrechtlichen Gründen nicht vom Vermieter gezahlt werden dürfe, weiß daher jeder Mieter, welche Kosten auf ihn zukommen.
  • In der Vergangenheit gab es in der Gemeinde auch schon die Überlegung, ob in den Bahnhof in Storzingen weitere Pendlerwohnungen kommen sollten. (mos)