In einer vierseitigen Stellungnahme hat der Gemeinderat Stellung zur "Fortschreibung der Planansätze zu Rohstoffabbau und Rohstoffsicherung des Regionalplanes Bodensee-Oberschwaben" bezogen. Dabei sprach sich das Gremium gegen die Gebiete "Mittelberg" bei Thiergarten und "Stetten 1" nördlich von Nusplingen aus. Allenfalls im Gebiet "Stetten 3", östlich von Storzingen, anerkennt das Gremium eine mögliche Abbauoption.

Keine Vereinbarkeit mit Regionalplan

In ihrer Stellungnahme begrüßen Verwaltung und Gremium, dass das Gebiet "Stetten 2", bei Oberglashütte, aufgrund seiner Lage in einem schutzbedürftigen Gebiet für die Wasserwirtschaft nicht in den Entwurf des Regionalplans aufgenommen wurde. In Sachen "Mittelberg" bei Thiergarten hatte der Gemeinderat bereits vor zwei Jahren klar Position bezogen, und den dortigen Kalkabbau abgelehnt, und seine Ansicht nun noch einmal bekräftigt. So ließen sich die zu erwartenden Durchfahrungen mit Schwerlastverkehr durch das Ortszentrum Stetten am kalten Markt und seine Ortsteile nicht mit den Planungsgrundsätzen des Regionalplans vereinbaren.

"Massive Gefährdungssteigerungen"

Ferner würde die unfallträchtige Landstraße 197 zwischen Thiergarten und Stetten durch den zusätzlichen Schwerlastverkehr eine "massive Gefährdungssteigerungen" erfahren. Auch erscheine die Nutzbarkeit der an mehreren Stellen sehr engen Straße durch das Donautal in Richtung Sigmaringen nicht realistisch bewertet. Der Mittelberg sei von naturschutzrechtrechtlicher Schutzkulissen umgeben und liege in einem Gebiet, das aufgrund seiner ökologischen Wertigkeit einen besonderen Schutz genieße. "Ein Eingriff in solch hochsensible Naturräume kann in der Abwägung der Erforderlichkeiten und möglicher Alternativen nur unverhältnismäßig beziehungsweise untragbar sein", formulierte das Gremium.

Unkalkulierbare Probleme

Auch der Standort "Stetten 1" ist für die Gemeinderäte als untragbar anzusehen. Alleine die Nähe zur Ortsbebauung Nusplingen würde wegen zu erwartender Beeinträchtigungen durch Sprengungen und Immissionen unkalkulierbare Probleme aufwerfen. Auch der komplett über Storzingen zu erwartende Abtransport des Materials bringe Probleme mit sich, zumal der Bahnhof Storzingen ein wichtiger Knotenpunkt der Schülerbeförderung sei, so dass ein starker Schwerlastverkehr zur erhöhten Gefährdung von Schülern führe. Bereits mit der Ablehnung von beantragten Probebohrungen habe der Gemeinderat nach reiflicher Überlegung ein Zeichen gesetzt, dass die Gemeinde eine Abbaustätte in diesem Bereich für untragbar erachtet und deshalb entschieden ablehnen muss.

Im nördlichen Bereich des Mittelbergs bei Thiergarten könnte hinter dem bestehenden Steinbruch der Abbau von hochreinen Kalken in Angriff genommen werden. Der Stettener Gemeinderat sprach sich nun erneut gegen diese Abbauoption aus.
Im nördlichen Bereich des Mittelbergs bei Thiergarten könnte hinter dem bestehenden Steinbruch der Abbau von hochreinen Kalken in Angriff genommen werden. Der Stettener Gemeinderat sprach sich nun erneut gegen diese Abbauoption aus. | Bild: Gerd Feuerstein

Vor dem Hintergrund, dass sich die Kommune ihrer besonderen Verantwortung bewusst sei, und sich dem Abbau von seltenen Rohstoffen auf ihrem Gebiet nicht aus Prinzip verschließen könne, ließ der Gemeinderat eine Entscheidung für das Gebiet "Stetten 3", östlich von Storzingen offen. Allerdings gestand das Gremium zu, dass die für die beiden anderen Standorte benannten Probleme an diesem möglichen Standort nicht in dieser Ausprägung und Brisanz gesehen würden.

Keine abschließende Position

Weil gewichtige Aspekte wie beispielsweise Auswirkungen auf die Landwirtschaft, Ökologie, Eingriffe durch zu schaffende Erschließung und dergleichen noch nicht ausreichend untersucht seien, sah sich das Gremium allerdings außerstande, eine abschließende oder gar befürwortende Position zu beziehen.