Der Stettener Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Haushalt des Interkommunalen Gewerbe- und Industrieparks Graf-Stauffenberg (IGGS) für das Jahr 2018 abgesegnet, dabei überplanmäßigen Ausgaben in Höhe von 4750 Euro zugestimmt und Bürgermeister Maik Lehn ermächtigt, in der Verbandsversammlung des IGGS der vorliegenden Haushaltssatzung zuzustimmen.

Sigmaringen rechnet ab

Rückblick: Vor dem Hintergrund des Abzugs der Bundeswehr aus der Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen haben sich im vergangenen Jahr insgesamt neun Kommunen des Landkreises zusammen geschlossen, um auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne ein interkommunales Gewerbegebiet zu entwickeln. Neben den Städten Sigmaringen und Scheer schlossen sich auch die Gemeinden Bingen, Sigmaringendorf, Inzigkofen, Krauchenwies, Schwenningen, Beuron und Stetten am kalten Markt dem Zweckverband an, dessen Verbandssatzung am 15. Juni des vergangenen Jahres in Kraft getreten war. Zur Erledigung seiner Aufgaben bedient sich der Verband des Personals der Stadt Sigmaringen, wobei die Kostenerstattung über eine Dienstleistungsvereinbarung mit der Stadt Sigmaringen abgerechnet wird.

Betriebskostenumlage von 197 500 Euro

Für das Jahr 2018 sieht der Haushalt eine Betriebskostenumlage von insgesamt 197 500 Euro vor, wovon die Gemeinde Stetten am kalten Markt gemäß ihrem zehnprozentigen Anteil am Verband 19 750 Euro zu leisten hat. Nachdem bislang lediglich 15 000 Euro veranschlagt und auch überwiesen waren, war es für das Gremium kein Problem, die zusätzlichen Ausgaben in Höhe von 4750 Euro abzusegnen. Deutlich mehr Sorgen bereitete den Räten kursierende Gerüchte und angeblich laufende Prüfungen der Bundeswehr, den Standort Sigmaringen womöglich wieder zu aktivieren. So zeigte Ratsherr Günther Töpfer (CDU) zwar einerseits Verständnis für die Überlegungen, machte aber andererseits deutlich, dass der am Rande des Truppenübungsplatz Heuberg liegende Standort Meßstetten deutlich einfacher zu reaktivieren sei: „Dort ist man mit den Überlegungen zur Konversion noch lange nicht so weit wie wir“, sagte Töpfer.

Planungen weit fortgeschritten

In Sigmaringen seien die Planungen zur Nachnutzung des Kasernengeländes dagegen schon weit fortgeschritten und man habe bereits „viel Geld in die Hand genommen“. Alleine für die Beauftragung eines Fachplaners seien 200 000 Euro aufgewendet worden, bemerkte er. In Anbetracht der fortgeschrittenen Aktivitäten zur Erschließung des gemeinsamen Industrie- und Gewerbeparks war sich Töpfer sicher, dass es "den Kollegen in Meßstetten gewiss leichter fällt, die Kaserne wieder zu aktivieren". Dem konnten Bürgermeister Maik Lehn und die übrigen Ratskollegen nur zustimmen. „Ich kann das nur untermauern“, unterstrich Lehn. So hätten die beteiligten Kommunen gegenüber der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA)schon vielfach zum Ausdruck gebracht, dass „wir und neu positionieren und aufstellen wollen“. Leider käme man derzeit aber überhaupt nicht weiter.