Stetten a.k.M. – Um die Schlagkraft der Stettener Feuerwehren braucht man sich gegenwärtig wenig Sorgen zu machen. Sowohl was die Ausbildung als auch den Altersdurchschnitt und die Professionalität der Einsatzkräfte anbelangt, zeigte sich Gesamtkommandant Wolfgang Neusch bei der Hauptversammlung aller Stettener Feuerwehrabteilungen rundweg zufrieden: „Ich denke wir dürfen auf unsere Arbeit, die erzielten Ergebnisse und die gezeigte Einsatzbereitschaft schon ein wenig stolz sein“, zog Neusch ein überaus positives Fazit.

Und das mit Recht: Denn hinter den Wehrmännern lag mit insgesamt 40 charfen Einsätzen „ein Rekordjahr“, das den Einsatzkräften eine ganze Menge abverlangt hatte. Manche Einsätze hätten die Truppe „nicht nur zeitlich sondern auch psychisch“ enorm belastet, sagte Neusch und erinnerte an schwere Verkehrsunfälle und einen Hundebiss mit Todesfolge, deren schlimme Bilder sich in den Köpfen der Einsatzkräfte festsetzten und „von jedem Einzelnen verkraftet werden müssen“. Gerade für die jüngeren Kräfte seien derartige Einsätze extrem belastend, wenn sie zum ersten Mal damit konfrontiert würden. In diesem Zusammenhang sei die Betreuung durch die Notfallseelsorge von unschätzbarem Wert, unterstrich Neusch.

Deren Personalstand und das gesamte Einsatzspektrum hatte Pfarrer Edwin Müller aufgezeigt. Zu 178 Einsätzen wurden die Notfallseelsorger im vergangenen Jahr gerufen, waren alleine bei 55 Einsätzen mit mehreren Kräften vor Ort. Dabei reichte die Bandbreite von häuslichen Arbeits- und Freizeitunfällen mit Todesfolge, über Suizide, erfolglose Reanimationen, Betreuung nach Verbrechen bis hin zu Verkehrsunfällen, Brand- und Unwettereinsätze oder das Überbingen von Todesnachrichten zusammen mit der Polizei. Mit Applaus nahm die Versammlung zur Kenntnis, dass Kommandant Wolfgang Neusch mit Monika Rueß per Handschlag eine neue Notfallseelsorgerin in den Reihen der Stettener Wehr aufnehmen und verpflichten konnte, die in den kommenden Monaten ihre Ausbildung an der Feuerwehrschule in Bruchsal abschließen werde.

Das gesamte Übungs- und Einsatzspektrum der Stettener Wehren hatte Schriftführer Peter Klett in Erinnerung gerufen und auch der Vertreter der Altersmannschaft Arnold Sieber hatte eine ganze Menge zu berichten. Starke Beachtung fanden allerdings die Ausführungen von Jugendwart Joachim Lemke, dessen Nachwuchs sich mehr und mehr zur Vorzeigetruppe entwickelt. Angefangen mit wenigen, haben er und seine achte Jugendbetreuer nun 33 Kinder und Jugendliche, davon zehn Mädchen, im Alter von neun bis 15 Jahren unter ihren Fittichen. „Wir haben im letzten Jahr wieder zehn Neuzugänge zu verzeichnen“, freute er sich. Von der Teilnahme an Wettkämpfen und Ausstellungen, Hauptübungen und Stettener Oktober bis hin zur fordernden 24-Stunden-Übung und dem erfolgreichen Ablegen des Abzeichens „Jugendflamme 1“ reichte die Palette der Aktivitäten.

Für ihre ständige Einsatzbereitschaft während des ganzen Jahres durften die Rettungskräfte ein dickes Lob aus berufenem Munde entgegennehmen. Sowohl Bürgermeister Maik Lehn als auch Kreisbrandmeister Michael Hack attestierten den Blauröcken „professionelle Arbeit in jeder Hinsicht“. Lehn sicherte den Wehren auch zukünftig die Unterstützung der Gemeinde zu.

Eine Welle der Sympathie ging durch den Saal, als das Gemeindeoberhaupt und der Kreisbrandmeister langgediente Feuerwehrmänner für ihren jahrzehntelangen aktiven Dienst im Namen des Landes auszeichneten. Unter den ehrenvollen Klängen der Stettener Feuerwehrkapelle durfte sich dabei Johann Seßler von der Abteilung Frohnstetten, und Herbert Wondrak und Jürgen Herrmann für seinen 40-jährigen aktiven Dienst über das goldene Feuerwehrehrenzeichen freuen.

Stettener Feuerwehr

  • Der Gesamtwehr stehen derzeit 149 aktive Einsatzkräfte zur Verfügung. (Stetten am kalten Markt: 59, Frohnstetten: 29, Glashütte: 34, Storzingen: 27). Weitere 71 sind in der Altersmannschaft und 33 Nachwuchskräfte gehören derzeit der Jugendfeuerwehr an.

„Das ergibt eine Gesamtstärke von 253 Angehörigen, was für eine Gemeinde unserer Größenordnung wirklich noch eine stattliche Anzahl ist“, freute sich Kommandant Wolfgang Neusch über diese Entwicklung. Überdies sei die Verteilung in den Altersgruppen absolut ausgewogen, sodass eine Überalterung der Stettener Wehren nach dessen Einschätzung „derzeit nicht akut“ sei.

  • Feuerwehrkommandant ist Wolfgang Neusch, Brühlstraße 7/1, 72510 Stetten a.k.M., Telefon 0 75 73/20 70, E-Mail: wolfgang@wm-neusch.de