In einem Waldstück entlang der Landstraße zwischen Frohnstetten und Kaiseringen wird kurz vor Mittag des 3. September 2018 eine Babyleiche gefunden. Fieberhaft sucht die Kriminalpolizei seither nach der Mutter. Bislang allerdings ergebnislos. Aktuell wurde der Fall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ aufgegriffen, worauf zahlreiche Hinweise eingingen: „Eine heiße Spur ist bislang jedoch noch nicht erkennbar“, so Pressesprecher Markus Sauter vom Polizeipräsidium Konstanz gegenüber dem SÜDKURIER.

Ausführlich zeichnet die beliebte Fernsehsendung von Rudi Cerne den Frohnstetter Kriminalfall nach, der Menschen aus der Region und weit darüber hinaus seit nahezu einem Jahr beschäftigt. Die Obduktion der Babyleiche ergibt, dass die Mutter des Kindes Drogen- und Medikamentenabhängig war: „Neben harten Drogen wurden auch verschiedene Medikament festgestellt“, erklärte Erster Kriminalkommissar Siegfried Kromer von der Kripo Sigmaringen in der Sendung.

Hoffnung auf Mediziner

Darunter seien auch Neuroleptika mit dem Wirkstoff „Clozapin“ gewesen, ein Mittel das nur auf ärztliche Anweisung angewandt werden darf und während dessen Einnahme Patienten „strengstens überwacht werden“ müssen, wie Kromer erklärte. Und genau das ist der Ansatz, von dem sich die Kripo neue Erkenntnisse verspricht. Denn Nachforschungen in Apotheken, Krankenhäusern, Arztpraxen und dergleichen in der Region verliefen bislang erfolglos. Ebenso erhoffen sich die Beamten weitere Hinweise zu den gefunden Gegenständen wie dem großen Badetuch und der roten Papiertüte des Tailfinger Textilunternehmens „con-ta“.

In dieses Handtuch war die Babyleiche eingewickelt.
In dieses Handtuch war die Babyleiche eingewickelt. | Bild: Polizei

Wie Pressesprecher Markus Sauter gegenüber dem SÜDKURIER am erklärte, seien in der Tat zahlreiche Hinweise eingegangen: „Sowohl direkt im Studio in München als auch beim Kriminalkommissariat in Sigmaringen sind jeweils zwischen 40 und 50 Anrufe eingegangen“, so Sauter.

Diese Tüte wurde am Fundort gefunden.
Diese Tüte wurde am Fundort gefunden. | Bild: Polizei

Auch im Nachlauf kämen noch zahlreiche Hinweise, so dass erst im Laufe des Freitags ein umfassendes Resümee gezogen werden könne. Noch seien nicht alle Hinweise abgearbeite. Ein Großteil der Hinweise ziele auf Vorschläge ab, „wie man neue Ermittlungsansätze generieren“ könne. Mit der bisherigen Resonanz sei man „hoch zufrieden“.

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