Es tut sich was in Sachen Pflegeheim. War der Schock nach Bekanntgabe der Schließung des Ameos-Pflegehauses Silberdistel im November noch groß, scheint sich aktuell eine Lösung anzubahnen. So soll der Stettener Gemeinderat bei seiner Sitzung am Montag einer Änderung des Bebauungsplans „Im Kleebühl“ zustimmen und einen Aufstellungsbeschluss zum Neubau eines Pflegezentrums fassen.

Bürgermeister: „vom Thema eiskalt erwischt“

Zur Erinnerung: Völlig unerwartet war Anfang November die Nachricht gekommen, dass das Pflegehaus Silberdistel Ende 2019 schließt und der Betreiber sich aus der Heuberggemeinde zurückzieht: „Wir wurden von diesem Thema wirklich eiskalt erwischt“, musste seinerzeit selbst Bürgermeister Maik Lehn in ersten Reaktionen einräumen. Weder Gemeinderat noch Verwaltung hätten „je mit so was gerechnet“. Wie der Bürgermeister seinerzeit erklärte, habe man sofort nach Bekanntwerden der Entscheidung das Gespräch mit Investoren und Interessenten gesucht.

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Offenbar neues, größeres Pflegezentrum geplant

Wie den Sitzungsunterlagen für die Gemeinderatssitzung am kommenden Montag zu entnehmen ist, soll wohl in absehbarer Zeit das bisherige Gelände des Pflegeheims großzügig erweitert werden. Geplant ist laut der Vorlage, dass auf der neu hinzukommenden Fläche ein neues Pflegezentrum entsteht, während das Haus Silberdistel zum Betreuten Wohnen umgebaut werden soll.

Bebauungsplan muss dafür geändert werden

Um den Weg für das Vorhaben zu ebnen, muss der Gemeinderat zunächst Änderungen des für den Bereich geltenden Bebauungsplans „Im Kleebühl“ in die Wege leiten. Die Ziele und Zwecke der neuen Planung werden in der Sitzungsvorlage folgendermaßen definiert: „Aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung nimmt im Allgemeinen der Bedarf an altersgerechten Wohnungen sowie Pflegeeinrichtungen zu. In Stetten am kalten Markt ist dieser Bedarf durch die Schließung des alten Pflegeheims deutlich gestiegen. Daher beabsichtigt die Gemeinde westlich der Ortskernbebauung zwischen der Albstraße und der Schwenninger Straße den Umbau des ehemaligen Pflegeheims zum Betreuten Wohnen und Neubau eines Pflegezentrums. Alternative Standorte bestehen nicht.“

Fläche wird derzeit noch als Gründland genutzt

Wie weiter dargelegt ist, wird die geplante Erweiterungsfläche derzeit landwirtschaftlich als Grünland genutzt. Die auf dem Grundstück bestehende Hochspannungsleitung müsse im Zuge der geplanten Baumaßnahmen entfernt beziehungsweise umgelegt werden: „Entsprechende Abstimmungsgespräche haben hierzu bereits zwischen der Gemeinde und dem Netzbetreiber stattgefunden“, erläutert der Bürgermeister in der Vorlage und ergänzt, dass der auf dem Gelände vorhandene Bestand an Gehölzen im Zuge der Umbaumaßnahmen „zum überwiegenden Teil erhalten bleiben“ solle.

Investor soll am 14. Oktober im Gemeinderat sein

Hinsichtlich des Investors für das neue Projekt hüllen sich Bürgermeister Maik Lehn, der sich derzeit noch in Urlaub befindet, sowie die Verwaltung und die Mitglieder des Gemeinderats noch in Schweigen. Spätestens am 14. Oktober könnte es hier für die Öffentlichkeit Klarheit geben. An diesem Tag tagt der Gemeinderat erneut und wird die nächsten Verfahrensschritte in die Wege leiten: „An diesem Termin wird neben einem Vertreter des Planungsbüros auch der Investor teilnehmen und das Projekt näher erläutern“, schreibt Maik Lehn in der Sitzungsvorlage.