Das Stettener Diabetes-Projekt "The Gambia" wird in diesem Jahr von der Deutschen Diabeteshilfe in Berlin besonders gewürdigt: Im Rahmen der Gala-Feier zur Überreichung des Thomas-Fuchsberger-Preises am Donnerstag, 18. Oktober, ist die Stettener Aktion eines der beiden Projekte, die ihre Arbeit vorstellen dürfen. Die beiden Vereine bekommen dann den Erlös des Gala-Abends.

Gala-Erlös für Vereine

Wie Gaby Allrath von der Berliner Geschäftsstelle erklärte, sind die Erlöse aus dem Galaabend in der Regel höher als die 5000 Euro Preisgeld für den Fuchsberger-Preis. Roland und Gudrun Schindler, die beiden Stettener Initiatoren des Gambia-Projekts, sehen in dieser Möglichkeit die Würdigung für das jahrelange ehrenamtliche Engagement der Mitglieder und Helfer der Gambia-Hilfe. Roland Schindler ist Vorsitzender des Vereins.

Das meiste ist geschafft. Da hat das Team um Roland und Gudrun Schindler (Mittlere Reihe von links) gut lachen und eine kleine Pause verdient. <em>Bild: Gerd Feuerstein</em>
Das meiste ist geschafft. Da hat das Team um Roland und Gudrun Schindler (Mittlere Reihe von links) gut lachen und eine kleine Pause verdient. Bild: Gerd Feuerstein

In den elf Jahren seines Bestehens hat der Verein elf Container mit Hilfsgütern für Diabetes-Patienten nach Gambia organisiert. Jedes Mal sind die Schindlers alleine oder zusammen mit Helfern in das Land geflogen und haben Ankunft und Verteilung der Hilfsgüter überwacht. Damit ist indes erst ein Teil der Aufgaben für die Helfer beschrieben: Bei den medizinischen Hilfsgütern dreht es sich besonders um Vorrichtungen, mit denen der Patient seinen Blutzuckerspiegel selbst ermitteln kann, um sich danach das Insulin zu spritzen.

Wenn der riesige Container beladen wird, geht es in der Stettener Friedhofstraße hoch her. <em>Bild: Gerd Feuerstein</em>
Wenn der riesige Container beladen wird, geht es in der Stettener Friedhofstraße hoch her. Bild: Gerd Feuerstein

Dafür bekommen sie vom Diabetes-Projekt auch Spritzen und Nadeln. Roland Schindler schildert die Schwierigkeiten: "Wir müssen den Patienten nicht nur zeigen, wie man die Geräte richtig benutzt." Viel schwieriger sei es, den Betroffenen die Disziplin zu vermitteln, das regelmäßig zu tun.

Probleme mit afrikanischen Heilern

Oft hat das soziale Umfeld der Patienten wenig Verständnis. Besonders in ländlichen Gegenden gebe es immer wieder Probleme mit traditionellen Heilern. Schindler: "Es gab schon Fälle, in denen diese Heiler die Betroffenen von der Einnahme der Medikamente und der Kontrolle ihres Blutzuckerspiegels abgebracht haben." Damit während der Zeit, in der die Schindlers nicht in Gambia sein können, die Betreuung der Dauerpatienten gewährleistet ist, haben sich die Stettener bemüht, Helfer auszubilden. Die Heuberger arbeiten in Gambia mit Dr. Alieu Gaye zusammen.

Alieu G. Gaye, Arzt und Vorsitzender der Diabetes-Gesellschaft in Gambia (Zweiter von links), besuchte zusammen mit Roland Schindler (links) vom Stettener Gambia-Projekt das DRK in Stetten a.k.M. Unser Bild zeigt zudem (von rechts) DRK-Gerätewart Norbert Werner und Bereitschaftsleiter Matthias Boden. <em>Bild: H.P. Steinmüller</em>
Alieu G. Gaye, Arzt und Vorsitzender der Diabetes-Gesellschaft in Gambia (Zweiter von links), besuchte zusammen mit Roland Schindler (links) vom Stettener Gambia-Projekt das DRK in Stetten a.k.M. Unser Bild zeigt zudem (von rechts) DRK-Gerätewart Norbert Werner und Bereitschaftsleiter Matthias Boden. Bild: H.P. Steinmüller | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

In Deutschland selbst bemüht sich der Verein, genügend Material für den nächsten Container zu sammeln. In den Frachtbehältern finden sich nicht nur medizinische Hilfsmittel. "Wir wollen den Familien auch praktisch helfen. So waren im letzten Container viele Fliesen, weil in den Wohnungen oft ein Fußboden fehlt," schildert Schindler. Ein weiterer Punkt ist die Beschaffung von Geld für den Kauf von Insulin. Im Augenblick bringe der Verein eine fünfstellige Summe zusammen, mit der der Jahres-Insulinbedarf für 20 Patienten gekauft werden kann. Weil aber immer mehr Diabetes-Patienten kommen, reiche diese Summe nicht mehr aus, sagen die Schindlers.