Rund 400 Gäste konnten Bürgermeister Maik Lehn und Oberst Jochem Gumprich am Dienstagsabend beim Neujahrsempfang von Gemeinde und Garnison in der festlich dekorierten Alemannenhalle begrüßen. Ausgiebige Rückschau auf das vergangene, und Ausblicke auf das neue Jahr standen im Mittelpunkt der Ansprachen des Gemeindeoberhauptes und des Standortältesten. Zu den Höhepunkten gehörte die Ehrung verdienter Kommunalpolitiker, über die wir noch berichten werden.

Jeweils persönlich werden die Gäste von Bürgermeister Maik Lehn, Oberst Jochen Gumprich und den Trachtenträgern begrüßt. Im Vordergrund heißt Thomas Straub Schwenningens Bürgermeisterin Roswitha Beck willkommen.
Jeweils persönlich werden die Gäste von Bürgermeister Maik Lehn, Oberst Jochen Gumprich und den Trachtenträgern begrüßt. Im Vordergrund heißt Thomas Straub Schwenningens Bürgermeisterin Roswitha Beck willkommen. | Bild: Gerd Feuerstein

Der Neujahrsempfang von Kommune und Bundeswehr hat sich längst zu einem beliebten Ereignis entwickelt, bei dem sich Vertreter von Politik und Wirtschaft, Behörden, Kirchen und Militär gerne ausgiebig mit Ehrenamtlichen und Bürgern austauschen. Der Standortälteste Jochen Gumprich nutzte die Begrüßung der Gäste, um einen kurzen Blick hinter die Kulissen der Truppe zu werfen, die aktuellen Entwicklungen im Iran und Irak darzustellen und sich kritisch mit Statements und Reaktionen „einzelner Politiker verschiedener Couleur“ auseinander zu setzen. Zur Öffentlichkeitsarbeit kündigte er für 2020 ein weiteres Schlosskonzert in Lautlingen an und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass „der Tag der Bundeswehr in 2021 wieder in Stetten stattfinden“ könne.

Die Vertreter des Militärs in vorderster Reihe (von links): Oberst Jochen Gumprich, Brigadegeneral Lutz Niemann, Oberst Dieter Bohnert, Oberstleutnant Udo Eckbrett, Forstdirektor Dietmar Götze, Oberstarzt Michael Uhl und seine Gattin Eveline.
Die Vertreter des Militärs in vorderster Reihe (von links). Oberst Jochen Gumprich, Brigadegeneral Lutz Niemann, Oberst Dieter Bohnert, Oberstleutnant Udo Eckbrett, Forstdirektor Dietmar Götze, Oberstarzt Michael Uhl und seine Gattin Eveline. | Bild: Gerd Feuerstein

Nach musikalischen Leckerbissen des „Collegium Musicale“ blickte Bürgermeister Maik Lehn dann ausgiebig auf das vergangene Jahr zurück, ließ gemeindliche Schwerpunkte, wichtige Ereignisse und Baumaßnahmen, personelle Veränderungen sowie kulturelle Highlights – allen voran das Stettener Sommertheater – noch einmal Revue passieren. Lehns Dank galt allen, die sich „seit vielen Jahren ehrenamtlich und uneigennützig in den Dienst der Gemeinschaft stellen“. Dennoch treibe ihn die Sorge um, dass „deren Zahl immer kleiner“ werde, und man die Auflösung von Vereinen immer öfter zur Kenntnis nehmen müsse: „Stetten ist ohne ehrenamtliches Engagement nicht vorstellbar“, führte er vor Augen, dass die Gesellschaft ohne engagierte Mitbürger „um Vieles ärmer“ wäre.

Gern gesehenen Gäste in Stetten (von links): Uwe Zellmer und Bernhard Hurm vom Theater Lindenhof im Gespräch mit dem Vertreter des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge Christoph Schwarz.
Gern gesehenen Gäste in Stetten (von links): Uwe Zellmer und Bernhard Hurm vom Theater Lindenhof im Gespräch mit dem Vertreter des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge Christoph Schwarz. | Bild: Gerd Feuerstein

Den Blick nach vorne richtend, machte der Rathauschef deutlich, dass die endgültige Erschließung des Baugebietes „Im unteren Brühl„ mit dem Lückenschluss der Freiherr-Joachim-Straße oberste Priorität genieße. Grund: „Derzeit verfügt die Gemeinde über keinerlei Bauplätze mehr“, so Lehn. Ende vergangenen Jahres seien die letzten kommunalen Plätze veräußert worden. Auch in Frohnstetten und Glashütte seien jeweils drei Plätze veräußert worden, sodass sich Gemeinderat und Ortschaftsräte im Laufe des Jahres damit auseinandersetzen müssten, wo künftig in den Ortsteilen gebaut werden kann. Er zeigte sich optimistisch, dass im Hauptort die Erschließung im unteren Brühl „im Frühjahr 2021“ erfolgen könne, sodass im Sommer wieder Baugrundstücke zum Verkauf stünden.

Gelegenheit zum Plausch: Stettens Katholischer Pfarrer Markus Manter im Gespräch mit der langjährigen Produktionsleiterin des Stettener Sommertheaters, Claudia Mogg.
Gelegenheit zum Plausch: Stettens Katholischer Pfarrer Markus Manter im Gespräch mit der langjährigen Produktionsleiterin des Stettener Sommertheaters, Claudia Mogg. | Bild: Gerd Feuerstein

Weil an der Gemeinschaftsschule aufgrund neuer Vorgaben des Landes ein zusätzlicher Raumbedarf von 750 Quadratmetern entstanden sei, stehe demnächst eine Grundsatzentscheidung des Gemeinderates an, wie der Raumnot begegnet werden soll: „Ein Anbau an das bestehende Gebäude oder doch besser gleich ein Neubau? Dieser in Massiv- oder Modulbauweise oder gar in Holzständerkonstruktion?“, stellte das Gemeindeoberhaupt entsprechende Fragen in den Raum. Klar sei auf jeden Fall, dass mit Kosten in Millionenhöhe zu rechnen sei, die den Haushalt der Kommune in den kommenden Jahren „erheblich binden und einschränken“ werde.

Mit Blumen bedankte sich Bürgermeister Maik Lehn bei Christine Burkhart, unter deren Stabführung das Collegium Musicale für musikalische Leckerbissen sorgte.
Mit Blumen bedankte sich Bürgermeister Maik Lehn bei Christine Burkhart, unter deren Stabführung das Collegium Musicale für musikalische Leckerbissen sorgte. | Bild: Gerd Feuerstein

Mit Sorge blickte Lehn auf die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum: „Wir sind derzeit noch gut aufgestellt, doch das kann sich von heute auf morgen schnell ändern“, sagte er und hielt fest, dass „die Ärzteversorgung grundsätzlich keine Aufgabe der Gemeinde“ sei. Dennoch lande ein Problem auf unterster kommunaler Ebene, wenn Mechanismen im politischen Gefüge versagten. Sollten sich weder Politik noch Kassenärztliche Vereinigung bewegen und für Lösungen sorgen, werde sich am Ärztemangel nichts Gravierendes ändern, mutmaßte Lehn, der an die Zuhörer appellierte mit konstruktiven Vorschlägen und Lösungsideen zu ihm zu kommen.

Gemeinsam wurde auf das Neue Jahr angestoßen (von links): Pfarrer Markus Manter, Jochem Gumprich, Stephan Spillecke, Frank Schroft, Norbert und Roswitha Beck, Udo Eckbrett, Maik und Katrin Lehn, Dietmar Götze und Rolf Vögtle.
Gemeinsam wurde auf das Neue Jahr angestoßen (von links): Pfarrer Markus Manter, Jochem Gumprich, Stephan Spillecke, Frank Schroft, Norbert und Roswitha Beck, Udo Eckbrett, Maik und Katrin Lehn, Dietmar Götze und Rolf Vögtle. | Bild: Gerd Feuerstein

Auch einige statistische Zahlen hatte Lehn mitgebracht: Die Einwohnerzahl Stettens ist im vergangenen Jahr um 44 Mitbürger auf 4751 Einwohner zurückgegangen, was maßgeblich auf die Schließung des Pflegehauses „Ameos“ zurück zu führen sei. Insgesamt erblickten 34 Kinder das Licht der Welt. Demgegenüber waren 64 Sterbefälle zu verzeichnen. 23 Paare haben sich vor dem Standesbeamten der Gemeinde das Ja-Wort gegeben, und 42 Personen haben ihren Austritt aus den Kirchen erklärt.

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Vor dem Stehempfang gehörte die feierliche Verleihung der silbernen Verdienstmedaille der Gemeinde an die ausscheidenden Gemeinderäte Günther Gotthold Töpfer und Wolfgang Lemke zu den Glanzpunkten des Abends. Ebenso wurden Michael Buhl und Walter Sambil nach 13 beziehungsweise 24 Jahren verabschiedet.

 

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