Seit 2011 gibt es diese Möglichkeit. Wie Ermilio Verrengia berichtet, machen die Bürger der Garnisonsgemeinde von der digitalen Beschwerdemöglichkeit regen Gebrauch. Der Gemeindekämmerer bilanziert: "Wir bekommen durchschnittlich acht Beschwerdemeldungen im Monat. Im Winter liegt das durchschnittliche Beschwerdeaufkommen allerdings höher."

Nicht nur wirkliche Beschwerden werden über das Web an die Gemeindeverwaltung übermittelt. Auch Nachfragen wegen der Wasser- und Abwassergebühren gelangen auf diesem Weg ins Rathaus. Und manchmal, so berichtet der Beamte, äußern Bürger auf diesem Weg auch Lob und Anerkennung für die Arbeit der Verwaltung oder des Bauhofs.

Die elektronisch vorgetragenen Bürgeranliegen durchlaufen im Rathaus mehrere Stationen: Zunächst finden sie sich im Computer im Bürgermeister-Vorzimmer ein. Maria Holdenried, die Sekretärin, sichtet die Anliegen und leitet sie an die zuständigen Verantwortlichen im Haus weiter. Das ist neben Bürgermeister Maik Lehn und dem Kämmerer auch Peter Greveler, der Hauptamtsleiter. Dort wird das Anliegen geprüft. Verrengia sagt: "Manchmal müssen wir auch nachfragen, etwa wenn uns eine Ortsbezeichnung nicht auf Anhieb klar ist." Klar sei aber in jedem Fall, dass der Absender eine Reaktion aus dem Rathaus bekommt.

Es gibt auch Anfragen zu Sachverhalten, die nicht in den Zuständigkeitsbereich der Kommunalverwaltung fallen. Der Kämmerer nennt ein Beispiel: "Für die Wasserversorgung in der Garnisonsgemeinde und den Ortsteilen sind die Albstadtwerke in Ebingen zuständig." Die entsprechenden Beschwerden leite das Rathaus nach Albstadt weiter. Der Bürger werde dann von dort kontaktiert. Ähnlich funktioniert der Weiterleitungsweg, wenn ein Anliegen in die Zuständigkeit der Kreisverwaltung fällt. Der oberste Stettener Kassenwart betont: "In jedem Fall bekommt der Bürger eine Antwort. Es soll ja nicht der Eindruck entstehen, Emails an die Gemeinde gingen im Nirwana des weltweiten Netzes verloren."

Wie werden solche Anliegen oder Beschwerden nun beantwortet? Da fällt einem Stettener auf, dass ein kommunales Wiesengrundstück nicht rechtzeitig abgemäht worden ist. Er wendet sich deshalb ans Rathaus. Der Bauhof steht, ähnlich wie beim Winterdienst, vor einem Dilemma. Auf der einen Seite wächst das Gras überall und andererseits sind die Bauhofmitarbeiter rein kapazitätsmäßig nicht in der Lage, überall zur gleichen Zeit zu sein. Die Antwort der Gemeinde, so schildert es Verrengia, besteht dann im Hinweis auf den für den Bauhof verbindlichen Mähplan. Ähnlich wie beim Wintereinsatz müsse über diesen Mähplan Fläche für Fläche auf dem Gebiet der Garnisonsgemeinde abgearbeitet werden.