In einem Waldstück entlang der Landstraße 453 zwischen Kaiseringen und Frohnstetten wurde am Montagvormittag gegen 11.15 Uhr ein toter Säugling gefunden. Nähere Umstände blieben allerdings unklar. Die Polizei sucht nach Zeugen.

Großeinsatz der Polizei sorgte für Gerüchte im Ort

Wie die Staatsanwaltschaft Hechingen und das Polizeipräsidium Konstanz in einer gemeinsamen Pressemitteilung am späten Dienstagvormittag mitteilten, hat ein Zeuge die Babyleiche bei Arbeiten in seinem Waldstück entdeckt. Damit bewahrheiten sich Gerüchte, die sich im Laufe des Montags und besonders in den Abendstunden wie rasend in dem Ort verbreitet hatten.

Zahlreiche Pendler und Passanten waren an dem kleinen Waldstück zwischen Frohnstetten und Kaiseringen vorbei gefahren und hatten dort mehrere Einsatzfahrzeuge von Polizei und Kripo gesehen. Nachdem auch Einsatzkräfte in weißen Overalls entlang des Waldstücks gesichtet wurden, machten natürlich schnell Gerüchte die Runde, dass etwas Schlimmes vorgefallen sein musste. Die schrecklichen Neuigkeiten entpuppten sich dann leider als die Wahrheit.

Der Fundort aus einer weiteren Perspektive aufgenommen.
Der Fundort aus einer weiteren Perspektive aufgenommen. | Bild: Gerd Feuerstein

Viele Mitbürger konnten es am Dienstagmorgen kaum fassen, was da geschehen war. Überall standen die Leute beisammen, um die schreckliche Nachricht zu verdauen. So zeigten sich sowohl Stettens Bürgermeister Maik Lehn als auch Frohnstettens Ortsvorsteher Johann Seßler gegenüber dem SÜDKURIER "geradezu geschockt".

Lehn, der am Montagmittag von seinem Büro aus Kripo und Polizei hatte vorbei rasen sehen und sich nicht allzu viel dabei dachte, weil er keine weitere Nachricht erhielt, erfuhr wie viele andere erst am Dienstagmorgen "vom Hörensagen" was passiert sein soll: "Ein kurzes Gespräch mit der Polizei verschaffte mir dann leider Gewissheit über die furchtbaren Ereignisse", sagte Lehn und konnte das Ganze kaum verstehen: "Es gibt doch Babyklappen und diverse andere Möglichkeiten, sich in vermeintlich auswegloser Situation helfen zu lassen", sagte er kopfschüttelnd.

In diesem Wald wurde die Baby-Leiche gefunden.
In diesem Wald wurde die Baby-Leiche gefunden. | Bild: Gerd Feuerstein

Auch Ortsvorsteher Johann Seßler hatte die Einsatzkräfte auf seinem Nachhauseweg gesehen und "gleich ein ungutes Gefühl bekommen", wie er dem SÜDKURIER sagte: "Allerdings wollte ich mich nicht vordrängen und bin dann erst mal nach Hause gefahren", meinte er.

Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Frohnstetten erst vor gut einem Jahr durch die tödliche Attacke eines Kangal- Hundes auf eine Spaziergängerin bundesweit in die Schlagzeilen gekommen war, zeigte sich Seßler "echt schockiert", dass sein Ortsteil nun wieder "mit derart negativen Nachrichten" von sich reden mache.

Der Eingang zum Waldstück, in dem die Baby-Leiche gefunden wurde.
Der Eingang zum Waldstück, in dem die Baby-Leiche gefunden wurde. | Bild: Gerd Feuerstein

Wie Jens Gruhl von der Staatsanwaltschaft Hechingen gegenüber dem SÜDKURIER wissen ließ, soll es sich bei der gefundenen Leiche um einen männlichen Säugling gehandelt haben, der -ersten Vermutungen zufolge "dort etwa 24 Stunden" gelegen sein soll. "Über die Identität der Mutter ist uns bislang noch nichts bekannt", sagte Gruhl. Die Ermittlungen dauern an.

Zur Klärung der genauen Todesursache, der Todeszeit und des genauen Alters des Säuglings ist von der Staatsanwaltschaft Hechingen beim zuständigen Amtsgericht die Obduktion des Neugeborenen beantragt worden. Über das Ergebnis ist bis zum Redaktionsschluss noch nichts bekannt geworden.

Die Polizei sucht nach Zeugen, die im Bereich der Landestraße 453 zwischen Kaiseringen und Frohnstetten in den vergangenen Tagen verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben oder eine Frau kennen, die bis vor kurzem noch schwanger war und jetzt kein Kind vorweisen kann. Diese werden gebeten, sich beim Kriminalkommissariat Sigmaringen unter der Telefonnummer 07571/104-0 zu melden.