Im Jahre 1958 einst als Feldartilleriebataillon 442 in Münsingen aus der Taufe gehoben, kann das Artilleriebataillon 295 in Stetten am kalten Markt in diesen Tagen bereits auf eine 60-jährige Tradition zurückblicken. Das nicht alltägliche Ereignis wird am Samstag, 29. September, gebührend gefeiert. Ab 12 Uhr laden die Artilleristen zu einem öffentlichkeitswirksamen „Tag der offenen Tür“ in die Stettener Albkaserne ein, zu dessen krönendem Abschluss um 19.30 Uhr vor der Kaserne ein Großer Zapfenstreich zelebriert wird.

Mit schwerem Gerät rückte das Artilleriebataillon 295 am 8. März 2016 in die Stettener Albkaserne ein.
Mit schwerem Gerät rückte das Artilleriebataillon 295 am 8. März 2016 in die Stettener Albkaserne ein.

„Wir sind zwar das älteste Artilleriebataillon des Heeres, aber dennoch mit modernster Technik ausgestattet“, betont Oberstleutnant Kim Oliver Frerichs im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Gleichzeitig verspricht der amtierende Kommandeur des Bataillons, dass die gesamte Bandbreite der vorhandenen Waffensysteme beim Tag der offenen Tür zur Schau gestellt werde. Zu den Hauptwaffensystemen des Stettener Artilleriebataillons gehören neben der Panzerhaubitze 2000 und dem Raketenwerfer Mars II auch das Ortungsradar Cobra, die Drohne KZO und der Beobachtungsradar Abra. „Von modernen Geländewagen bis zur Haubitze wird alles ausgestellt und darf von innen und außen erkundet werden“, versichert der Kommandeur und ergänzt, dass es auch dynamische Vorführungen des Geräts geben werde.

Ein Mittleres Artillerieraketensystem (MARS) der 4. Batterie des Artilleriebataillon 295 aus Stetten am kalten Markt unterstützen auf ...
Ein Mittleres Artillerieraketensystem (MARS) der 4. Batterie des Artilleriebataillon 295 aus Stetten am kalten Markt unterstützen auf dem Truppenübungsplatz Bergen den Angriff eines gemischten Gefechtsverbandes des 3e Règiment de Hussards und des Jägerbataillons 291 mit indirektem Feuer. | Bild: Carl Schulze

„Alles ins allem wollen wir zeigen, was wir in den vergangenen 60 Jahren an den drei Standorten alles erlebt haben“, sagt der Kommandeur mit Blick auf Münsingen, Immendingen und Stetten, wo das Bataillon seit zweieinhalb Jahren beheimatet ist. Schließlich seien in der Zeit verschiedene Waffensysteme zum Einsatz gekommen, von denen viele beim Tag der offenen Tür zur Schau gestellt würden. „Jeder ehemalige Angehörige unseres Bataillons wird sich in unseren Ausstellungen irgendwo wieder heimisch fühlen“, ist sich Kim Frerichs sicher. Dazu wurde eine Jubiläumschronik aufgelegt, die beim Tag der offenen Tür ebenso zum Verkauf steht, wie ein eigens kreierter Coin der 295er, den es nur in limitierte Auflage gibt.

Im Vorfeld des Jubiläums besuchte vor wenigen Wochen die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, das ...
Im Vorfeld des Jubiläums besuchte vor wenigen Wochen die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, das Artilleriebataillon 295. Dabei konnte Kommandeur Kim Oliver Frerichs (rechts) und seine Truppe die Vielfältigkeit und Leistungsfähigkeit ihres hochmodernen Verbands vorstellen. Archivbild: Gerd Feuerstein

Natürlich wird auch für die Unterhaltung der Gäste und deren leibliches Wohl eine Menge geboten sein. So sorgen mehrere Kapellen aus den Patengemeinden des Artilleriebataillons für Unterhaltung. Nicht zuletzt werden auch die Ladykracher des TSV Stetten mit ihren Tanzvorführungen einen optischen Glanzpunkt setzen. Und als absoluten Clou hat die Heuberger-Biermanufaktur aus Stetten am kalten Markt zum 60-jährigen Bestehen der Artilleristen ein spezielles „295er-Bier“ gebraut, das beim Tag der offenen Tür erstmalig zum Ausschank kommt: „Für uns ist das Angebot der Biermanufaktur ein toller Beweis, wie gut wir in der Region inzwischen angekommen sind“, sagt Frerichs.

Ein absoluter Höhepunkt

Mit dem Großen Zapfenstreich steht dann ab 19.30 Uhr ein absoluter Höhepunkt auf dem Programm. Mit angeschlossenem Spielmannszug und zwei Zügen Begleitkommando unter Gewehr sowie einer Begleitformation aus Fackelträgern wird das Heeresmusikkorps aus Ulm das höchste militärische Zeremoniell der Bundeswehr auf dem großen Platz vor der Kaserne zelebrieren. „Danach hoffen wir, dass wir mit unseren Gästen noch lange in den Gaststätten und Kneipen von Stetten feiern werden“, sagt der Kommandeur.