Am Donnerstag wurde der frühere stellvertretende Amtsleiter offiziell in sein Amt als Behördenchef eingeführt. Der Regierungsrat war nach dem altersbedingten Ausscheiden von Behördenleiter Hartmut Keßler im vergangenen Oktober zunächst kommissarisch für die Leitung des Stettener Dienstleistungszentrums verantwortlich. Nach einem Auswahlverfahren wurde Andreas Lenz zum 1. März zum Behördenleiter ernannt.

Der neue Chef ist im Grunde genommen ein alter Hase. Er arbeitet seit 1983 bei der zivilen Bundeswehrverwaltung in Stetten. Die einzige Ausnahme bilden die Jahre 1999 bis 2005. In diesen Jahren war Lenz in verschiedenen Positionen bei der Standortverwaltung in Immendingen tätig. Im zivilen Leben Stettens ist Andreas Lenz durch sein Engagement im Turn- und Sportverein bekannt. Auf diese enge Verbundenheit mit dem Standort ging Ulrike Hauröder-Strüning, die Präsidentin des Bundesamts für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, ein. Sie bescheinigte Lenz "umfangreiche Erfahrungen" und würdigte besonders die "vorbildliche Zusammenarbeit" zwischen der Bundeswehrverwaltung und dem Militär. Die Präsidentin umschrieb die Aufgabe des Dienstleistungszentrum so: "Wir bieten Service aus erster Hand für militärische und zivile Mitarbeiter." Bürgermeister Maik Lehn bewertete die Ernennung eines langjährigen Mitbürgers zum Leiter des Dienstleistungszentrums als freudigen Anlass. Das Ortsoberhaupt erinnerte an die Verflechtungen der Gemeinde mit der Bundeswehr, beispielsweise bei der gemeinsamen Nutzung der bundeswehreigenen Kläranlage Kohltal und des Hallenbades in Stetten.

Positiv reagieren auch die Personalvertreter und der Standortälteste Oberst Carsten Drümmer auf die Ernennung von Andreas Lenz. Der Oberst erklärte: "Sie, Herr Lenz, kennen alle Facetten der Aufgaben unseres Dienstleistungszentrums. Ich freue mich daher, Sie als heute hier als den neuen Leiter begrüßen zu dürfen." Für die Vertreter des Personals des Dienstleistungszentrums spielt neben der fachlichen Qualifikation die soziale Kompetenz des neuen Leiters eine wichtige Rolle. Die Gleichstellungsbeauftragte Marlies Dorroch bescheinigte Lenz eine "wohltuende, wertschätzende und hilfsbereite Art". Stefan Müller-Langenberger sagte als stellvertretender Personalratsvorsitzender: "Andreas Lenz ist ein Wertkonservativer, auf dessen Wort wir uns immer verlassen können."

Mit der Nationalhymne findet der offizielle Teil der Einführungsfeier sein Ende. Im Vordergrund sind Mitglieder des Collegium Musicale zu sehen.
Mit der Nationalhymne findet der offizielle Teil der Einführungsfeier sein Ende. Im Vordergrund sind Mitglieder des Collegium Musicale zu sehen.

Der neue Behördenleiter zeigte sich in seiner Antrittsrede bescheiden. Zu den Vorschusslorbeeren seiner Vorredner meinte der Lenz: "Ich kann Ihnen versichern, dass ich mich anstrengen werde, mir jedes einzelne Blättchen dieses von Ihnen geflochtenen Lorbeerkranzes verdienen zu wollen." Seine augenblickliche Gefühlslage beschrieb der Regierungsrat mit den Begriffen "Stolz", "Dankbarkeit" und "Demut". Stolz auf die Möglichkeit, als Kapitän das "gut geführte Schiff Bundeswehr-Dienstleistungszentrum weiter auf klarem Kurs zu halten". Dankbarkeit für die Loyalität durch die Mitarbeiter. Demut "durch den Respekt vor der Größe der Aufgabenfülle", die dafür sorge, sich jeden Tag selbst hinterfragen zu müssen. Er versicherte, dass auch in Zukunft seine Bürotür für die Mitarbeiter offen stünde.

 

Die Aufgaben

Das Dienstleistungszentrum Stetten a.k.M. hat rund 800 Mitarbeiter. Zu den Aufgaben gehört unter anderem die Verwaltung und der wirtschaftliche Betrieb der Liegenschaften sowie die Betreuung der Soldaten und zivilen Mitarbeiter. Stetten ist nach den Worten von Oberst Drümmer derzeit der größte Militärstandort in Süddeutschland. In Stetten gibt es die drei Liegenschaften Alb-Kaserne, Truppenunterkunft Heuberg und das "Lager übende Truppe". Dazu kommt der Standortübungsplatz, zwei Schießanlagen, das Hallenbad, das Soldatenheim, die Kläranlage und das Wasserwerk. Der Zuständigkeitsbereich des Stettener Dienstleistungszentrums umfasst den gesamten Südwesten Baden-Württembergs mit den Standorten Pfullendorf, Müllheim und Donaueschingen. (hps)