Im November 2015 hat der katholische Militärpfarrer Jürgen Stahl seinen Dienst für den Bereich der Standorte Stetten am kalten Markt, Pfullendorf und Meßstetten angetreten und wurde nach Ablauf der Probezeit im April 2016 offiziell in sein Amt eingeführt. Doch in den vergangenen Wochen hieß es an den drei Standorten bereits wieder Abschied zu nehmen. Denn Jürgen Stahl verlässt den Heuberg und tritt in den kommenden Tagen ein neues Amt als Militärseelsorger im Bundeswehrkrankenhaus Ulm an.

In der Lagerkapelle hieß es Abschied zu nehmen. Von links: Militärpfarrer Stefan Bauhofer, Oberstleutnant Josef Rauch, Bürgermeister Maik Lehn, Militärdekan Artur Wagner, Pfarrer Jürgen Stahl, Hauptmann Rico Trenkner und Hauptfeldwebel Stephan Mogg.
In der Lagerkapelle hieß es Abschied zu nehmen. Von links: Militärpfarrer Stefan Bauhofer, Oberstleutnant Josef Rauch, Bürgermeister Maik Lehn, Militärdekan Artur Wagner, Pfarrer Jürgen Stahl, Hauptmann Rico Trenkner und Hauptfeldwebel Stephan Mogg. | Bild: Gerd Feuerstein 

Im Rahmen eines monatlich routinemäßig stattfindenden Standortgottesdienstes wurde Jürgen Stahl daher am vergangenen Freitagmorgen in der voll besetzten Stettener Lagerkapelle offiziell aus seinem Amt verabschiedet. Gemeinsam mit dem scheidenden Geistlichen zelebrierte der Katholische Leitende Militärdekan für Bayern und Baden-Württemberg, Artur Wagner, die gut besuchte Messe.

Ein gewichtiger Schritt

Zwar sei seine Verabschiedung für die Militärseelsorge "sicherlich ein gewichtiger Schritt", meinte Jürgen Stahl zu Beginn. Dennoch sei es ihm "ein wichtiges Zeichen", den formalen Akt nicht pompös, sondern im Rahmen des üblichen Standortgottesdienstes zu begehen: "Ich will dabei nicht im Vordergrund stehen", sagte er. Dennoch freue er sich, in "aller Herrgottsfrühe" schon so viele Gäste, Soldaten und Weggefährten anzutreffen.

Ein Evangelium vom Aufbruch

Obwohl es "gefühlt erst vor Kurzem" gewesen sei, dass er Jürgen Stahl in sein Amt eingeführt habe, meinte Artur Wagner, so seien doch schon knapp drei Jahre ins Land gezogen, als der die Aufgabe des Militärseelsorgers auf dem Heuberg übernommen habe. In Anlehnung an das zuvor verkündete Evangelium sagte Wagner, dass es bei Stahls Verabschiedung nicht darum ginge, sich den Staub von den Schuhen zu schütteln und zu sagen, Gott sei Dank, Stetten habe ich hinter mir gelassen: "Nein, es handelt sich um ein Evangelium vom Aufbruch, vor dem nun sowohl Du persönlich als auch der Standort hier stehst", betonte Wagner.

Zum letzten Mal zelebrierte Pfarrer Jürgen Stahl in seiner Stettener Hauskapelle den monatlichen Standortgottesdienst.
Zum letzten Mal zelebrierte Pfarrer Jürgen Stahl in seiner Stettener Hauskapelle den monatlichen Standortgottesdienst. | Bild: Gerd Feuerstein 

So hieße es Abschied von der Vergangenheit zu nehmen und den Blick nach vorne zu werfen. Weil die Pfarrhelferstelle in Stetten lange Zeit vakant war, habe Stahl "als Einzelkämpfer teilweise einen schweren Job" ausüben müssen. Umso dankbarer sei er, dass es viele Ehrenamtliche und Mitstreiter gegeben habe, die "den Laden am Laufen" hielten. "Ich bin froh, dass es Menschen gab, die bereit waren, diesen schweren Weg mitzugehen", sagte Wagner und hob namentlich die evangelische Pfarrhelferin Karin König ("toll, dass Ökumene so stark gelebt wird") sowie das Ehepaar Helga und Dieter Rubey hervor, die "das Pfarrbüro am Laufen gehalten" hätten.

Gutes Miteinander wird hervorgehoben

Ihre Wertschätzung gegenüber Pfarrer Jürgen Stahl brachten nach dem Gottesdienst auch Bürgermeister Maik Lehn, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Rico Trenkner, sowie Oberstleutnant Josef Rauch in Vertretung des Standortältesten zum Ausdruck. Das Gemeindeoberhaupt bedankte sich für das "gute Miteinander" und verabschiedete Stahl mit einem interessanten Bildband der hiesigen Bildstöcke und Feldkreuze.

In und vor der Kapelle gab es im Anschluss an den Gottesdienst einen kleinen Empfang mit Imbiss.
In und vor der Kapelle gab es im Anschluss an den Gottesdienst einen kleinen Empfang mit Imbiss. | Bild: Gerd Feuerstein 

Aufgrund enger persönlicher Beziehungen ließen Rico Trenkner und Hauptfeldwebel Stephan Mogg den scheidenden Seelsorger nur "mit zwei weinenden Augen" von dannen ziehen, während Josef Rauch die Gelegenheit nutzte, Stahl "ausdrücklich für alles zu danken, was er für die Angehörigen der Bundeswehr getan habe". Er sei eine wertvolle Ergänzung der militärischen Führung am Standort gewesen, betonte Rauch bevor sich nach bewegenden Abschieds- und Dankesworten von Jürgen Stahl ein kleiner Empfang in und vor der Kapelle anschloss.