Was in Zeiten der Wehrpflicht in der Garnisonsgemeinde noch gang und gäbe war, gehört heute eher zu den Ausnahmen: Ein öffentliches Gelöbnis von Rekrutinnen und Rekruten. Umso erfreuter zeigte sich nach dem feierlichen Einmarsch der Soldaten, der Truppenfahnen und des Ehrenzuges Stettens Gemeindeoberhaupt Maik Lehn, dass dieses Ereignis nach drei Jahren wieder einmal in Stetten stattfinde. Unter den Klängen des Heeresmusikkorps 10 aus Ulm hatte Lehn zusammen mit dem stellvertretenden Kommandeur der deutsch französischen Brigade, Oberst Frank Günter Wachter und dem Kommandeur des Artilleriebataillons 295, Kim Oliver Frerichs, zuvor die Front der angetretenen Soldaten abgeschritten, bevor er die zahlreichen Gäste willkommen hieß.

In seiner Ansprache hob Lehn die enge und jahrzehntelange Verbundenheit zwischen Gemeinde und Garnison hervor und brachte seine Freude zum Ausdruck, "dass der Standort nach vielen Höhen und Tiefen mit der letzten Strukturreform nachhaltig verfestigt worden" sei. Dies stärke nicht nur die Finanzkraft der Gemeinde sondern übe Strahlkraft auf die gesamte Region aus.

Stellvertretend für ihre Kameraden treten sechs Rekrutinnen und Rekruten nach vorne und legen an der Truppenfahne ihr Gelöbnis ab.
Stellvertretend für ihre Kameraden treten sechs Rekrutinnen und Rekruten nach vorne und legen an der Truppenfahne ihr Gelöbnis ab.

Für ihre Bereitschaft dem Land und seinen Bürgerinnen und Bürgern zu dienen, zollte Lehn den angetretenen Rekruten Dank, Respekt und Anerkennung: "Wer sich persönlich dafür in die Pflicht nehmen lässt, handelt äußert mutig", sagte Lehn. Besonders vor dem Hintergrund, dass Soldaten auch dann in den Einsatz gingen, wenn in Deutschland tiefster Frieden herrsche, attestierte Lehn den Rekruten ein "vorbildliche staatsbürgerliche Haltung, mit der sie Verantwortung für unser Land übernehmen".

Das untermauerte im Anschluss auch Oberst Günter Wachter. Der stellvertretende Kommandeur der Deutsch Französischen Brigade bescheinigte den Rekrutinnen und Rekruten einer noblen Sache zu dienen. Denn die BRD sei "der beste, weil freiheitlichste, demokratischste und menschlichste Staat, den wir je hatten". Aber auch eine solche Demokratie müsse wehrhaft und in der Lage sein, seine Bevölkerung glaubwürdig zu schützen. Eine gute Ausbildung der Rekruten sei dafür entscheidende Voraussetzung.

Schreiten die Front der Soldaten ab (von links): Kim Oliver Frerichs, Maik Lehn und Frank Günter Wachter.
Schreiten die Front der Soldaten ab (von links): Kim Oliver Frerichs, Maik Lehn und Frank Günter Wachter.

"Unsere deutsch-französische Brigade hat heute Kampf- und gefechtserprobte Soldatinnen und Soldaten, Gruppen- Zug- und Einheitsführer sowie Kommandeure", sagte Wachter. Deren Erfahrungsschatz, das auf gezeigter Leistung beruhende Selbstbewusstsein und Führungskönnen seien ein großes Kapital, das wir weiterhin in exzellente Ausbildung – auch in ihre Ausbildung – investieren wollen und müssen, sagte der Oberst. Dessen besonderer Dank galt daher stellvertretend den Ausbildern und Vorgesetzten der Ausbildungsunterstützungskompanie 295, die an entscheidender Stelle zum Wohle der Brigade und weit darüber hinaus wirken würden.

Das Heeresmusikkorps 10 aus Ulm, die Truppenfahne und der Ehrenzug des Artilleriebataillons 295 beim Ausmarsch
Das Heeresmusikkorps 10 aus Ulm, die Truppenfahne und der Ehrenzug des Artilleriebataillons 295 beim Ausmarsch

Stellvertretend für seine Kameradinnen und Kameraden blickte schließlich Florian Strauß auf die letzten Wochen der Grundausbildung zurück, in denen es gegolten habe, sich im militärischen Alltag zurechtzufinden. Dabei stellte er das "Wir" in den Vordergrund. "Innerhalb weniger Wochen entstand aus einem bunten Haufen fremder Menschen eine Einheit", sagte er im Hinblick auf die in der Bundeswehr so wichtige Kameradschaft: "Gemeinsam sind wir stark und können jede Herausforderung bewältigen", befand Strauß, nicht ohne den Ausbildern zu danken, die die angetretenen Rekruten zu dem gemacht hätten, was sie heute seien. "Nämlich Soldatinnen und Soldaten." Was folgte, war die stets beeindruckende Zeremonie, bei der Rekruten ihr Gelöbnis offiziell ablegten und nach dem Abspielen der Nationalhymne von Bürgermeister Maik Lehn, ihren Kommandeuren und schließlich von den Angehörigen persönlich beglückwünscht wurden.

Zahlreiche Gäste, Angehörige und Besucher verfolgen auf der Tribüne des Heubergstadions die feierliche Zeremonie.
Zahlreiche Gäste, Angehörige und Besucher verfolgen auf der Tribüne des Heubergstadions die feierliche Zeremonie.

Artilleriebataillon 295

Das Artilleriebataillon 295 wurde vor rund zwei Jahren von Immendingen nach Stetten a.k.M. verlegt und ist eines der vier verbliebenen Artilleriebataillone der Bundeswehr. Das Bataillon gehört zur Deutsch-Französischen Brigade, deren deutsche Teile der 10. Panzerdivision unterstellt sind. Geführt wird der Verband von Oberstleutnant Kim Oliver Frerichs. (gfe)