Wegen der unerwartet hohen Resonanz plant der Oberstleutnant für Freitag, 29. Mai, eine ökumenische Maiandacht unter den gleichen Bedingungen am gleichen Ort und zur gleichen Zeit ab 18 Uhr. Das heißt, die Besucher müssen die Andacht vom Auto aus verfolgen, das Aussteigen ist verboten. Es dürfen pro Fahrzeug nur zwei Insassen sein, zusätzliche Familienmitglieder können aber mitgebracht werden – dieselben Regeln wie in den Autokinos der Region also. Um der Andacht einen besonders würdigen Rahmen zu verleihen, hat sich der Stettener Kasernen-Chef mit dem Heeresmusikkorps in Ulm in Verbindung gesetzt – mit Erfolg. Die uniformierten Musiker schicken für die ökumenische Maiandacht ihr kleines Bläserensemble auf die Alb.

Corona macht normale Gottesdienste unmöglich

Seit rund fünf Wochen macht das Coronavirus das Abhalten von öffentlichen Gottesdiensten in Kirchen und anderen Gebetsräumen unmöglich. Die Gläubigen sind während der Ausnahmezeit in der Regel auf elektronisch übertragene Messen und Gottesdienste angewiesen. Josef Rauch saß zu Hause am Fernsehgerät. Dort wurde über einen Gottesdienst in einem Düsseldorfer Autokino berichtet. Der Oberstleutnant: „Ich fand die Idee super. Mir wurde klar, dass wir auf unserem Kasernengelände die Voraussetzungen haben, um ebenfalls einen solchen Gottesdienst zu organisieren.“

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Pater Stefan Havlik war sofort begeistert von den Idee

Offizier Josef Rauch setzte sich mit den zwei Militärpfarrern der beiden großen christlichen Kirchen in Verbindung. Seine Idee, schon am 2. Mai einen ökumenischen Gottesdienst zu verwirklichen, scheiterte am vollen Terminkalender von Hans Wirkner, dem evangelischen Soldaten-Seelsorger. Pater Stefan Havlik, der als katholischer Priester die Uniformierten seelsorgerlich betreut, sei sofort „Feuer und Flamme“ gewesen. Für die ökumenische Maiandacht konnte der Offizier beide Geistliche gewinnen.

Viele Anrufe und viel Lob

Der Erfolg des ersten Auto-Gottesdienstes in der Geschichte der Kaserne wurde nicht nur an der hohen Teilnehmerzahl deutlich. Josef Rauch berichtet von zahlreichen Anrufern, sowohl aus dem militärischen als auch aus dem zivilen Bereich. „Alle Reaktionen“, berichtet der Organisator, „waren positiv.“ Er sei immer wieder nach einer Wiederholung gefragt worden. Auch in den sozialen Medien wurde der Gottesdienst beachtet. Auf die 400 Likes bei Facebook ist Rauch besonders stolz. Sein Kommentar: „Ich will mit den Auto-Gottesdiensten aber keine Öffentlichkeitsarbeit machen. Mit geht es ausschließlich um die Sache“.

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