Nahezu unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit läuft derzeit im idyllischen Schmeiental eine Großbaustelle, die es wahrlich in sich hat. Dabei soll eine 140 Jahre alte Stahlgitter-Brücke durch eine neue Stahlkasten-Brücke ersetzt werden. Eine Spezialfirma aus Wien ist von der Deutschen Bahn AG mit den Arbeiten beauftragt worden. Kostenpunkt: rund 5 Millionen Euro.

Seit einigen Wochen sind die Arbeiten an dem Brückenbauwerk im Schmeiental im Gange.
Seit einigen Wochen sind die Arbeiten an dem Brückenbauwerk im Schmeiental im Gange. | Bild: Gerd Feuerstein

Die vorbereitenden Arbeiten für den Austausch der uralten Stahlgitter-Brücke, die auf der Bahnstrecke Nummer 4630 zwischen Tübingen und Sigmaringen exakt bei Bahn-Kilometer 74,974 (zwischen Storzingen und Oberschmeien) liegt, haben bereits im vergangenen Oktober begonnen. Seit Anfang Februar sind die Arbeiten im Schmeiental nun aber in vollem Gange.

Zur Vorbereitung des Baugrunds sind große Betonpumpen angerückt.
Zur Vorbereitung des Baugrunds sind große Betonpumpen angerückt. | Bild: Gerd Feuerstein

Schweres Gerät ist seitdem angerückt, um die vorbereitenden Maßnahmen des Brückentausches in Angriff zu nehmen. Und „der Aufwand ist enorm“, wie Vorarbeiter Gerald Dirnberger von dem beauftragten österreichischen Baukonzern in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER erläutert. Schließlich müsse die 140 Jahre alte Brücke bis zur Einsetzung der neuen Brücke noch voll in Funktion bleiben: „Die Einsetzung der neuen Brücke wird erst im kommenden Oktober vonstattengehen.“

Zur Sicherung des Baugrunds werden mit einer großen Ramme Spundwände hergestellt.
Zur Sicherung des Baugrunds werden mit einer großen Ramme Spundwände hergestellt. | Bild: Gerd Feuerstein

Bis dahin gibt es für ihn und seine Truppe noch jede Menge zu tun. Denn während die alte Brücke nur eine Länge von 35 Metern aufweist, wird die neue Brücke insgesamt 45 Meter lang sein: „Und das, obwohl sie keinen Mittelpfeiler mehr haben wird und die Durchfahrtshöhe um 50 Zentimeter erweitert wird“, erzählt der Bauleiter. Die längere Spannweite komme dadurch zustande, dass hinter den alten Brückenfundamenten auf beiden Seiten neue Fundamente hergestellt werden müssen: Und das Ganze „unter rollendem Rad“, wie im Fachjargon die Tatsache ausgedrückt wird, dass der Zugverkehr in dieser Zeit weitgehend ohne Sperrungen aufrechterhalten bleibt.

Die Zufahrt über die erste Behelfsbrücke (rechts im Bild) ist hergestellt, sodass der Fels mit dem Bagger abgetragen werden kann.
Die Zufahrt über die erste Behelfsbrücke (rechts im Bild) ist hergestellt, sodass der Fels mit dem Bagger abgetragen werden kann. | Bild: Gerd Feuerstein

Doch ganz ohne Sperrungen könne die Großbaumaßnahme freilich nicht über die Bühne gehen. Grund: Um später alles unter „rollendem Rad“ zu schaffen, muss der Bereich zunächst mit Behelfsbrücken zugänglich gemacht werden. Daher müsse die Strecke in Kürze für mehrere Tage gesperrt werden, dann soll ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden.

Anders sieht die Sache allerdings für Wanderer und Radfahrer aus: „Aus Sicherheitsgründen musste der stark frequentierte Wander- und Radweg für die Dauer der Bauzeit gesperrt werden“, informiert der zuständige Bauleiter Darian Andone. Gleichzeitig appelliert er „mit Nachdruck“ an alle Wanderer und Radfahrer, sich an die ausgeschilderten Umleitungshinweise zu halten.

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