Sigmaringendorf – Die Krönung einer jahrzehntelangen Amtszeit als Bürgermeister erhielt Alois Henne in Form der Ehrenbürgerwürde. Der Ablauf der Veranstaltung und die Teilnahme der Bevölkerung und vieler Ehrengäste zeigte Hennes Beliebtheit, der nach 37 Amtsjahren am vergangenen Samstagabend in einem würdigen Festakt verabschiedet wurde. Die Feierlichkeiten begannen mit einer gut besuchten ökumenischen Wortgottesfeier in der Pfarrkirche, in Konzelebration gehalten vom katholischen Pfarrer Ekkehard Baumgartner und seinem evangelischen Amtsbruder Micha Fingerle sowie musikalisch gestaltet von Kirchenchor und Orgel. Beide Geistlichen bezeichneten Alois Henne als einen Brückenbauer zwischen den Menschen.

Landrätin Stefanie Bürkle beschrieb den Scheidenden als einen Schultes, der sein Amt nicht als Job, sondern als Berufung verstanden und auch so gelebt habe. Dies habe sich bei den Wiederwahlen in der Wahlbeteiligung der zwar eigenen, aber doch schaffigen Sigmaringendorfer und in den Wahlergebnissen gezeigt. In einer launigen Rede, mehrmals wie bei der Landrätin durch Beifall des Publikums unterbrochen, drückte Ministerialdirektor und Ex-Regierungspräsident Hubert Wicker sein Bedauern aus, Alois Henne als dienstältesten Bürgermeister abtreten zu sehen. Es werde eine Zäsur entstehen, aber damit müsse man sich abfinden, stellte Wicker fest und betonte, dass Henne ein Glücksfall für die Gemeinde gewesen sei und bleibende Spuren hinterlasse. Eine jahrelange und fruchtbare Zusammenarbeit bescheinigte Artur Ostermaier, wie Henne einer der vier Vizepräsidenten des Gemeindetags Baden-Württemberg, seinem Mitstreiter.

Pfullendorfs Bürgermeister Thomas Kugler nannte Henne nicht nur ein Paradebeispiel eines Bürgermeisters, vor dem man den Hut ziehe, sondern verlieh ihm gar das Prädikat eines Tausendsassas.

Eine sehr lange Liste an Versammlungen, Veranstaltungen, markanten Ereignissen und Jubiläen, an denen Alois Henne während der 37 Jahre teilgenommen und oft auch die Schirmherrschaft übernommen hatte, brachten die Vertreter der Sigmaringendorfer Vereine zu Gehör. In voller Mannschaftsstärke war die Feuerwehr angetreten wie auch die Bediensteten der Gemeinde, die am Ende ihres Vortrags einen Zeppelin und Luftballons aufsteigen ließen. Nach einer Dankbotschaft per Video aus der Partnergemeinde Rafaela in Argentinien setzte der Gemeinderat seinen Beschluss um und verlieh Alois Henne die Würde eines Ehrenbürgers. Bürgermeisterstellvertreterin Sonja Nipp hielt dazu die Laudatio und Claus Bayer händigte die Ernennungsurkunde aus.

Das Schlusswort gehörte Alois Henne, der einen großen Bogen über seine Amtszeit spannte und nicht mit Dank sparte. Dazu erhoben sich die Gäste von ihren Plätzen und spendeten ihm langanhaltenden Beifall. Zwischenzeitlich waren der Musikverein Sigmaringendorf, die Hüttenkapelle Laucherthal und die Hohenzollern-Kürassiere hoch zu Pferd aufmarschiert, um Henne mit einer festlichen Serenade zu ehren. Rittmeister Anton Rädle erstattete dabei die Meldung der Formation.

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Zur Person

Alois Henne wurde am 22. Mai 1949 in Obernheim geboren. Er erwarb 1968 die Fachschulreife und absolvierte danach seine Ausbldung im gehobenen Verwaltungsdienst. Er war als Gemeindeinspektor beim Bürgermeisteramt in Wehingen, als Verbandsamtmann beim Regionalverband Neckar-Alb in Tübingen und als Gemeindeamtmann beim Bürgermeisteramt in Bisingen tätig. Am 15. Juni 1980 wurde er zum Bürgermeister in Sigmaringendorf gewählt, die Wiederwahlen 1988, 1996, 2004 und 2012 gelangen mit überwältigender Zustimmung. Henne ist von 1980 bis 2017 Vorsitzender des Abwasserzweckverbandes Donau-Lauchert und seit 1984 Kreisrat. Er sitzt seit 2000 im Gemeindetag Baden-Württemberg, der ihn 2015 zum Vizepräsidenten ernannte. Außerdem gehört er mehreren Aufsichtsratsgremien an. (jüw)