„Arda sucht Helden“ lautet das Motto der Aktion, denn gesucht wird ein Stammzellenspender für den elfjährigen Arda, der an Leukämie erkrankt ist. Im Oktober wurden der begeisterte Fußballer und seine Familie mit der niederschmetternden Diagnose konfrontiert und die medikamentöse Behandlung blieb ohne Erfolg. Um zu überleben, braucht Arda einen geeigneten Stammzellenspender. Ein solcher Spender lässt sich durch die in Tübingen beheimatete und weltweit agierende DKMS (ehemals Deutsche Knochenmark-Spenderdatei) finden. Diese Organisation verwaltet eine Datenbank mit den spezifischen Merkmalen von Spendern, unter denen sich vielleicht auch ein für Arda geeigneter Mensch findet. Wer sich registrieren lässt und die Typisierung mitmacht, wird in der Datei als potenzieller Stammzellenspender aufgenommen.

Die Typisierungsaktion wird vom TSV Sigmaringendorf-Laucherthal organisiert und dessen Vorsitzender Andreas Bauer zeigt sich von der riesigen Anteilnahme überwältigt. „Wir rechnen mit 2000 Personen, die sich registrieren lassen“, erzählt er im SÜDKURIER-Gespräch. Rund 160 Helfer aus der Gemeinde, Privatleute oder Mitglieder befreundeter Sporvereine werden morgen im Einsatz sein, um den Ansturm von Registrierwilligen zu bewältigen. „Und wenn die Zeit nicht reicht, dann machen wir halt Überstunden“, sagt Bauer. Der FC Ostrach richtet sogar einen Shuttlebus-Service von Ostrach nach Sigmaringendorf ein. Sportvereine aus der ganzen Region haben ihr Kommen angekündigt und werden in ihren Vereinsanzügen präsent sein. Die Geschwister Anita und Alexandra Hofmann aus Meßkirch werden bei der Registrierungsaktion von 12 bis 14 Uhr ein „Meet and Greet“ mit ihren Fans veranstalten. Es werden Autogramme geschrieben, Fotos gemacht und die Besucher können mit den Volksmusikstars plaudern, die die Aktion auch finanziell unterstützen. Der württembergische Fußballverband hat auf Bitten des TSV einen Aufruf gestartet, und prominente Sportler und Vertreter des Showbusiness haben den Aufruf geteilt. Allein bei Facebook haben mehr als 100 000 User die Aktion registriert, bei der Bürgermeister Philip Schwaiger als Schirmherr fungiert.

Auch die Spendenfreundlichkeit ist überwältigend. Viele Privatleute haben schon gespendet oder eine Spende angekündigt. Großzügig zeigen sich nach Angaben von Andreas Bauer auch viele Firmen aus der Umgebung mit ihren Geldspenden. Und Betriebe haben Sachspenden wie Getränke und Backwaren für die morgige Aktion zugesagt. „Es ist enorm, was die letzten Tage über uns hereingebrochen ist“, sagt Dennis Klink, Cheforganisator der morgigen Veranstaltung. „Telefon, E-Mail, Whatsapp und die Social-Media sind in Dauerfeuer bei mir und meinen Mitstreitern“, berichtet Klink, der als Jugendtrainer beim TSV aktiv ist und Arda in der D-Jugend auch trainiert. Er hatte die Vereinsverantwortlichen über die Diagnose seines Schützlings informiert und es war keine Frage, dass der TSV aktiv werden würde.

Typisierungsaktion

Typisieren lassen können sich Menschen im Alter von 17 bis 55 Jahren und in der DKMS-Spenderdatei bleibt man bis zum Alter von 61 Jahren. Die Typisierung ist völlig harmlos. Man muss etwa zehn Minuten mit einem Wattestäbchen Zellen von der Mundschleimhaut ablösen und anschließend eine Einverständniserklärung ausfüllen. Wer in der Datenbank registriert ist, könnte auch als Spender für jemand anderen als Arda in Frage kommen. Wer am morgigen Samstag keine Zeit hat, kann die Registrierung nach einem Kontakt mit der Webseite von DKMS auch zuhause vornehmen.

Jede Typisierung kostet etwa 35 Euro und deshalb bittet der TSV Sigmaringendorf-Laucherthal auch um Spenden für die DKMS. Das Konto bleibt für ein halbes Jahr nach der Typisierungssaktion eingerichtet und eine Spendenquittung gibt es auf Wunsch auch. Die DKMS ist eine internationale gemeinnützige Organisation, bei der rund 7,9 Millionen Spender registriert sind.