Freundschaft, Spaß, die Möglichkeit, über sich hinauszuwachsen, aber auch eine ganze Menge Arbeit: Walter Kordovan, Vorsitzender des Theatervereins Waldbühne, kennt das alles aus eigener Erfahrung. „Für mich bedeutet Waldbühne aber auch Heimat, Familie, Entspannung und Freizeitvergnügen“, stellte er bei seiner Begrüßung in der voll besetzten Donau-Lauchert-Halle fest. Um Vergnügen ging es bei der Feier des 90. Geburtstag der Waldbühne, aber auch um die Rückblicke auf eine Erfolgsgeschichte.

Vorsitzender Walter Kordovan konnte zur Geburtstagsfeier "die Familie Waldbühne" in der Donau-Lauchert-Halle begrüßen.
Vorsitzender Walter Kordovan konnte zur Geburtstagsfeier "die Familie Waldbühne" in der Donau-Lauchert-Halle begrüßen. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Freunde der Waldbühne wissen es längst: Diese Truppe steht für Qualität und Kreativität. Dies wurde bei der Geburtstagsfeier einmal mehr bestätigt. Eine Dekoration mit viel Stil und Kreativität sowie viel Raum für Gespräche und Erinnerungen warteten auf die Besucher. Hätte man die Stunden zusammengezählt, die die Gäste an den Tischen schon für die Waldbühne aktiv waren, wäre bestimmt eine siebenstellige Zahl herausgekommen. Denn wer einmal vom Virus Waldbühne infiziert ist, der lässt sich davon auch nicht mehr kurieren.

Edwin Weber: "kulturelles Aushängeschild für Landkreis"

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Und welcher Verein im Landkreis hat schon so viele Fans wie die Waldbühne? Einer davon ist Edwin Weber, Fachbereichsleiter Kultur und Archiv im Landratsamt Sigmaringen. Die Bühnenarbeit bezeichnete er als höchst bemerkenswert und die ausgeprägte Jugendarbeit gebe Impulse für das Leben. „Sie sind ein kulturelles Aushängeschild für den Landkreis“, lobte der Historiker die Waldbühnenfamilie. Für Bürgermeister Philip Schwaiger ist die Laienbühne „eine starke Bewegung“. Da seien Idealisten mit hoher sozialer Kompetenz am Werk. „Sie sind ein Markenzeichen der örtlichen Gemeinschaft."

1979 "Emil und die Detektive" als erstes Kinderstück

Unzählige Aufführungen ganz unterschiedlicher Genres haben seit 1928 die Besucher begeistert. Und als Gerold Rebholz im Jahr 1979 mit „Emil und die Detektive“ das erste Kinder- und Jugendstück auf die Bühne brachte, war das nicht nur die Erschließung einer neuen Zielgruppe, sondern für viele Menschen auch der Grundstein für ein langes Leben als Waldbühnenfreund. Denn wer als Kind schon einmal ein Stück gesehen hat, der kommt als Erwachsener wieder und bringt irgendwann auch seine Enkel mit.

Susanne Görges, stellvertretende Regionalvorsitzende des Verbands Deutscher Freilichtbühnen, war vor 1977 als 13-Jährige beim Zeltlager einer Theatergruppe in Fridingen dabei. Und da stand auch ein Besuch der Waldbühne auf dem Programm. „Da habe ich damals ganz nett gestaunt. Die hatten tatsächlich einen überdachten Zuschauerraum“, erinnerte sie sich humorvoll. Mittlerweile ist auch moderne Bühnentechnik im Einsatz.

Ehrung für jahrzehntelanges Mitwirken

Präsidentin Naemi Zoe Keuler zeichnete Alois Ott (links) mit der goldenen Ehrennadel des Landesverbands Amateurtheater aus. Er engagiert sich seit 60 Jahren für die Waldbühne.
Präsidentin Naemi Zoe Keuler zeichnete Alois Ott (links) mit der goldenen Ehrennadel des Landesverbands Amateurtheater aus. Er engagiert sich seit 60 Jahren für die Waldbühne. | Bild: Karlheinz Fahlbusch

Doch ohne die Menschen geht es nicht. Naemi Zoe Keuler, Präsidentin des Landesverbands Amateurtheater, ehrte deshalb langjährige Aktive mit der silbernen Ehrennadel des Bunds Deutscher Amateurtheater. 25 Jahre dabei sind Manuela Metzger, Alexander Speh, Michael und Stefanie Kordovan sowie Matthias Henne. Mit der goldenen Ehrennadel und damit für 60 Jahre Verdienste um das Amateurtheater wurde Alois Ott ausgezeichnet.

Vorsitzender: "haben derzeit 160 Aktive"

Um die Zukunft macht man sich bei der Waldbühne keine Sorgen. „Wir haben derzeit 160 Aktive, so viel wie noch nie“, freute sich Walter Kordovan. Sie hatten Spaß am Improtheater „Spieltrieb“ aus Sigmaringen, das eine komplett andere Art von Theater macht, und Moderator Andreas Rebholz, ebenfalls ein Gewächs der Waldbühne.

Günther Letsch, Ellen Geiger, Elke Gehrling und Andi Musen (von links) vom Improtheater Spieltrieb aus Sigmaringen begeisterten mit ihrer Art von Theater. Da ist alles improvisiert und Textbücher gibt es nicht.
Günther Letsch, Ellen Geiger, Elke Gehrling und Andi Musen (von links) vom Improtheater Spieltrieb aus Sigmaringen begeisterten mit ihrer Art von Theater. Da ist alles improvisiert und Textbücher gibt es nicht. | Bild: Karlheinz Fahlbusch