Baden-Württemberg ist in Deutschland der „Keltenstandort„. Diese Feststellung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann stand am Beginn eines Rundgangs des Grünen-Politikers über das Museums- und Forschungsgelände Heuneburg bei Herbertingen. Die Erklärungen bekam der Grünen-Politiker von zwei ausgewiesenen Kennern, dem Landesarchäologen Dirk Kraus und von Professor Michael Hörrmann, dem Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten in Baden-Württemberg. Der Rundgang gehörte zum zweiten offiziellen Kreisbesuch des Regierungschefs in seinem Heimatkreis Sigmaringen.

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Kelten sollen einen breiten Öffentlichkeit nahe gebraucht werden

Die Heuneburg, die mit großer Wahrscheinlichkeit mit der in der antiken Literatur erwähnten Stadt Pyrene identisch ist, gehört international zu den bedeutendsten Relikten der Kelten, ist aber landesweit nicht die einzige Hinterlassenschaft des Händler- und Bauernvolks. Deswegen gibt es für den Südweststaat eine „Keltenkonzeption“ mit dem Ziel, die historischen Spuren für eine breite Öffentlichkeit sicht- und verstehbar zu machen. Diese Konzeption soll, so Hörrmann, bis zum Jahr 2025 umgesetzt werden. In den kommenden vier bis fünf Jahren wird auch auf der Heuneburg und in ihrem unmittelbaren Umfeld einiges ändern.

Bau einer rekonstruierten Hofstelle geplant

Zwischen der eigentlichen Stadtanlage auf dem Plateau ist ein keltischer Bauernhof geplant, der in einer rekonstruierten Hofstelle untergebracht sein wird. Der Geschäftsführer: „Vorstellbar ist ein Tierbestand zum Beispiel aus Schweinen, Rindern, Ziegen und möglicherweise auch Pferden.“ Für dieses Bauernhofprojekt und seine Tiere werden 30 der 60 Hektar Land benötigt, die im Umfeld der Heuneburg vom kommenden Jahr an aus der intensiven Agrarnutzung genommen werden.

Rund 30 Hektar für den Schutz vermuteter archäologischer Funde

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Die anderen 30 Hektar werden zum Schutz des unter dem Boden vermuteten „archäologischen Fundbestandes“, so der Professor, aus der landwirtschaftlichen Verwertung genommen. Zu dem zukünftigen Museumsgelände gehören unter anderem Streuobstbestände. Mit diesem Bauernhof und seiner Bewirtschaftung solle besonders den Jüngeren unter den Besuchern das Bewusstsein für die Bedeutung ökologischer Zusammenhänge geschärft werden. Im Außenbereich ist zusätzlich ein Kinderspielplatz geplant. Im musealen Teil der Anlage sind Dauer- und Wechselausstellungen, sowie ein Gastronomiebereich vorgesehen. Professor Hörrmann versichert: „Kern unseres Angebots bleiben das Plateau und die Vorburg.“

Digitales Angebot auch für Lehrer und Schüler

Das Museum erhält eine moderne multimediale Ausstattung. Dieses digitale Angebot ist nach den derzeitigen Plänen auch für Lehrer und Schüler als Ergänzung zu den bestehenden Bildungsplänen gedacht. In diesem Zusammenhang formulierte Hörrmann einen Kritikpunkt. Die Kelten seien in den Bildungsplänen eine „fehlende Thematik“.

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