Karlheinz Fahlbusch

Diakon Werner Knubben brachte es in seiner Laudatio auf den Punkt: „Du liebe Mechthild bist genau die Frau, die ich im Andenken an den Heiligen Fidelis Anwältin der Armen nennen möchte.“ 35 Jahre sei Mechthild Grau im Einsatz gewesen für Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten. Allein im „Gelben Haus“ in Sigmaringen-Laiz habe sie im Auftrag des Caritasverbandes mehr als 1000 Frauen und Männer sowie viele Kinder betreut. All diese Menschen hätten ein schweres Gepäck zu tragen gehabt, die Frage, wie die Zukunft aussehe. Knubben gab sich überzeugt: “Du könntest Romane erzählen.“ Romane vom gelben Haus, von der Flüchtlingsunterkunft in Fürstenhof und der Landeserstaufnahmestelle. Am 30. März sei sie in Rente gegangen und helfe jetzt alten Menschen. Als Prädikantin dürfen sie im Dienst der evangelischen Kirche jetzt Gottesdienste und Beerdigungen abhalten. „Ein Gott, ein Glaube, eine Frau“, lobte der Laudator. Der Name Mechthild bedeute die „Mächtige im Kampf“. „Doch du kämpfst nicht mit Waffen, sondern mit dem Herzen.“

Dank von ehemaligen Betreuten

„Von Anfang an war sie immer für uns da und hat uns bei Problemen geholfen. Und immer war sie freundlich“, betonte Dorrah Setto, die vor vielen Jahren aus dem Irak gekommen ist. Mittlerweile ist sie dem Beispiel Graus gefolgt und hilft jetzt selbst Flüchtlingen. Acht Jahre in Deutschland ist der Syrer Hasan Cheikhmos, der dank der Unterstützung von Mechthild Grau nicht nur Deutsch gelernt, sondern auch eine Ausbildung zum Mechatroniker abgeschlossen hat und bei der Feuerwehr ist.

Preis ein Geschenk und eine Verpflichtung

Und was sagt Mechthild Grau? „Ich war baff, dass ich den Preis bekommen soll.“ Die 10 000 Euro wurden von den Geschäftsführern Jürgen Schwochow und Hansjörg Madlener von Kovacic-Ingenieure als einmalige Würdigung im Fidelisjahr zur Verfügung gestellt. „Die Armen sind euch nicht egal“, lobte sie mit belegter Stimme und feuchten Augen. Der Preis sei nicht nur ein Geschenk, sondern auch eine Verpflichtung. Und er soll dort eingesetzt werden, wo mit Geld geholfen werden kann.

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