Der bekannte Zirkus Charles Knie wird von Samstag, 20. Juli, bis einschließlich Montag, 22. Juli, auf dem Festplatz an der Stadthalle in Sigmaringen gastieren. Zum Programm des Zirkusses gehören die Auftritte zahlreicher Tiere. Deshalb hatte es in der Vergangenheit immer wieder Proteste von Tierschützern der Organisation Peta gegeben, die die Haltung der Tiere im Zirkus wie auch deren Transport von Auftrittsort zu Auftrittsort kritisierten. Auf Nachfrage des SÜDKURIER weisen die Verantwortlichen des Zirkus Charles Knie diese Kritik entschieden zurück.

„Dass die Transporte, die ja immer in den vertrauten, rollenden Quartieren stattfinden, die auch Stall und ‚Heim erster Ordnung‘ für die Tiere sind, keinen Stress für die Tiere darstellen, ist längst wissenschaftlich bewiesen. Der Nachweis wurde durch den Freiburger Biologen der Universität Freiburg, Dr. Emanuel Brimelin, erbracht. Mittel eines Cortisoltests, der die Stress-Hormon-Ausschüttung auf dem Transport von Raubtieren und Elefanten gemessen hat, konnte nachgewiesen werden, dass die Tiere auf dem Transport keinerlei erhöhten Stresshormone produzieren,“ heißt es in einer Stellungnahme des Zirkusses.

Die Kritiker bemängelten in der Vergangenheit auch die Haltung von Wildtieren durch den Zirkus. So wurde kritisiert, dass etwa die Steppenzebras nicht artgerecht gehalten würden. „Die Zebras im Zirkus Charles Knie erfreuen sich bester Gesundheit. Besuchern gegenüber sind sie ausgesprochen interessiert, freundlich und zutraulich. Die Zebras leben in einer harmonischen Gruppe“, so die Stellungnahme des Zirkusses. Und es gebe keine seriösen wissenschaftlichen Belege dafür, dass es Wildtieren, die in Zirkusbetrieben gehalten werden, schlechter gehe als in jedweder anderen Form der Wildtierhaltung wie etwa im Zoo. Vielmehr existierten mittlerweile zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, die im Ergebnis das genaue Gegenteil beweisen würden.

Der Zirkus Charles Knie gilt nach eigenen Angaben branchenweit als vorbildlicher Tierhaltungsbetrieb. Eine mustergültige und verantwortungsvolle veterinärmedizinische Betreuung gehöre dazu. „Die Dressur, das tägliche Training, ist für unsere Tiere vor allen Dingen Beschäftigung und die Förderung ihrer angeborenen Instinkte. Dies erachten wir unabhängig von der Präsentation der Tiere vor Publikum, für jede Form der Tierhaltung als dringend geboten. Die Grundlage eines erfolgreichen Trainings kann nur die Positivverstärkung sein. Nur diese, auch als ‚Humane Dressur‘ beschriebene Methodik findet im Zirkus Charles Knie ihre konsequente Anwendung“, heißt es in der Stellungnahme des Zirkusses.

Für die laufende Saison hat der Zirkus Charles Knie nach eigenen Angaben eine neue Show gestaltet, die ihren ganz eigenen Stil, ihr eigenes Tempo und ihre eigenen Farben habe. Elemente aus Show und Theater, Tanz und Gesang würden in dieser Inszenierung stärker in den Vordergrund gerückt. Dennoch gibt es klassische Auftritte. So wird Weltstar Alexander Lacey seine 13 Raubkatzen präsentieren. Alexander Lacey wurde mehrfach ausgezeichnet, auch mit der höchsten Auszeichnung beim „Internationalen Circusfestival von Monte Carlo“. Edle Pferde, Miniponys, Zebras, Kamele, Dromedare, viele unterschiedliche exotische Rinder, Lamas und sogar Kängurus und Vogelstrausse werden von Tierlehrer Marek Jama betreut, ausgebildet und in der Manege des Zirkusses präsentiert. Beim „41. Internationalen Circusfestival von Monte Carlo“ wurde Marek Jama mit dem begehrten „Silbernen Clown“ ausgezeichnet.

Akrobatik und Artistik

Neben Tiernummern gibt es auch Akrobatik und Artistik: Aus Brasilien kommt das Diorio‘s Team mit seiner Motorradkugel “Splitting Globe“. Die Fahrer liefern sich in der Stahlkugel gewagte und riskante Überhol- und Verfolgungsrennen. Fünf brasilianische Fahrer befinden sich gleichzeitig im nur 4,40 Meter großen Globe, während dieser sich dann auch noch teilt.

Ähnlich atemberaubend sind zwei Kolumbianer in der Zirkuskuppel aktiv: Selbst bei atemberaubender Geschwindigkeit und in 12 Metern Höhe kennen die beiden jungen Männer keine Furcht auf dem sogenannten Todesrad, heißt es. Das Duo Vanegas vollführt seine Salti, Seilsprünge und Artistik mit verbundenen Augen, innerhalb und außerhalb der drehenden Räder, wie es in einem Ankündigungstext heißt.