Bei einem Rundgang auf dem Gelände der Landeserstaufnahmeeinrichtung (Lea) hat Annette Widmann-Mauz als Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, sich umfassend informieren lassen. Regierungspräsident Klaus Tappeser, dessen Behörde in Tübingen für den Betrieb der Lea zuständig ist, sprach die Einladung an die Staatsministerin aus. Begleitet wurde sie von Gemeinderäten, vom Lea-Betreuungsstab sowie von Behörden- und Medienvertretern. Auch Marcus Ehm, der am Montag in sein Amt als Sigmaringer Bürgermeister eingeführt wird, war zugegen. Unerwünscht ist es allerdings, Gesichter von Schutzbefohlenen hier zu fotografieren.

Die akademische Viertelstunde war längst vorbei, als sich der Tross zur Mittagstunde am Freitag in Bewegung setzte. Tappeser geizte nicht mit Fakten: 649 Bewohner hat die Lea. Die Mehrzahl komme aus den afrikanischen Ländern Nigeria, Gambia und Togo. Neuerdings würden auch Asylsuchende aus der Türkei registriert – „stark ansteigend“, wie der Regierungspräsident betonte.

Aufmerksam verfolgt der neue Bürgermeister von Sigmaringen, Marcus Ehm (links), die Erläuterungen von Stefanie Gäble (rotes Hemd) zum ehrenamtlichen Engagement in dieser Flüchtlingsstätte.
Aufmerksam verfolgt der neue Bürgermeister von Sigmaringen, Marcus Ehm (links), die Erläuterungen von Stefanie Gäble (rotes Hemd) zum ehrenamtlichen Engagement in dieser Flüchtlingsstätte. | Bild: Witt, Jürgen

Vorgestellt wurden bei der Führung einige Bereiche in dieser Einrichtung. In puncto des auf 100 Köpfe angewachsenen Sicherheitsdiensts informierte Tappeser, dass die Eingangskontrollen eine gewisse Fürsorge bedeuten. Dass es hin- und wieder Querelen gibt, wolle er nicht verhehlen: „Das sind keine Horte des Friedens und des Kuschelns“, wies der Regierungspräsident auf das Zusammentreffen unterschiedlichster Nationen und Religionsgruppen hin.

Die Belange der Sozial- und Verfahrensberatung und die Alltagsbetreuung erläuterte Tim Wagner. Annette Widmann-Mauz hörte interessiert zu und fragte intensiv nach. „Mir ist Sigmaringen als Bundeswehrstandort natürlich ein Begriff. Aber jetzt liegt mir daran, die Kaserne in jetziger Nutzung von innen kennenzulernen, Eindrücke zu gewinnen“, so die Staatsministerin. Es sei wichtig für diejenigen, die hier bis zu einem halben Jahr leben, dass die Rahmen- und Lebensbedingungen stimmen. Ziel müsse es sein, die Verfahren von Asylbewerbern zu beschleunigen, damit sie schnellstmöglich Gewissheit bekommen, wie es um ihre Bleibeperspektive steht.