Pater Alfred Tönnis aus Biberach wird am Donnerstag, 14. Juni, um 16 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus in der Karlstraße 24 über seine Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit berichten. Die Veranstaltung findet laut einer Mitteilung des evangelischen Gemeindebüros im Rahmen der Reihe „Begegnungen und Gespräche“ statt.

Der Pater leitet seit Mai 2014 die Flüchtlingsunterkunft im Kloster Oggelsbeuren. Gemeinsam mit seiner Klostergemeinschaft lebt er dort unter überwiegend muslimischen Flüchtlingen. In der nun dreijährigen Zeit des Bestehens hat er über 350 Flüchtlinge in Oggelsbeuren begleitet. Das Ziel der von ihm gegründeten Trägerstiftung des Heimes ist es, den Flüchtlingen ein Stück weit das Gefühl von Heimat oder Geborgensein zu geben.

Doch schon zuvor war Alfred Tönnis in der Flüchtlingsarbeit aktiv. Mehrfach hat er in den vergangenen Jahren diverse Flüchtlingslager auf Malta, in Griechenland und dem Libanon besucht und Gespräche mit Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft geführt. Diese Erlebnisse haben ihn geprägt.

Pater Tönnis setzt sich offen für den Dialog der Religionen ein. Daraus sei auch das „Come In“ entstanden, ein Gebets- und Buchladen in der Innenstadt Biberachs, in dem jeden Freitag um 18 Uhr eine interreligiöse Gebetszeit mit Imam und Pfarrer stattfindet. Pfarrer Matthias Ströhle, der beim Vortrag auch mit anwesend sein wird, ist auch dort ein maßgeblicher Mitinitiator gewesen. Gleichzeitig fordert Alfred Tönnis aber auch eine klare Linie gegenüber straffällig gewordenen Flüchtlingen.

Chancen und Perspektiven

Im Gespräch mit dem Pater erfahren die Teilnehmer mehr über Chancen und Perspektiven seiner Tätigkeit. Bekannt wurde Pater Tönnis in den 1990er Jahren, als er mit einem Wohnmobil („Kloster auf Rädern“) durch Deutschland fuhr. Er lebte dabei zwei bis drei Wochen auf dem Marktplatz einer Stadt und begleitete als Seelsorger Menschen, die er zufällig traf. Er ist ein katholischer Priester, Pater des Ordens der Oblaten und bekannt für seine innovativen Projekte und Initiativen.