Eine Sonderausstellung „Glanzstücke“ ist ab sofort im Hohenzollernschloss für das Publikum geöffnet. Sie kann im Rahmen einer regulären Führung durch das Schloss besichtigt werden. Medienvertreter durften schon vorab einen Blick auf die erlesenen Stücke werfen. Die Ausstellung zeigt, womit die fürstlichen Tafeln ausgestattet wurden und zum Teil auch noch werden. Alle Teile stammen aus der privaten Sammlung der Schlossherren.

Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern, Anette Hähne (Leiterin der Bibliothek und der fürstlichen Sammlungen), Carmen Ziwes (Schlossführerin) und Katharina Fürstin von Hohenzollern (von links).
Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern, Anette Hähne (Leiterin der Bibliothek und der fürstlichen Sammlungen), Carmen Ziwes (Schlossführerin) und Katharina Fürstin von Hohenzollern (von links). | Bild: Magdalena Hangarter

Die Idee zu dieser Ausstellung kam Katharina Fürstin von Hohenzollern beim Besuch des Reichsmuseums Amsterdam, wo es eine ähnliche Ausstellung gab. Damit ist „Glanzstücke“ die bereits vierte Sonderausstellung der Fürstin. Anette Hähnel, Leiterin der Fürstlichen Sammlungen, erläuterte im Rahmen eines Pressegesprächs, dass es vor allem die Geschichten hinter den Gegenständen seien, die diese wertvoll machten.

Das Kurlandservice der Königlichen Porzellan-Manufaktur mit rosafarbenem Rand gilt als Besonderheit.
Das Kurlandservice der Königlichen Porzellan-Manufaktur mit rosafarbenem Rand gilt als Besonderheit. | Bild: Magdalena Hangarter

Die Vorabbesichtigung für die Medien bot die Gelegenheit für Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern, eine Anekdote zu einem der ältesten Ausstellungsstücke zu erzählen. Hierbei handelt es sich um zwei Trinkgefäße in Form eines Pferdes aus vergoldetem Silber von circa 1600. Diese wurden von einem Dieb entwendet, der sich nachts im Museum einschließen ließ, um am nächsten Tag mit dem Besucherstrom wieder nach draußen zu gelangen. „Etwas das heute nicht mehr funktionieren würde“, wie seitens der Museumsleitung gleich eingeworfen wurde. Der Fürst erzählte weiter, dass die Pferde auch nach vielem Suchen unauffindbar blieben. Bis es zu einem Vorfall in einem Kloster in Österreich kam, wo ein angeblicher Kunststudent gerade dabei war ein Bild in sein Auto zu verladen. Ein Mönch sah dies und stellte ihn zur Rede. Der Dieb versuchte es mit der Ausrede, das Bild nur ausleihen zu wollen. Der Mönch blieb misstrauisch. Bei einer anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung konnten mehrere Kunstgegenstände wiedergefunden werden, unter anderen die Silberpferde des Fürsten.

Die versilberten Brotkörbe von 1845 werden auch heute noch von der fürstlichen Familie benutzt.
Die versilberten Brotkörbe von 1845 werden auch heute noch von der fürstlichen Familie benutzt. | Bild: Magdalena Hangarter

Neben den goldenen und silbernen Exponaten kann ein fürstlich gedeckter Tisch im Speisesaal bewundert werden. Die Teller mit dem rosafarbenen Rand wurden von der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM) extra für das Haus Hohenzollern gefertigt. Eine Besonderheit, da das Kurlandservice eigentlich einen grünen Rand trägt. Neben dem Kurlandservice werden zum Beispiel auch die versilberten Brotkörbe von 1845 auch heute noch von der fürstlichen Familie benutzt. Ein Höhepunkt der Ausstellung ist die Porzellankammer der Schlossherren. Diese wird anlässlich der Sonderausstellung erstmals und einmalig dem Publikum geöffnet. In deckenhohen Küchenbuffets lassen sich hier Service von Meissen, Nymphenburg oder Villeroy & Boch bestaunen.

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Auf den Wert der Sammlung angesprochen, entgegnete der Chef des fürstlichen Hauses, dass nicht über Zahlen gesprochen werden könne. Es handle sich hier sicher auch um einen materiellen Wert, aber noch viel höher sei der ideelle Wert der historischen Stücke einzuschätzen, sagte der Schlossherr. Auffallend waren in der Porzellankammer zwei Exponate, die ein moderneres Design haben. Die mit Maiglöckchen verzierten Teller von Dior sind tatsächlich im aktuellen Gebrauch des Fürstenpaares. „Ich sammle Porzellan“, verriet die Fürstin, die das Porzellan gerne passend zur Jahreszeit oder zu den Gerichten aussucht.