Über 100 Gäste sind am vergangenen Sonntagnachmittag in den Alten Schlachthof defiliert, um in dessen Ateliers die Ausstellungseröffnung "Natura Morta – Still alive" mitzuverfolgen. Die Geisteswissenschaftlerin und Kunstpädagogin Maren Gebhardt hält die Begrüßungsrede und stellt bei der Vernissage die fünf Gastkünstler und deren Vita vor: Es sind Cornelia Hesse-Honegger, Schwester M. Pietra Löbl, Franziska Klose, Gabriel Stohrer und Roland Wilhelm Schmitt.

Einen allerletzten Schliff nimmt Schwester M. Pietra Löbl am Kunstobjekt ihrer Tropf- und Klanginstallation vor.
Einen allerletzten Schliff nimmt Schwester M. Pietra Löbl am Kunstobjekt ihrer Tropf- und Klanginstallation vor. | Bild: Witt, Jürgen

"Kommt uns die Natur abhanden? Es summt leiser in Wiesen und Wäldern", sagt Maren Gebhardt. Die Künstler der Ausstellung hätten die Veränderungen seit Längerem wahrgenommen. In teils langjährigen Studien haben sie die Natur beobachtet und sie würden mit Materialien experimentieren, die sie der Natur entnommen haben. Ihr künstlerisches Forschen habe Ausdruck in Zeichnung, Fotografie, in der Installation und im Objekt gefunden. Der Titel der Ausstellung sei wörtlich zu nehmen: Zwischen "toter Natur" und "noch lebendig/stilles Leben" bewege sich die Kompassnadel. Es sei auch das Arbeitsmotto dieser Künstler, sie nähmen es wörtlich, so Gebhardt. Sie haben gemeinsam Position bezogen und den Aufbau in den Ateliers als Laborsituation begriffen.

Am Eingang sind "Plopp"-Geräusche zu vernehmen. Hier hat Schwester Pietra Löbl vom Kloster Sießen ihre Tropf- und Klanginstallation angebracht: Weithalsflaschen, die mit einem Faden präpariert und mit Wasser gefüllt sind, tropfen im Zeitlupentempo in unterschiedlich hohe Metallröhren. Weitere Arbeiten sind im Obergeschoss untergebracht. Im gegenüber liegenden Gebäude zeigt der Naturschutzbund (Nabu) eindrückliche Bilder zum Insektensterben.

Das Ausstellungsprojekt in den Ateliers läuft bis 21. Oktober, Samstag/Sonntag jeweils von 13 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung per Telefon 0 75 71/33 33 oder E-Mail: info@schlachthof-sigmaringen.de