Sigmaringen – Experten und Zuhörer waren sich einig: Eine solch hochkarätige Veranstaltung hat im ländlichen Raum Seltenheitswert. Am Samstag ging es in der Stadthalle um ein Thema, das längst aus der Tabuzone herausgekommen ist: Krebs. Das könnte auch daran liegen, dass rund 40 Prozent der Bevölkerung mit dem Risiko leben müssen, dass sich im eigenen Körper ein Krebs entwickelt, wie zu erfahren war.

Aus dem ganzen Bundesgebiet waren namhafte Vertreter verschiedener onkologischer Fachrichtungen gekommen, um über krebsspezifische Themen zu referieren und Fragen aus dem Publikum zu beantworten. Zahlreiche Informationsstände mit einem breiten Spektrum an Wissenswertem rund um das Thema Tumorbehandlung und Nachsorge rundeten das Programm ab. Ein Showprogramm in der Mittagszeit mit dem Gospelchor "Living Voices" unter der Leitung von Anton Roggenstein sorgt für jene beschwingten Momente, die Kummer und Sorgen erträglicher machen. Denn klar ist: Krebs ist längst zur Geißel der Menschheit geworden.

Die Psychosoziale Krebsberatungsstelle Sigmaringen hatte sich im Verbund mit dem Onkologischen Schwerpunkt der SRH Kliniken Sigmaringen GmbH, den Selbsthilfegruppen "Menschen nach Krebs" und der Angelo-Stiftung, viel Mühe gegeben, um eine qualitativ hochwertige Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Triebfeder war einmal mehr Evi Clus. Die ehemalige Krankenschwester und selbst Betroffene, kämpft seit vielen Jahren dafür, das Thema Krebs in die Öffentlichkeit zu rücken und den erkrankten Menschen die Hilfe zu bieten, die sie brauchen. Auch die Einrichtung der Krebsberatungsstelle in Sigmaringen war ihre Idee, für die sie lange gekämpft hat.

Mit der Resonanz am Samstag war sie sehr zufrieden. "Ich habe bislang auch nur Positives gehört", machte sie am Tag danach gegenüber dem SÜDKURIER deutlich. Willi Römpp, bei Trägerverein der Beratungsstelle für die Finanzen zuständig, sprach von bis zu 250 Besuchern, die sich im Laufe des Tages abwechselten. Tumorerkrankte und ihre Familien, sowie Ärzte, medizinisches Fachpersonal und viele andere am Thema interessierten Besucher erlebten dann auch sehr informative Vorträge. Dabei wurde deutlich: Krebs ist nicht gleich Krebs und die Heilungschancen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten enorm verbessert. Eine ganz wichtige Rolle spielt die Früherkennung. Und das keineswegs nur bei Frauen. Nach der Diagnose Krebs fühlen sich viele Betroffene, Angehörige und Freunde verunsichert, haben Angst oder sind verständlicherweise mit der Situation überfordert. Doch: "Die Krankheit ist nicht unheilbar", machte Dr. Hubert Hug von der SRH Klinik in Sigmaringen bei der Schlussrunde deutlich, in der von den Experten Publikumsfragen beantwortet wurden, die man schon im Vorfeld auf Kärtchen schreiben konnte. Moderatorin Stephanie Uhlig vom SWR ("Über die große Resonanz bin ich echt erstaunt") machte deutlich, dass eine solche Veranstaltung keineswegs selbstverständlich sei.

Mehrere Möglichkeiten zur Krankheitsfeststellung

Ausgewählte Fragen und Antworten zur Brustkrebserkrankung

Wie können Paare mit dem Thema umgehen?

Man sollte nicht nur die Patientin ansprechen, sondern auch die Männer einbeziehen. Defizite müssen durch Gespräche abgebaut werden.

Wie hoch ist die Prozentzahl der Brustkrebspatientin, die nach einer Therapie an einer anderen Krebsart erkranken?

Hierzu gibt es noch zu wenig Daten. Klar ist, dass ein Brustkrebs nicht vor anderen Tumorarten schützt.

Kann die Mammographie durch Ultraschall ersetzt werden?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Brustkrebs festzustellen. Die Mammographie zeigt Dinge, die man nicht ertasten kann. Es gibt aber auch Fälle, wo bei dieser Methode nichts zu sehen ist, beim Ultraschall dagegen schon. Die Experten raten zu einer guten Kombination unterschiedlicher Methoden. Die Mammographie sollte langsam und sanft eingesetzt werden.

Kann Cannabis in der Krebstherapie hilfreich sein?

Im Prinzip nicht. Das gilt aber nicht für die Schmerztherapie. Cannabis kann aber bei der Bekämpfung hilfreich sein. (kf)