Die Hochschule Albstadt-Sigmaringen hat ihren Sommerempfang gefeiert. Dabei standen die enge Verzahnung von Hochschule und Wirtschaft im Fokus. Die Festrede hielt Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg. Sie betonte die Bedeutung der regionalen Wirtschaft. Zu den wertvollen Eigenschaften, die das Land auf der Habenseite verbuchen könne, gehöre die Wirtschaftsstärke in der Fläche, sagte die Ministerin: „Nicht zum überwiegenden Teil in einem großen Zentrum, sondern tatsächlich in den Regionen wird unser Bruttoinlandsprodukt erwirtschaftet.“ Ein wichtiger Grund dafür würde nicht zuletzt in der vielfältigen und in der Fläche starken Hochschullandschaft liegen, von der gerade mittelständische Unternehmen profitierten. „Die Hochschule Albstadt-Sigmaringen ist dafür ein hervorragendes Beispiel: Ihre Ausrichtung in Forschung und Lehre mit den Schwerpunkten Entrepreneurship und Digitalisierung adressiert genau die Herausforderungen, die für die Zukunft unserer heimischen Wirtschaft relevant sind“, so die Ministerin. Auch dass die Hochschule das vom Wirtschaftsministerium geförderte „DigitalHub Neckar-Alb und Sigmaringen“ als Partner unterstütze, zeige, dass die Hochschule hervorragend für die Zukunft aufgestellt sei.

Generell sei man als Hochschule für Angewandte Wissenschaften immer offen für die Zusammenarbeit mit industriellen Partnern, erklärte Rektorin Ingeborg Mühldorfer. Industrielle und akademische Wissenschaft unterlägen demselben Ethos der Verpflichtung zur Wahrheitsfindung. Der Unterschied liege vornehmlich in der stärker produktgerichteten Zielorientierung der industriellen Forschungsgebiete. Der Blick in die Geschichte der Naturwissenschaft zeige, dass wissenschaftliche Erkenntnisse immer als Grundlage für technische Erfindungen verwendet wurden, die der Erleichterung des Lebens von Menschen dienen. „Das macht den Menschen aus und das ist angewandte Wissenschaft“. Als Hochschule für Angewandte Wissenschaften bekenne man sich dazu und wolle auch die Verantwortung für die Region wahrnehmen – einerseits durch die Heranbildung von Absolventen als künftige Fachkräfte und andererseits durch kooperative Projekte mit industriellen Partnern. Bei den örtlichen Firmen stehen dafür neben zahlreichen Albstädter Unternehmen auch Bizerba in der Technischen Informatik und die Mengener Firma Schunk im Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen.

Die Festrede an der Hochschule hielt Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.
Die Festrede an der Hochschule hielt Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. | Bild: Vanessa Marquardt

Ehrung und Verabschiedung des Hochschulrats

„Mit dem Sommerempfang wollen wir Menschen ehren“, machte Rektorin Ingeborg Mühldorfer deutlich. Für ihre langjähriges Wirken wuren Mitglieder des Hochschulrats geehrt.

So wie die Hochschule Thomas Lindner, Professor Hermann Mettler sowie die „Mitglieder der ersten Stunde“, Sophie Schwörer und Udo J. Vetter sowie die Professoren Barbara Puscher, Volker Riethmüller und Jonas Rossmanith ihre Referenz. Auch die im Amt bleibende Professorin Ute Matecki wurde gewürdigt. Den Hochschulratsvorsitzenden Udo J. Vetter wurdet für seine „außerordentlichen Verdienste“ der Ehrensenator-Titel verliehen. Neu begrüßt werden konnten Professor Hugo Hämmerle, Susana Martin de Vidales, Bernd Schatz, Bernd Stauß und Andrea Verpoorten. Als neue hochschulinterne Mitglieder des Hochschulrats sind Professor Sven Gerhards, Professor Dieter Stoll und Professorin Jessica Rövekamp begrüßt.

Ausscheidende Professoren: Professor Holger Möller (rechts) und Prof. Volker Riethmüller (Zweiter von links) mit Ministerin Hoffmeister-Kraut und Rektorin Ingeborg Mühldorfer (links).
Ausscheidende Professoren: Professor Holger Möller (rechts) und Prof. Volker Riethmüller (Zweiter von links) mit Ministerin Hoffmeister-Kraut und Rektorin Ingeborg Mühldorfer (links). | Bild: Vanessa Marquardt

Neben dem Hochschulrat wurden zwei Professoren in den Ruhestand verabschiedet, die durch ihr jahrelanges Engagement wesentlich zum Erfolg der Hochschule beigetragen haben. Professor Holger Möller war seit Februar 1994 an der Hochschule. Zu seinen Ämtern zählten die Leitung des Instituts für Angewandte Forschung, seine Mitgliedschaft im Forschungsrat und in Gremien wie Zulassungs- und Auswahlkommissionen sowie seine Tätigkeit als Prodekan und Studiendekan Maschinenbau. Professor Volker Riethmüller war seit 27 Jahren an der Hochschule. Der studierte Mediziner war während seiner Arbeit an dieser Hochschule mehrere Jahre Dekan der Fakultät Life Sciences, Vertreter der Hochschule beim Studentenwerk und Mitglied in Gremien wie dem Hochschulrat und dem Senat.