Wenn man Menschen fragt, was sie sich für die Zukunft wünschen, dann wird oft „Gesundheit“ an erster Stelle genannt. Und die fördert man am besten schon im Kindesalter. „Gesund aufwachsen“ ist auch das erste Leitthema der neu installierten Kommunalen Gesundheitskonferenz (KGK) im Landkreis Sigmaringen. Und die soll nicht nur eine Diskussionsrunde sein, sondern vor allem einen Mehrwert für die Bevölkerung schaffen, erzählte Landrätin Stefanie Bürkle bei einem Pressegespräch. „Im ersten Jahr wollen wir bei den Kleinen beginnen“, machte sie deutlich. Dabei gehe es um das Erfassen des Ist-Zustands, aber auch um die Entwicklung neuer Ideen und eventuell eine Vernetzung mit anderen Landkreisen.

Nachholbedarf bei Masern-Impfungen

Als Grundlage dient der Gesundheitsbericht 2018, den der Fachbereich Gesundheit des Landratsamtes um Leiterin Dr. Susanne Haag-Milz und Dr. Ulrike Hart zusammengestellt hat. Auf 126 Seiten wird das Thema im Landkreis intensiv beleuchtet. Medizinische Versorgung, Gesundheitsverhalten und Krankheiten werden analysiert. Bei der Frage „Wie gesund sind Kinder und Jugendliche im Landkreis?“ werden viele Aspekte untersucht. So geht es auch um das Impfverhalten. Laut Bericht gibt es im Landkreis noch Nachholbedarf, wenn es um den Schutz gegen Masern geht. Die Quote der vollständig geimpften Kinder überschreite nur in Ostrach und Inzigkofen knapp die 90-Prozent-Grenze. „Da müssen wir noch Aufklärungsarbeit machen“, sagte Haag-Milz.

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Wunsch nach konstruktiver Zusammenarbeit

Stefanie Bürkle zeigte sich überzeugt: „Wenn es um Gesundheit geht, dann betrifft die Thematik nur fünf bis zehn Prozent die Medizin selbst." Der größte Teil sei durch die individuellen Lebensverhältnisse sowie die Lebens- und Arbeitsbedingungen geprägt. Und da könnten nun viele Organisationen, aber auch Betroffene selbst, konstruktiv zusammenarbeiten, um Verbesserungen zu erreichen.

Hebammen-Mangel im Fokus

Laut Landräten Bürkle wird sich die Gesundheitskonferenz aber zunächst mit dem akuten Hebammen-Mangel beschäftigen. Weil es auch im Landkreis viel zu wenige Geburtshelferinnen gebe, könne der Wunsch vieler Eltern nach einer guten Begleitung und Nachsorge meistens nicht erfüllt werden. „Wenn wir wollen, dass Kinder gesund aufwachsen, dann brauchen Eltern viel Hilfestellung von Anfang an“, sagte die Landrätin und erntete viel Zustimmung von den Ärztinnen. Sie hoffen, dass die Gesundheitskonferenz bei diesem Thema etwas bewegen kann. Allerdings dürfe man sich keine Wunder erhoffen und konkret umsetzbare Maßnahmen gebe es noch nicht.

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Kooperationen mit anderen Konferenzen denkbar

KGKs sind vom Land vorgeschrieben. Sigmaringen gehört zu den letzten Landkreisen in Baden-Württemberg, die eine solche ins Leben rufen. „Wir wollten zunächst einmal Erfahrungen aus anderen Regionen abwarten“, sagte die Landrätin. Sie könne sich gut vorstellen, dass die Konferenzen ähnlich strukturierter Landkreise gemeinsam Forderungen an das Land stellen, wenn von dort Hilfe möglich sein könnte.

Mitglieder verschaffen sich Überblick über Daten und Fakten

Die Mitglieder der lokalen Konferenz werden ständig mit aktuellen Informationen versorgt, erzählte Bürkle. Es solle ein reger Austausch stattfinden, damit man auch auf aktuelle Entwicklungen reagieren könne. Nun müssten sich die Konferenzmitglieder zunächst mit den Fakten vertraut machen, die im Gesundheitsbericht sehr übersichtlich und informativ dargestellt seien. Der sehr umfangreiche Bericht kann von der Homepage des Landratsamtes heruntergeladen werden.