Sigmaringen – Die 21-jährige, angehende Modedesignerin Katia Innerhofer ist stolz auf ihren 1. Preis beim europaweiten Fashion-Design-Contest „The Link“ von MarediModa. Den hatte sie vor wenigen Tagen mit ihrer ersten, selbst entworfenen Kollektion im Bereich Athleisure Wear eingefahren. Die junge Frau war von dem Erfolg genauso überrascht wie ihre Lehrerinnen und Lehrer an der Modefachschule Sigmaringen. Für diese war schon der Einzug von Katia Innerhofer ins Finale des Wettbewerbs als einzige Vertreterin einer deutschen Modefachschule etwas ganz Besonders gewesen. Und dann ergatterte die 21-Jährige auch noch den 1. Preis, das ist für die Schule kaum zu toppen.

Modefachschule genau das Richtige

Für Katia Innerhofer selbst waren die Tage in Cannes auch in anderer Hinsicht bemerkenswert: „Ich war da ganz auf mich selbst gestellt und habe erlebt, wie toll es ist, selbstbewusst auf fremde Menschen zuzugehen. Das hat mich in meiner persönlichen Entwicklung ein großes Stück weiter gebracht“, erzählt sie dem SÜDKURIER über ihre mehrtägige Reise nach Cannes.

Katia Innerhofer. Bild: Privat
Katia Innerhofer. | Bild: Katia Innerhofer

Katia Innerhofer studiert im dritten Jahr an der Modefachschule Sigmaringen und hat dort außerdem ihre Fachausbildung als Maßschneiderin mit einem Gesellenstück abgeschlossen. „Mir hat das Angebot der Schule sehr gut gefallen, beides zu machen: Modedesign und die Fachausbildung zu Maßschneiderin. Deshalb habe ich die Ausbildung in Sigmaringen begonnen“, erzählt sie.

Der jungen Italienerin hatte ihre Mutter vor sieben Jahren die Schnittbögen einer Zeitschrift in die Hand gedrückt. Als gelernte Hauswirtschafterin hatte sie gemeint, ihre Tochter solle als Erwachsene nicht nur kochen, sondern auch Kleidung nähen können. „Ich war damals von der Möglichkeit fasziniert, aus einem zweidimensionalen Schnittbogen etwas Dreidimensionales entstehen zu lassen“, sagt Katia Innerhofer. „Als ich dann mein erstes Stück in der Hand hielt, war das scheußlich. Da habe ich gedacht, das kannst du besser, das musst du weiter machen.“ Nach dem Schulabschluss war aus den ersten Schneideranfängen eine Passion geworden: Katia Innerhofer suchte im Internet nach einem Betrieb, der ihr eine Ausbildung zur Maßschneiderin und als Modesignerin bieten konnte. Bei der Modefachschule Sigmaringen wurde sie fündig.

In der Pause gescribbelt

Nun, im dritten Ausbildungsjahr, erhielt die 21-Jährige die Möglichkeit, in Cannes am Wettbewerb teilzunehmen. „Ich wollte eine eigene Kolelktion entwerfen und habe mir überlegt, was mich vor allem intererssiert. In den Pausen habe ich gescribbelt und mir Inspirationen gesucht.“ Outdoor, Schnee, Berge – schnell war der jungen Frau klar, dass ihre Interessen in diese Richtung gingen. Es entstand die jetzt mit dem 1. Platz ausgezeichnete Athleticwear-Kollektion, die Katia Innerhofer allein entworfen hat. „Die Schule hat mir zwar Hilfe angeboten, aber ich wollte das alleine hinkriegen“, sagt sie selbstbewusst.

Die Veranstaltung in Cannes war für die Auszubildende ein großes Erlebnis. Sie kam mit Vielen in Kontakt, lernte Produzenten kennen und holte sich Anregungen. „Ich habe gar nicht damit gerechnet, zu gewinnen“, sagt sie. Um so größer war dann die Überraschung über den 1. Platz. Jetzt arbeitet Katia Innerhofer an ihrer Abschlussarbeit an der Modefachschule in Sigmaringen. Ob sie danach den Meister auf ihre Fachausbildung drauf satteln oder sich einen Job suchen wird, steht nochunklar. Zunächst steht der Abschluss der Ausbildung zur Modedesignerin an.