Seit vielen Jahren unterstützt die Fürst-Carl-Stiftung besonders erfolgreiche Studenten der Hochschule Albstadt-Sigmaringen bei Auslandsstipendien. Einen Preis für soziales Engagement gab es bislang noch nie. Bertrand Bazie, Student der Pharmatechnik, ist der erste Preisträger. Rolf Vögtle, Erster Landesbeamter im Landratsamt Sigmaringen, überreichte die 250 Euro und der junge Mann aus Burkina Faso, der seit 2013 an der Hochschule eingeschrieben ist, bedankte sich sehr emotional mit den Worten: "Man kann nur dankbar sein." Dankbar nicht nur für die Möglichkeit des Studiums in Deutschland, sondern auch dafür, "dass ich hier Wasser trinken kann, wann ich das will". Um Wasser geht es bei dem Projekt, für das er jetzt von der Stiftung belohnt wurde. Der 28-Jährige stammt aus dem Dorf Wapa in Burkina Faso. Sein Studium finanziert er durch Tätigkeiten als studentischer Mitarbeiter oder in Firmen. Darüber hinaus engagiert er sich im sozialen Bereich bei den Oberschwäbischen Werkstätten für Behinderte, in Projekten und bei der Kirche, wo er sogar Lektor ist.

Mit Unterstützung des Rotary Clubs Sigmaringen ist es ihm gelungen, einen lang gehegten Wunsch in seinem Heimatdorf in die Realität umzusetzen: eine Wasserpumpe mit Wasserturm. Das war schon eine Idee seines mittlerweile verstorbenen Vaters, die der Sohn jetzt umgesetzt hat. Denn bislang mussten die Kinder bereits vor ihrem ansteigenden und kilometerlangen Fußweg zur Schule Wasser aus einem 15 Meter tiefen Brunnen nach oben ziehen. Den Bau von Pumpe und Turm finanzierte er über Spendengelder. Den Benzinmotor, der die Pumpe noch antreibt, hofft er bald schon durch eine Solarpumpe ersetzen zu können.

Mit dem tagsüber gewonnenen Strom, der nicht komplett für die Wasserförderung benötigt wird, möchte er ein Lernzentrum für die Dorfkinder betreiben. Doch das ist längst nicht alles. Durch die Vermittlung von Kenntnissen in der Seifenherstellung will er jungen Mädchen die Möglichkeit geben, selbst Seife zu produzieren und durch den Verkauf ihre Familien zu unterstützen. "18 Mädchen sind schon dabei", sagt er mit einem gewinnenden Lächeln. Wenn er noch mehr Unterstützer findet, dann will er in Zukunft noch mehr Mädchen die Möglichkeit geben, in die Seifenherstellung einzusteigen. Neben entsprechenden Räumlichkeiten braucht er aber dazu auch noch die nötigen Rohstoffe und Geräte.