Im Laufe von 45 Jahren hat der aus Gammertingen stammende Hobbyfotograf, Heimatforscher und Privathistoriker Botho Walldorf bemerkenswerte Fotografien festgehalten. Diese sind im Staatsarchiv in der Kreisstadt ausgestellt und handeln vom Alltag auf der Schwäbischen Alb während der 1960er- und 1970er Jahre. Damit habe er eine visuelle Dokumentation geschaffen, die im süddeutschen Raum ihresgleichen suchen, schreibt die Fachwelt. Zu sehen in Zehntausenden von Aufnahmen die Entwicklung des Eisenbahnwesens und die Alltagsgeschichte. Walldorf begann 1960 als Schüler zu fotografieren. Schnell entwickelte er den Blick für das Besondere einer untergehenden Zeit: den Heizer in der Lokomotive, den pflügenden Bauer mit dem Pferdegespann, die Bauernküche, das Plumpsklo und vieles mehr.

Das Staatsarchiv Sigmaringen zeigt aber nicht nur Ausstellungen und es verwahrt nicht nur historische Dokumente, sondern ist auch in einem historischen Gebäude untergebracht: im sogenannten Prinzenbau. Dieser war im 19. Jahrhundert als Wohnsitz für Mitglieder des fürstlichen Hauses Hohenzollern errichtet worden. Das Land Baden–Württemberg das fürstliche Palais in einen modernen Archivzweckbau umgebaut, wobei die alten Repräsentationsräume wie Gartensaal, Spiegelsaal, Schwarzer Saal oder Kapelle liebevoll restauriert worden sind.

Für Feriengäste und Daheimgebliebene bietet das Staatsarchiv an, den Prinzenbau in den Sommerferien im Rahmen kostenloser öffentlicher Führungen näher kennenlernen. Dabei werden nicht nur die Repräsentationsräume besichtigt, sondern auch authentische Originaldokumente aus neun Jahrhunderten südwestdeutscher Geschichte präsentiert. Die Besucher erhalten ferner einen Einblick in die Arbeitsweise eines modernen Archivs und ihrer Restaurierungswerkstatt. Die Führungen sind jeweils montags am 6./13./20. und 27. August sowie am 3. September von 11 bis 12.30 Uhr möglich. Treffpunkt ist die Eingangshalle im Staatsarchiv (Prinzenbau).

Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 9 bis 16.30 Uhr geöffnet.