138 Fotos des Schülers Adrian Bauer sind noch bis zu den Sommerferien in einer Ausstellung im ersten Obergeschoss der Ludwig-Erhard-Schule Sigmaringen zu sehen. „Ich habe tausende Fotos“, zitierte Sabine Hauler, Kunsterzieherin und Kuratorin der Ausstellung, den Schüler Adrian Bauer in ihrer Eröffnungsrede.

Im Zuge des Bestrebens der Ludwig-Erhard-Schule, die Schülerinnen und Schülern ganzheitlich zu bilden, werden, so die Mitteilung der Schule, seit Jahren in bemerkenswerten Wechsel- und Sonderausstellungen sowie in Dauerausstellungen ganzjährig Schülerarbeiten aus dem Kunstunterricht im Schulgebäude gezeigt. Die derzeitige Fotoausstellung stellt eine Besonderheit dar, handelt es sich doch um die erste Einzelausstellung eines Schülers in der Geschichte der Ludwig-Erhard-Schule.

In ihrer Rede vor versammelter Schüler- und Lehrerschaft stellte Sabine Hauler den jungen Fotografen vor, der bei jedem Wetter mit dem Fotoapparat draußen unterwegs sei. Auslöser der Leidenschaft von Adrian Bauer, nämlich das Abbilden der Schönheit der Natur, Blumen, Pflanzen, kleinste Details und Strukturen der Realität, waren Landschaftsdarstellungen in Computerspielen. Es habe ihn motiviert, sich Landschaften in der Realität anzuschauen. So begann er, die ihn umgebende Welt mit seiner Handy- und Spiegelreflexkamera einzufangen. „Sein Gespür für Ästhetik zeigt sich nicht nur im Augenfälligen, sondern Adrian Bauer sieht genauso die scheinbar belanglosen, unauffälligen Dinge und weiß sie ganz unspektakulär spektakulär ins Bild zu setzen“, stellte die Kunsterzieherin fest.

Die Bildgestaltung und die teilweise Nachbearbeitung der Bilder beherrsche er perfekt, doch „Fotografien sind bestenfalls ein Abbild der Wirklichkeit, die aber in jedem Fall bereits wieder in der Vergangenheit liegt. Fotos und Film erzählen immer, was war“. Dabei nehme Adrian Bauer das Dargestellte mit allen Sinnen wahr und seine Bilder seien „Illusionen, die einer Hoffnung Nahrung geben, dass endlich jeder von uns in allen Bereichen seines Lebens etwas dagegen tut. Dass Fotografien eben keine Erinnerungsfotos bleiben“, betonte Sabine Hauler.