Aus der Anklage ging hervor, dass der Angeklagte mit der Polizei und der Justiz schon öfter zu tun hatte. In allen Fällen spielte Alkohol eine verhängnisvolle Rolle.

Angeklagter widersetzt sich Durchsuchung

Am 25. August 2016 war die Polizei wegen einer Ruhestörung in die Innenstadt von Sigmaringen gerufen worden. Die Beamten wollten die Personalien des Angeklagten aufnehmen. Der Aufforderung, seinen Personalausweis zu zeigen, kam der Angeklagte jedoch nicht nach.

Beamten auf das Massivste beleidigt

Im Anschluss widersetzte er sich auch der angekündigten Durchsuchung so massiv, dass die Beamten Verstärkung rufen mussten. Als der Angeklagte schon in Handschellen am Boden lag, soll er alle Beamten auf das Massivste beleidigt haben.

Blutprobe ergab 1,9 Promille

Dem Gericht berichtete der Angeklagte, dass er zu den Vorwürfen nicht viel sagen könne. Er habe Whisky getrunken, habe aber keine Ahnung, wie lange und welche Menge. Er vertrat aber die Meinung, wenn die Polizei das so sage, würde es schon stimmen. Eine Blutprobe ergab 1,9 Promille.

Bei Durchsuchung aggressiv geworden

Ein Beamter vom Polizeirevier Sigmaringen, der als Zeuge geladen wer, berichtete dem Gericht, man habe den Angeklagten drei Mal erfolglos aufgefordert seinen Personalausweis zu zeigen. Bei der Durchsuchung sei er schließlich aggressiv geworden und man habe ihn auf den Boden bringen müssen, wo ihm Handschellen angelegt wurden. Der 24-Jährige sei sogar so aggressiv gewesen, dass man überlegt habe, ihn in Gewahrsam zu nehmen. Ein 23-jähriger Polizeiobermeister sagte aus, dass der Angeklagte aufgebracht und sehr aggressiv war.

Beleidigungen nach Platzverweis

Ein weiterer Polizist erklärte, dass er schon öfters mit dem Beschuldigten zu tun hatte. Wegen der Beleidigungen habe er Strafanzeige gestellt. Der Angeklagte nutzte die Gelegenheit, um sich bei dem Beamten zu entschuldigen. Ein 58-jähriger Polizeihauptmeister bestätigte die Aussagen seines Kollegen. Aus der Gruppe, die im Kundenbereich eines Supermarkts gestört habe, habe sich der Angeklagte besonders hervorgetan. Nach einem Platzverweis sei er unter dem Beifall der Gruppe so beleidigend geworden, wie er es in seiner 40-jährigen Dienstzeit noch nie erlebt habe.

"Ich reiße dir den Kopf ab"

Seine Drohungen habe der Angeklagte mit dem Hinweis untermauert: „Ich bin Kampfsportler und ich reiße dir den Kopf ab." Insbesondere wegen der üblen Beleidigungen und des geringschätzigen Verhaltens habe er Strafantrag gestellt. Die Entschuldigung des Angeklagten lehnte der Beamte ab und nahm sie lediglich zur Kenntnis.

Weiteres Verfahren bereits eingeleitet

Der Angeklagte war in der Vergangenheit bereits wegen gefährlicher und vorsätzlicher Körperverletzung sowie wegen Einbruch und Diebstahl verurteilt worden. Das Gericht kündigte an, dass bereits ein weiteres Verfahren eingeleitet worden sei. Richterin Lina Blazko stellte fest: „Es waren vier Beamte notwendig, um die Personalien des Angeklagten festzustellen."

Angeklagter: Der Alkohol sei ein Problem

Der räumte ein, dass der Alkohol sein Problem sei. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Gesamtstrafe in Höhe von 1300 Euro. In ihrer Urteilsbegründung wies Richterin Blazko den Angeklagten darauf hin, dass bei ihm überhaupt keine Maßnahmen gegriffen hätten. Das Anlegen der Schließen sei ordnungsgemäß gewesen.

Richterin: „Nehmen Sie es als Chance und als letzte Warnung"

Der Widerstand gegen die Polizeibeamten sei besonders gravierend und die Beleidigungen seien aus der untersten Schublade gewesen. Zugleich warnte die Richterin den Angeklagten mit den Worten: „Das ist Ihre erste Verurteilung nach dem Erwachsenenstrafrecht, wenn noch mal was passiert, kommen Sie nicht mehr so davon." Nachdem der Angeklagte angekündigt hatte, im September eine Ausbildung zu beginnen, schloss Richterin Blazko ihre Urteilsbegründung mit den Worten: „Nehmen Sie es als Chance und als letzte Warnung."