In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Gemeinderat den Bebauungsplan "Unter der Stelle II" weitergebracht. Das Gremium billigte den Entwurf zum Bebauungsplan, damit verbunden ist dessen öffentliche Auslegung. Zuvor wiederholte der Gemeinderat nochmals den Aufstellungsbeschluss "Unter der Stelle II", weil inzwischen zu den bisher vorgesehenen 13 Bauplätzen zwei zusätzliche Grundstücke aufgenommen wurden. Die beiden zusätzlichen bebaubaren Grundstücke befinden sich im westlichen Teil des Bebauungsplans an der Straße "Unter der Stelle", während die 13 anderen bebaubaren Grundstücke alle rechts der Karlstraße im östlichen Bereich liegen.

Planer Hubert Sieber (rechts) zeigt den Gemeinderäten und den anwesenden Anliegern das neu gefasste Baugebiet "Unter der Stelle II". Links sind die beiden zusätzlich aufgenommenen Grundstücke zu sehen. Sieben Grundstücke sind bereits bebaut.
Planer Hubert Sieber (rechts) zeigt den Gemeinderäten und den anwesenden Anliegern das neu gefasste Baugebiet "Unter der Stelle II". Links sind die beiden zusätzlich aufgenommenen Grundstücke zu sehen. Sieben Grundstücke sind bereits bebaut. | Bild: Wilfried Koch

Gemeinderat Fritz Grad findet die Aufnahme dieser beiden Grundstücke für alle gut, weil sich die Kosten der Erschließung somit besser verteilen. Der ursprüngliche Abgrenzungsbereich soll laut Bürgermeisterin Roswitha Beck gemäß Paragraf 13b des Baugesetzbuchs um diese beiden Grundstücke, die angrenzen, erweitert werden. Dieser Paragraf ermögliche es Gemeinden im beschleunigten Verfahren, angrenzende Außenbereichsflächen einzubeziehen. In der Sitzung waren auch Jürgen Schwochow vom Sigmaringer Büro Kovacic-Ingenieure sowie Stadtplaner Hubert Sieber vom Büro Sieber in Lindau anwesend, welche die Einzelheiten des Baugebiets mit dem Gremium erörterten.

Verzicht auf geplanten Wendekreis

Jürgen Schwochow schlug dem Rat den Verzicht auf den bisher geplanten Wendekreis im oberen Bereich vor, weil dieser wegen der starken Steigung nicht umzusetzen sei. Stattdessen sei ein breiterer Einmündungsbereich in die bestehende Karlstraße vorgesehen. Hubert Sieber ging auf die planerische Gestaltung ein. Es seien drei verschiedene Haustypen in zweigeschossiger Bauweise möglich. Je nach Typ ist der Prozentsatz, der auf einem Grundstück bebaut werden kann, unterschiedlich hoch.

Vorteile für Gemeinde und Bauherren

Als interessant bewerteten die Räte den Vorschlag Siebers, nicht die höchste Erdgeschossfußbodenhöhe (EFH) festzulegen, sondern stattdessen die festgesetzte absolute Firstgebäudehöhe über NN als Obergrenze bei Häusern einzuführen. Damit habe sein Büro in den vergangenen Jahren beste Erfahrungen gemacht. "Das ist genial", meinte Gemeinderat Fritz Grad dazu. Sieber sieht hier Vorteile für die Bauherren, "das ist ein Stück Liberalismus", und für die Gemeinde. Denn "es werden keine Befreiungsanträge zum Thema Höhe des Gebäudes mehr in den Gemeinderat kommen".

Die Wiese rechts wird mit 13 Grundstücken neues Baugebiet. Links neben dem Haus in der vordersten Reihe und unterhalb dieses Wohnhauses befinden sich die beiden zusätzlich in den Bebauungsplanentwurf aufgenommenen Grundstücke.
Die Wiese rechts wird mit 13 Grundstücken neues Baugebiet. Links neben dem Haus in der vordersten Reihe und unterhalb dieses Wohnhauses befinden sich die beiden zusätzlich in den Bebauungsplanentwurf aufgenommenen Grundstücke. | Bild: Wilfried Koch

Was die örtlichen Bauvorschriften angeht, so werden als Dachformen Sattel-, Pult-, Flach- und Walmdächer zugelassen. Solar- und Fotovoltaikanlagen sind erlaubt mit der Einschränkung, dass bei Flach- und Pultdächern höchstens eine Aufständerung bis zu einem Meter Höhe zulässig ist. Auf Vorschlag von Hubert Sieber sollen nur Dachplatten in Rot- und Grautönen zulässig sein. Außerdem ist die Begrünung von Dächern möglich. Für jede Wohnung müssen auf dem Grundstück zwei Stellplätze ausgewiesen werden. Damit wollen Planer und Gemeinderat verhindern, dass die Straßen zugeparkt werden. Die Größe der Bauplätze ist unterschiedlich und liegt zumeist zwischen 487 und 700 Quadratmetern. Es gibt aber auch als Ausnahmen einige größere Bauplätze.

Nur die wichtigsten Dinge in Bebauungsplan regeln

Besonders groß sind auch die beiden neu ins Baugebiet aufgenommenen Bauplätze an der Straße "Unter der Stelle", die sich sogar für Teilungen zur Verdoppelung von Bauplätzen anbieten. Bürgermeisterin Beck unterstützte die Meinung des Planers, nur die wichtigsten Dinge im Bebauungsplan und der Bauvorschriftensatzung zu regeln. "Wir müssen es so locker wie möglich machen und die Kreativität der Bauten nicht zu stark einschränken", meinte Beck. Der Gemeinderat müsse auf diese Weise später nicht regelmäßig über Befreiungsanträge beraten.