Eine mehr als einstündige Diskussion um strukturelle Veränderungen in der Organisation des Handels- und Gewerbevereines (HGV) Schwenningen stand bei dessen Hauptversammlung am Samstag in der Pizzeria Lilli Siber im Mittelpunkt. Wie ernst die Lage im Verein ist, zeigte sich an der Frage, ob sich die mit Ausnahme des Vorsitzenden Steffen Löffler zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder nur für ein Jahr wählen lassen – oder wie üblich für zwei Jahre.

Strohpark-Organisation bedeutet bislang eine starke Belastung für wenige Leute

Steffen Löffler wies eingangs erneut darauf hin, dass er sich 2020 nicht mehr als HGV-Chef zur Verfügung stellen werde. Für ein anderes Amt im Vorstand stehe er dann aber weiterhin zur Verfügung. Wäre es am Wochenende nur zur Wahl für ein Jahr gekommen, hätte der Verein 2020 möglicherweise ganz ohne Vorstand dagestanden, befürchteten Markus Lucke und Elmar Sprissler. Dies sollte auf jeden Fall verhindert werden. Die Mitglieder des Vorstandes, allen voran der stellvertretende Vorsitzende Vinzenz Greber, stellten klar, dass die starke Belastung weniger Leute an der HGV-Spitze vor allem beim Thema Strohpark-Organisation so nicht mehr länger funktionieren könne. "Wenn der Strohpark im Oktober endet, dann beginnt für uns HGV-ler bereits der nächste Strohpark", erklärte der Greber, der seit 18 Jahren stellvertretender Vorsitzender ist. Solle der Strohpark weiter in der bisherigen Form erhalten werden, müsse jetzt ein Zeichen gesetzt und ein Signal an die Vereine und die HGV-Mitglieder gesendet werden.

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In einem Arbeitskreis soll die Arbeit besser verteilt werden

Steffen Löffler und Vinzenz Greber stellten klar, dass der Strohpark für die Gemeinde Schwenningen ideell und für die Vereine im Dorf auch finanziell eine wichtige Sache sei. Für den HGV bedeute die Freiluftausstellung aber keinen finanziellen Gewinn, sondern nur richtig viel Arbeit.

Die Mitglieder einigten sich schließlich darauf, dass nun ein Arbeitskreis gebildet werden soll, zu dem auch Gemeinde- und vor allem Vereinsvertreter an den Tisch müssten. Nur so können die Organisation und die Fülle der Arbeiten nach Ansicht zahlreicher Gewerbetreibender besser verteilt werden. Nachdem dieses Ziel formuliert war, konnte Vorsitzender Steffen Löffler als Wahlleiter seine Vorstandstruppe doch nochmals für zwei weitere Jahre gewinnen.

Vorstandsteam für zwei Jahre gewählt

Einstimmig wählten die HGV-Mitglieder wieder den stellvertretenden Vorsitzenden Vinzenz Greber, Kassierer Daniel Sprissler, Schriftführer Martin Dannecker sowie die Beisitzer Matthias Schnell, Gerhard Gölz, Fritz Grad, Bernd Roth und Martin Berger. Elmar Sprissler und Markus Lucke wurden zu Kassenprüfern bestellt.

Zusammen mit Schriftführer Martin Dannecker und Beisitzer Gerhard Gölz bilden diese Männer das Vorstandsteam des Handels- und Gewerbevereins: (von links) Beisitzer Fritz Grad, Kassierer Daniel Sprissler, stellvertretender Vorsitzender Vinzenz Greber, Beisitzer Martin Berger, Beisitzer Bernd Roth, Vorsitzender Steffen Löffler und Beisitzer Matthias Schnell.
Zusammen mit Schriftführer Martin Dannecker und Beisitzer Gerhard Gölz bilden diese Männer das Vorstandsteam des Handels- und Gewerbevereins: (von links) Beisitzer Fritz Grad, Kassierer Daniel Sprissler, stellvertretender Vorsitzender Vinzenz Greber, Beisitzer Martin Berger, Beisitzer Bernd Roth, Vorsitzender Steffen Löffler und Beisitzer Matthias Schnell. | Bild: Wilfried Koch

Bürgermeisterin Roswitha Beck bezeichnete den Strohpark als "Aushängeschild" für die Heuberggemeinde. Sie dankte allen, die sich beim Verein einbringen. "Wir können alle stolz auf den HGV sein", lobte Beck. Zuvor hatte Steffen Löffler darüber informiert, dass sich die Mitgliederzahl im vergangenen Jahr um drei auf 63 Personen erhöht hatte. Die Teilnahme an den Veranstaltungen sei weiterhin verbesserungswürdig.

Für Schriftführer Martin Dannecker, der nicht an der Versammlung teilnehmen konnte, gab Fritz Grad den Tätigkeitsbericht bekannt. Neben dem Strohpark und den Adventsfenstern war die Besichtigung der Stuttgart-21-Baustelle im Rahmen der Fahrt in die Landeshauptstadt ein Höhepunkt. Den fleißigen Kassierer Daniel Sprissler lobte Kassenprüfer Markus Lucke für einwandfreie Arbeit.

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Leistungsschau abhängig von Anzahl der Anmeldungen

Noch unklar ist, ob die im Turnus von zwei Jahren angebotene Leistungsschau der Schwenninger HGV-Mitglieder wie üblich am dritten September-Wochenende stattfinden wird. Dazu plant Organisator Vinzenz Greber in den kommenden Wochen eine Abfrage unter allen Betrieben. "Nur, wenn mindestens fünfzehn Anmeldungen kommen, machen wir die Leistungsschau", sagte er. Die örtliche Feuerwehr unterstützt der Verein beim fünftägigen Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager im Juni, indem er unentgeltlich die HGV-Häusle aufstellt, bei der Essensausgabe in der Heuberghalle hilft und Workshops anbietet. Fritz Grad hat für die Vereinsmitglieder bereits eine Betriebsbesichtigung bei der Firma Liebherr in Ehingen organisiert, außerdem ist eine Besichtigung der militärhistorischen Sammlung in der Kaserne in Stetten a.k.M. geplant. Bereits am 30. April veranstaltet der HGV das Maibaumstellen.